Will in Nachwahl erneut antreten:Britischer Rechtspopulist Nigel Farage legt Mandat nieder
Nigel Farage legt sein Parlamentsmandat nieder, will aber in einer Nachwahl erneut antreten. Er war zuvor wegen umstrittener Spenden in die Schlagzeilen geraten.
Nach Vorwürfen wegen nicht offengelegter Zuwendungen will Nigel Farage sein Abgeordnetenmandat niederlegen. (Archivbild)
Quelle: dpaDer Chef der rechtspopulistischen Partei Reform UK, Nigel Farage, hat angesichts der Kritik wegen umstrittener Spenden die Abgabe seines Parlamentsmandats angekündigt. In einer auf der Plattform X übertragenen Rede kündigte er aber an, bei einer Nachwahl für den Sitz in seinem Wahlbezirk im Osten Englands anzutreten. Farage bestritt ein Fehlverhalten.
"Ich war in meinem Leben noch nie wütender", sagte Farage in der Ansprache, in der er den Medien eine Kampagne gegen sich und seine Familie vorwarf. Seine Sicherheit und die seiner Angehörigen würden aufs Spiel gesetzt, so Farage. Der prominente Verbündete von US-Präsident Donald Trump sagte, er werde für den Rest seines Lebens auf Personenschutz angewiesen sein. Die Bürgerinnen und Bürger des Wahlkreises Clacton in der Grafschaft Essex sollten nun über sein Handeln urteilen, sagte er. "Ich werde kämpfen, um zu gewinnen."
Nigel Farage stand schon auf dem Abstellgleis, war Gast im Dschungel-Camp, ein politischer Außenseiter. Heute könnte Mr. Brexit sogar Regierungschef werden. Was ist passiert?
07.11.2025 | 14:59 minAufsichtsinstanz des Parlaments leitete Untersuchung gegen Farage ein
Am Wochenende berichtete die "Sunday Times", Nigel Farage habe Unterstützungsleistungen seines langjährigen Verbündeten George Cottrell nicht ordnungsgemäß offengelegt. Nach Angaben der Zeitung soll der wegen Betrugs verurteilte Cottrell Farage im Jahr vor dessen Wahl ins Unterhaus unter anderem Sicherheitsdienste und Personal finanziert oder organisiert haben. Farage weist die Vorwürfe zurück und betont, er habe alle geltenden Vorschriften eingehalten.
Wie der "Guardian" zuletzt zudem enthüllte, erhielt der 62-Jährige kurz vor seiner Wahl zum Abgeordneten ein Geldgeschenk in Höhe von fünf Millionen Pfund (umgerechnet 5,86 Millionen Euro), das er nicht als Spende deklariert hatte. Seinen Angaben zufolge handelte es sich um ein rein persönliches Geschenk ohne Bedingungen.
Nach dem Referendum diskutiert Großbritannien nach wie vor über die Brexit-Folgen. Vor allem Jüngere wollen zurück in die EU: Mehr als 80 Prozent der Unter-25-Jährigen wünschen sich den Wiedereintritt.
23.06.2026 | 4:21 minDer Vorgang wird inzwischen vom Beauftragten für parlamentarische Standards untersucht. Im schlimmsten Fall drohte Farage ein vorübergehender Ausschluss aus dem Unterhaus - und eine Nachwahl mit ungewissem Ausgang. Dem kam er nun zuvor.
Partei von Farage in Umfragen aktuell vorne
Einige hatten Farage als möglichen nächsten Premierminister gehandelt. Die einwanderungsfeindliche Partei Reform UK führt in Umfragen vor der regierenden Labour Party und den oppositionellen Konservativen.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Weitere News aus Großbritannien
Zehn Jahre nach der Abstimmung:Wie Großbritannien mit dem Brexit lebt - und leidet
Sonja Dawson, Londonmit Video1:39Britischer Premierminister gibt auf:Keir Starmer will Amt spätestens in drei Monaten übergeben
von Hilke Petersenmit Video2:25Machtkampf um Amt des Premierministers:Andy Burnham: In Sneakern Richtung Downing Street?
Wolf-Christian Ulrich, Londonmit Video3:34Fehlende Antwort auf Populismus:Großbritannien: Wer stoppt Farage?
Wolf-Christian Ulrich, London