Nachwahl in Großbritannien:Farage erklärt sich zum Sieger
Noch bevor das offizielle Ergebnis verkündet wurde, hat Rechtspopulist Nigel Farage seinen Sieg verkündet. Er war in der Nachwahl um einen Sitz im britischen Parlament angetreten.
Mehr als 20 Mitglieder der Tory-Partei sind mittlerweile zu Reform UK übergelaufen. Reform-Chef Nigel Farage stellte kürzlich ein Schattenkabinett auf - mit Ex-Tories an vorderster Front.
Quelle: dpaNoch vor Ende der Stimmauszählung hat sich der britische Rechtspopulist Nigel Farage zum Sieger einer Parlaments-Nachwahl im Osten Englands erklärt. In einer im Onlinedienst X übertragenen Ansprache an seine Unterstützer sagte der Vorsitzende der einwanderungskritischen Partei Reform UK am Freitagmorgen:
Das Urteil ist gerade reingekommen - und es ist ein überzeugender und überwältigender Sieg.
Nigel Farage, britischer Politiker
Die offizielle Auszählung der Stimmen dauerte derweil noch an.
Nigel Farage, ehemaliger Brexit-Vorkämpfer und Vorsitzender der rechtspopulistischen Reform UK Partei hatte sein Wahlkreis-Mandat niedergelegt, um direkt wieder anzutreten.
13.08.2026 | 2:10 minEr habe mehr Stimmen erhalten als bei der letzten Wahl in dem Bezirk bei den Parlamentswahlen im Jahr 2024, sagte Farage. Im Jahr 2024 erhielt Farage 46,2 Prozent der Stimmen und zog damit als Abgeordneter ins britische Unterhaus ein.
Farage bleibt Verkündung des Wahlergebnisses fern
Der offiziellen Veranstaltung zur Verkündung des Ergebnisses der Wahl für einen Sitz im britischen Parlament wolle er aus Sicherheitsgründen fernbleiben, sagte Farage bei einem Parteievent in Clacton vor seinen Anhängern. Demnach habe er durch die örtliche Polizei von einer geplanten "organisierten Kampagne" gegen ihn erfahren, die darauf abziele, "das Ergebnis zu stören und zu untergraben", sagte er.
Ein Sprecher der Reform-Partei fand wenig später deutlichere Worte und teilte der BBC zufolge mit, die Polizei der Grafschaft Essex habe Farage wegen einer "glaubwürdigen Drohung gegen ihn" geraten, nicht an der Veranstaltung teilzunehmen. Die Polizei äußerte sich bislang nicht zu dem Umstand.
Anfang Juli legte der Vorsitzende der Partei Reform UK, Nigel Farage, sein Parlamentsmandat nieder. Nach einer Spendenaffäre war er in die Kritik geraten. Nun tritt er erneut an.
13.08.2026 | 2:37 minViele Parteien boykottierten Wahl
Farage war bei der Nachwahl in Clacton-on-Sea in Großbritannien gegen eine Reihe von unabhängigen Bewerbern angetreten, unter ihnen der Spaßkandidat "Count Binface" (Graf Mülltonnengesicht). Die etablierten politischen Parteien hatten die Wahl am Donnerstag boykottiert, die sie als PR-Gag bezeichneten. Sie warfen Farage vor, er wolle sich einer Überprüfung seiner Finanzen entziehen.
Nötig geworden war die Nachwahl wegen Farages Niederlegung seines Abgeordnetenmandats. Farage sieht sich mit Vorwürfen wegen nicht offengelegter Zuwendungen konfrontiert. Mit seinem Rücktritt ruhten die parlamentsinternen Ermittlungen gegen ihn bis nach der Nachwahl.
Farage hatte eine "Verleumdungskampagne" angeprangert und am 7. Juli seinen Rücktritt erklärt. Die Nachwahl stellte er unter das Motto "Volk gegen Establishment", die Menschen in dem Wahlkreis sollten "Richter" über seine Handlungen sein.
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