Drohnenvorfall in Rumänien: Expertin mahnt Nato zu Ertüchtigung

Interview

Expertin nach Vorfall in Rumänien:Nato-Drohnenabwehr: "Mit viel zu großen Kanonen auf Spatzen"

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Nach dem Absturz einer russischen Drohne in Rumänien mahnt Sicherheitsexpertin Groitl die Nato zur Selbstertüchtigung. An der Verteidigungsfähigkeit zweifelt sie aber nicht.

Drohnen-Einschlag in Rumänien: "Dieser Krieg birgt Eskalationsgefahr"

Sehen Sie hier das phoenix-Interview mit Gerlinde Groitl in voller Länge.

29.05.2026 | 5:18 min

Nach dem Absturz einer russischen Drohne in Rumänien in der Nacht zum Freitag mahnt Gerlinde Groitl, Leiterin des Instituts für Sicherheit und Strategie (ISS) in München, zu Besonnenheit. "Grundsätzlich gilt es, erst nochmal besonnen zu reagieren", sagte sie im Interview beim TV-Sender phoenix.

Es sei nicht das erste Mal, dass der rumänische Luftraum - und damit auch der Luftraum der Nato - verletzt wurde. "Das macht Russland sehr regelmäßig und die Nato ist da sehr wachsam", so die Expertin. Neu sei aber, dass es nun erstmals auch Verletzte gegeben hat.

Wir sehen schon, dass dieser Krieg Eskalationsgefahren an der Grenze birgt, insbesondere zwischen dem Nato-Raum und der Ukraine [...].

Gerlinde Gerlinde Groitl, Institut für Sicherheit und Strategie (ISS) in München

Es sei Teil der russischen Kriegsstrategie, mit Drohgebärden im Anschluss an solche Vorfälle Angst zu schüren. "Und das funktioniert sehr gut, leider", sagt Groitl.

Ermittler untersuchen die Stelle, an der eine russische Drohne in ein rumänisches Wohnhaus eingeschlagen ist.

In der Nacht zum Freitag war eine Drohne in ein Wohnhaus in der rumänischen Stadt Galati eingeschlagen. Die Stadt liegt in der Nähe der ukrainischen Grenze.

29.05.2026 | 1:29 min

USA stehen laut Groitl zur Bündnis-Solidarität

Hauptadressat der Drohungen sei die Nato. Das Verteidigungsbündnis reagiere "sehr bestimmt, dass man jeden Zentimeter des Nato-Territoriums verteidigt". Auch die USA würden dieses Signal unterstützen - trotz aller transatlantischen Konflikte um die Bündnis-Solidarität in den vergangenen Wochen.

Es sei jedoch wichtig, so Groitl, diese Solidarität auch mit Fähigkeiten zu untermauern. In der Drohnenabwehr müssten die Nato-Staaten besser werden. Bisher schieße man oftmals "sprichwörtlich mit viel zu großen Kanonen auf Spatzen". Gemeint sind teure und große Abwehrsysteme für kleine und verhältnismäßig billige Kampfdrohnen.

ZDF-Korrespondent Andreas Stamm

Beim Einschlag der russischen Drohne in ein rumänisches Wohnhaus wurden zwei Menschen verletzt. ZDF-Korrespondent Andreas Stamm zu den internationalen Reaktionen.

29.05.2026 | 1:14 min

Groitl: Nicht jede Drohne lässt sich abfangen

Es gehe aber auch um die Frage, ob sich wirklich jede einzelne Drohne überwachen und abfangen ließe. "Und da müssen wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass das nicht möglich ist", meint Groitl. "Also hier muss man noch was tun, um sich zu ertüchtigen und die Fähigkeiten anzuschaffen."

Aber die Nato ist natürlich in der Lage, ihr Bündnisgebiet zu schützen und das tut sie auch.

Gerlinde Gerlinde Groitl, Institut für Sicherheit und Strategie (ISS) in München

Das Interview bei "phoenix der tag" führte Tobias Ufer.

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Quelle: phoenix
Über dieses Thema berichtete phoenix von ARD und ZDF bei "phoenix der tag" am 29.05.26 ab 23:00 Uhr.
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