Tickets für Roms Trevi-Brunnen: "Es sind ja nur zwei Euro"

Wie die Gebühr bei Touristen ankommt:Tickets für Roms Trevi-Brunnen: "Es sind ja nur zwei Euro"

Barbara Lueg in Vatikanstadt

von Barbara Lueg, Rom

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Wenn Touristen den weltberühmten Trevi-Brunnen in Rom sehen wollen, müssen sie seit Februar Eintritt zahlen. Was dahinter steckt und wie die Gebühr bei Besuchern ankommt.

Eine Touristin  wirft eine Münze in den Trevi-Brunnen. Symbolbild

Rom kämpft gegen Überfüllung: Ab heute zahlen Touristen zwei Euro Eintritt am Trevi-Brunnen. Dies gilt auch für andere Sehenswürdigkeiten der Ewigen Stadt. Für Römer bleibt der Besuch kostenfrei.

02.02.2026 | 2:01 min

Eine beliebte Legende besagt, dass das Werfen einer Münze in den berühmten Trevi-Brunnen in Rom eine Rückkehr in die Ewige Stadt garantiert. Allerdings muss man mit dem Rücken zum Wasserbecken stehen, die Augen schließen und die Münze mit der rechten Hand über die linke Schulter in den Brunnen werfen.

Doch alle Touristen, die nun in den Bereich direkt vor dem Wasserbecken wollen, müssen seit Februar für zwei Euro ein Ticket kaufen. Für Römerinnen und Römer bleibt der Zugang kostenfrei. Der Zugang zur großen Piazza vor dem Brunnen bleibt für alle weiterhin umsonst.

Ticketsystem für alle Nicht-Römer

Die Stadtverwaltung hat das neue Ticketsystem für alle Nicht-Römer eingeführt, um die Menschenmassen an einem der meistbesuchten Wahrzeichen der Stadt besser zu steuern. Tickets werden montags und freitags von 11.30 Uhr bis 22 Uhr benötigt, an den übrigen Wochentagen von 9 Uhr bis 22 Uhr. Nach 22 Uhr werden die Absperrungen geöffnet und der Zugang ist für alle kostenlos.

"Auf diese Weise haben wir die Möglichkeit, den Besuchern einen geordneten Zugang zu dem vorderen Bereich zu bieten. Denn genau dort, wo alle Münzen in den Brunnen werfen möchten, hat sich ja bisher alles gestaut. Und alles war voller Plastikflaschen, Essensresten und Pizzastücken", sagt Alessandro Onorato, Stadtrat für Tourismus in Rom.

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Mehr als zehn Millionen Besucher im Jahr am Trevi-Brunnen

Im vergangenen Jahr wurden mehr als zehn Millionen Besucher am Trevi-Brunnen gezählt, mit Spitzenwerten von bis zu 70.000 Menschen pro Tag. Mit dem Ticket dürfen sich jetzt nur noch 400 Besucherinnen und Besucher gleichzeitig am Becken aufhalten. Bei vielen Touristen stößt die Maßnahme auf Zuspruch.

Das ist doch eine großartige Idee. Es sind ja nur zwei Euro und damit ist nicht alles so überfüllt.

Marina Dossesmanjos, Touristin aus Spanien

"Zwei Euro sind okay. Denn vor zwei Tagen waren wir um 5 Uhr morgens hier und da war schon alles voll mit Menschen", sagt auch Jakob Kusak aus Polen. Und Judy Strain aus Großbritannien meint: "Alles, was so wunderschön ist, verdient es doch, erhalten zu werden. Hier sind so viele Leute. Es braucht einfach so viel Fürsorge und das ist jeden Penny wert."

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Maßnahmen gegen Übertourismus

Die Stadt rechnet nun mit Ticket-Einnahmen von etwa sieben bis acht Millionen Euro pro Jahr. Und damit ist auch der Trevi-Brunnen Teil eines großen Maßnahmenkatalogs gegen den sogenannten Übertourismus, der Rom und seine Denkmäler immer weiter bedrängt.

Mit dem Geld können wir in Zukunft den Erhalt und die Restaurierung des Trevi-Brunnens finanzieren.

Massimiliano Smeriglio, Stadtrat für Kultur in Rom

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Erbaut wurde der Trevi-Brunnen übrigens nicht von den alten Römern, sondern im 18. Jahrhundert als Meisterwerk des Barock. Zu regelrechtem Weltruhm brachte er es aber erst in den 1960er-Jahren durch die legendäre Badeszene mit Anita Ekberg und Marcello Mastroianni in dem Filmklassiker 'La Dolce Vita' von Federico Fellini.

Seither kommen Menschen aus der ganzen Welt und sprechen ihre Wünsche vor dem Becken. "Ich habe mir etwas für meinen Enkel gewünscht. Mehr will ich nicht verraten", sagt Rom-Besucherin Linda Headword.

Ich habe mir gewünscht, dass ich zurück nach Rom komme.

Melina Bruni, Touristin

Übrigens: Wer noch eine zweite Münze in den Brunnen wirft, darf darauf hoffen, sich in eine Römerin oder einen Römer zu verlieben. Und wer noch eine dritte Münze übrig hat, könnte sogar mit einer Heirat rechnen.

Barbara Lueg ist Korrespondentin im ZDF-Studio Rom.

Über dieses Thema berichtete die Sendung Heute in Europa am 02.02.2026 um 16:00 Uhr.
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