Fast alle Stimmen ausgezählt:Wahl in Slowenien: Liberale hauchdünn vor Konservativen
Bei der Parlamentswahl in Slowenien liegt Ministerpräsident Golob mit seiner liberalen Regierungspartei am Wahlabend hauchdünn vorne. Die Wahl gilt auch als wichtig für die EU.
Welchen politischen Weg schlägt Slowenien ein? Der Druck durch hohe Preise und fehlende Fachkräfte wächst, der rechtskonservative Janez Janša fordert den liberalen Amtsinhaber Robert Golob heraus
18.03.2026 | 2:10 minBei der Parlamentswahl in Slowenien zeichnet sich ein knapper Sieg der regierenden Liberalen ab. Laut slowenischer Medien lag nach Auszählung von 99,73 Prozent der Stimmen die Freiheitsbewegung (GS) von Ministerpräsident Robert Golob mit rund 28,6 Prozent knapp vorn - dicht gefolgt von der rechtsgerichteten Slowenischen Demokratischen Partei (SDS) von Ex-Regierungschef Janez Jansa mit rund 28,1 Prozent.
Für Golob und seine Koalitionspartner - die Sozialdemokraten (SD) und die Linke (Levica) - zeichnet sich jedoch diesen Ergebnissen zufolge keine Parlamentsmehrheit ab. Das bisherige Regierungslager käme demnach auf nur 40 der 90 Parlamentsmandate.
Golob erklärt sich bereits zum Wahlsieger
Golob erklärte sich trotz des knappen Ergebnisses zum Sieger der Wahl. Die Wählerinnen und Wähler hätten ihre Stimme "der Demokratie gegeben, nicht nur der Freiheitsbewegung", sagte er am Abend in der Parteizentrale in der Hauptstadt Ljubljana. Er kündigte an, in seiner "nächsten Amtszeit" für "eine bessere Zukunft für alle" zu sorgen.
Bei der Wahl in dem EU- und Nato-Mitgliedstaat hatte sich ein enges Rennen abgezeichnet. Zwar lag Jansas SDS in dem Umfragen lange in Führung. Nach einer Aufholjagd der Liberalen lagen beide Lager zuletzt aber fast gleichauf.
Ausgang der Wahl auch wichtig für EU
Der 59-jährige Golob kam 2022 als Politikneuling ins Amt und regiert mit einer Mitte-Links-Koalition aus drei Parteien. Unter Golob wurde in Slowenien die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert. Zudem war seine Regierung eine der wenigen in der EU, die Israels Krieg im Gazastreifen als "Völkermord" bezeichnete.
Bei der Wahl ging es auch um die außenpolitische Ausrichtung des EU- und Nato-Mitglieds. Jansa gilt als Verbündeter des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban und als Befürworter von US-Präsident Donald Trump. Golob hatte zuletzt mit den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges zu kämpfen und ordnete Beschränkungen für den Verkauf von Benzin an.