Kongress muss erst zustimmen:US-Gericht stoppt Bau von Trumps Ballsaal am Weißen Haus
Die Bauarbeiten an Trumps riesigem Ballsaal am Weißen Haus sollen vorerst gestoppt werden. Sie dürfen laut einem Richter erst dann weitergehen, wenn der US-Kongress zustimmt.
Um einen Luxus-Ballsaal bauen zu lassen, hat Trump den Ostflügel des Weißen Hauses fast komplett abreißen lassen.
Quelle: dpaEin US-Bundesrichter hat einen Baustopp für den von US-Präsident Donald Trump geplanten Ballsaal am Weißen Haus angeordnet. Für das Projekt fehle dem Präsidenten die Zustimmung des Kongresses, urteilte der Richter Richard Leon am Dienstag in Washington. Trump sei nicht der Besitzer des Weißen Hauses, schrieb Leon zur Begründung.
Der Präsident der Vereinigten Staaten ist der Verwalter des Weißen Hauses für künftige Generationen von Präsidentenfamilien. Er ist jedoch nicht dessen Eigentümer.
Richard Leon, US-Richter
Der Richter gab damit einer Klage der Organisation National Trust for Historic Preservation statt. Zugleich setzte der Richter die Umsetzung der Entscheidung für 14 Tage aus, damit die Trump-Seite dagegen Berufung einlegen kann. Dies tat die US-Regierung umgehend.
Bauarbeiten im Weißen Haus: Ein Teil des historischen Gebäudes wurde auf Anordnung des US-Präsidenten Trump entfernt, um Raum für einen neuen Ballsaal zu schaffen.
22.10.2025 | 2:30 minAusnahme für sicherheitsrelevante Bauarbeiten
Der Richter entschied zudem, dass alle Bauarbeiten, die zur Gewährleistung der Sicherheit des Weißen Hauses notwendig sind, von der Verfügung ausgenommen sind. Er habe das Material geprüft, das ihm die Regierung vertraulich übermittelt habe, und sei zu dem Schluss gekommen, dass ein Baustopp die nationale Sicherheit nicht gefährden würde.
Trump nannte die Klage in seinem Onlinedienst Truth Social erneut unbegründet. Der Ballsaal werde "ohne Kosten für den Steuerzahler gebaut" und werde "das beste Gebäude seiner Art auf der ganzen Welt sein", schrieb er.
Ein neuer Ballsaal im Weißen Haus, ein Triumphbogen in Washington oder sogar sein Porträt im Mount Rushmore - die Ideen von Donald Trump werden immer bombastischer.
16.02.2026 | 2:33 minTrump will viel Gold und Marmor
Das Ballsaal-Projekt hat von Anfang an wegen der geplanten Größe Kritik hervorgerufen. Der Anbau mit dem Ballsaal wäre fast doppelt so groß wie das Hauptgebäude des Weißen Hauses. Beobachter gaben außerdem zu bedenken, dass der Ballsaal die Symmetrie der Anlage des Präsidentensitzes zerstören würde.
Der Präsident hatte den gesamten Ostflügel des Weißen Hauses im Oktober überraschend abreißen lassen, um Platz für den Ballsaal zu schaffen. Er soll laut Trump Platz für 1.000 Gäste bieten und soll mit viel Gold, Marmor, Stuck und üppigen Lüstern ausgestaltet werden.
Die Dokumentation beschreibt, wie das System Trump funktioniert, und erkundet nah an den Menschen im Land die Folgen der Politik des Präsidenten.
20.01.2026 | 44:06 minEr trieb das Projekt allerdings voran, ohne vorher Stellungnahmen zweier bundesstaatlicher Prüfgremien einzuholen, der Planungskommission der Hauptstadt und der Kommission der Schönen Künste. Beide Gremien wurden von Trump mit Verbündeten besetzt.
Kosten doppelt so hoch wie geplant
Inzwischen gibt der Präsident die Kosten mit 400 Millionen Dollar an - das Doppelte des ursprünglich veranschlagten Betrags. Trump hat dafür nach eigenen Angaben umfangreiche Spenden aus der Privatwirtschaft eingeworben.
Zuletzt gab Trump bekannt, das US-Militär errichte unter dem Ballsaal einen "gewaltigen Komplex". Unter dem abgerissenen Ostflügel befand sich seit dem Zweiten Weltkrieg ein Regierungsbunker.
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