Slowenien-Wahl: Liberale vorne, aber keine klaren Mehrheiten

Fast alle Stimmen ausgezählt:Wahl in Slowenien: Liberale vorne, aber ohne klare Mehrheit

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Bei der Parlamentswahl in Slowenien liegt Ministerpräsident Golob mit seiner liberalen Regierungspartei am Wahlabend hauchdünn vorne. Die Wahl gilt auch als wichtig für die EU.

Banner mit der Aufschrift „Let’s vote“ vor dem Parlament in Ljubljana, Slowenien, während Demonstrierende bei einer Kundgebung zur Teilnahme an den Parlamentswahlen aufrufen.

Bei der Wahl in Slowenien gibt es keinen eindeutigen Sieger. Ministerpräsident Golob holt zwar die meisten Stimmen, doch für eine Mehrheit mit seinen Koalitionspartnern dürfte es nicht reichen.

23.03.2026 | 3:02 min

Sloweniens liberaler Ministerpräsident Robert Golob hat die Parlamentswahl äußerst knapp gewonnen, aber zusammen mit seinen linken Koalitionspartnern die Regierungsmehrheit verloren. Golobs Freiheitsbewegung kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf 28,6 Prozent und 29 Mandate, wie die staatliche Wahlkommission in Ljubljana mitteilte (Auszählungsstand 99,85 Prozent).

Die Slowenische Demokratische Partei (SDS) des rechts-konservativen Ex-Premiers Janez Jansa konnte demnach 28 Prozent der Stimmen auf sich vereinen und 28 Mandate erringen.

Golob erklärt Anspruch auf Regierungsbildung

Das EU- und Nato-Land steht vor einer schwierigen Regierungsbildung. Weder der linke noch der rechte Block verfügt über die Mehrheit von 46 Mandaten in der 90-sitzigen Volksvertretung. Golob erklärte dennoch seinen Anspruch auf die Regierungsbildung.

Wir haben unser Mandat erneuert, schwierige Verhandlungen stehen uns bevor.

Robert Golob, Sloweniens liberaler Ministerpräsident

Jansa deutete an, das knappe Wahlergebnis anfechten zu wollen. "Wir werden jede Stimme aus jedem Wahllokal nachzählen", sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur STA.

Golob, der vor seinem Einstieg in die Politik Generaldirektor eines Energiehandelsunternehmens war, regierte in den vergangenen vier Jahren zusammen mit den Sozialdemokraten (SD) und der Linken (Levica). Die SD kam auf 6,7 Prozent der Stimmen und sechs Mandate, die Levica, die diesmal zusammen mit der Grün-Partei Vesna antrat, auf 5,6 Prozent und fünf Mandate.

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Christian von Rechenberg, Wien
mit Video2:10
Banner mit der Aufschrift „Let’s vote“ vor dem Parlament in Ljubljana, Slowenien, während Demonstrierende bei einer Kundgebung zur Teilnahme an den Parlamentswahlen aufrufen.

Jansa bekommt ebenfalls keine Regierungsmehrheit

Jansas traditioneller Koalitionspartner, die konservative Partei Neues Slowenien (NSi), vereinte 9,3 Prozent der Stimmen auf sich und kam auf neun Mandate. Die neue Partei Demokraten des ehemaligen Jansa-Mitstreiters Anze Logar erhielt 6,7 Prozent der Stimmen und damit sechs Mandate. Logar stellt sich seit der Parteigründung als "dritte Kraft" jenseits der Blöcke dar. In Ljubljana geht man aber davon aus, dass er viel eher mit Jansa als mit Golob kooperieren würde.

Auch Jansas SDS hätte zusammen mit der NSi und den Demokraten keine Regierungsmehrheit. Den Einzug ins Parlament schaffte erstmals die ultrarechte Partei Resni.ca (Wahrheit), die mit 5,5 Prozent der Stimmen fünf Mandate errang. Sie war in der Zeit der Corona-Pandemie ähnlich wie die deutschen "Querdenker" als Protestbewegung gegen PCR-Testpflichten, Ausgangssperren und andere Maßnahmen entstanden.

Ausgang der Wahl auch wichtig für EU

Der 59-jährige Golob kam 2022 als Politikneuling ins Amt und regiert mit einer Mitte-Links-Koalition aus drei Parteien. Unter Golob wurde in Slowenien die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert. Zudem war seine Regierung eine der wenigen in der EU, die Israels Krieg im Gazastreifen als "Völkermord" bezeichnete.

Bei der Wahl ging es auch um die außenpolitische Ausrichtung des EU- und Nato-Mitglieds. Jansa gilt als Verbündeter des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban und als Befürworter von US-Präsident Donald Trump. Golob hatte zuletzt mit den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges zu kämpfen und ordnete Beschränkungen für den Verkauf von Benzin an.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete heute in Europa am 18.03.2026 ab 16 Uhr.

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