Aibnb und Co.: Florenz verschärft Regeln gegen den Touristenboom

Overtourism in Italien:Wie Airbnb & Co in Florenz begrenzt werden

von Giulia Wagner, Rom

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Nachdem im historischen Zentrum die Erlaubnis für Kurzzeitmieten bereits eingeschränkt wurde, weitet sich die Verordnung in Florenz auf äußere Bereiche aus. In Italien ist das neu.

Stadtansicht von Florenz (Italien), aufgenommen am

Im historischen Zentrum von Florenz gilt eine Beschränkung für touristische Kurzzeitmieten. Die soll jetzt auf neun weitere Bereiche ausgeweitet werden - zum Schutz von Wohnraum für die Bürger.

17.07.2026 | 2:04 min

Der Florentiner Gianni Sinni schaut besorgt aus seinem Fenster. Unten auf der Straße sieht er seit Jahren nur noch Touristenschlangen. Zugleich beobachtet er die zunehmende Entvölkerung des Zentrums.

"In diesem Haus gibt es fünf Wohnungen - nur noch zwei sind von normalen Bürgern bewohnt. Nebenan im Haus gibt es gar keine Anwohner mehr. Und das hat natürlich Konsequenzen - beispielsweise gibt es hier überhaupt keine Geschäfte mehr für den täglichen Bedarf."

Weniger Kurzzeitmieten - zugunsten der Bewohner

Nun kann man in neun Vierteln außerhalb des Zentrums - wie im Zentrum selbst - keine neuen Wohnungen mehr zur Kurzzeitmiete anbieten. Anfang Juni stimmte der Stadtrat diesem erweiterten Beschluss zu. Bürgermeisterin Sara Funaro: "Wir wollen damit das Engagement zum Schutz von Wohnraum fortsetzen und ein nachhaltiges Gleichgewicht zwischen Tourismus und dem täglichen Leben der Bürger (...) gewährleisten".

Bereits aktive Ferienwohnungen dürfen weiterarbeiten, benötigen jedoch eine amtliche Genehmigung, die auf fünf Jahre befristet ist.

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Erste Stadt Italiens mit strengem Gesetz gegen Kurzzeitvermietung

In Italien ist Florenz die erste Stadt, die ein Gesetz gegen Massentourismus in dieser Dimension verabschiedet hat - und auch anwendet. Neben dem Verbot neuer Wohnungen für Kurzzeitvermietungen sind nun auch die Schlüsselkästen verboten, die per Vorhängeschloß mit Zahlenkombination an Wänden oder Geländern außerhalb angebracht sind und Schlüssel zur Ferienwohnung beinhalten - sicheres Zeichen für Massentourismus.

Florenz engagiert sich am stärksten für die Regulierung und Begrenzung von Kurzzeitmieten, wie beispielsweise solche auf Airbnb. Ein Grund ist die Überflutung mit Touristen in der historischen Altstadt. Diese ist UNESCO-Weltkulturerbe.

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Vorbild für andere italienische Städte?

Historische Städte und Orte in ganz Italien kämpfen seit Jahren mit "Overtourism". Neben überfüllten Straßen und Parkplätzen treibt die große Zahl an Touristen auch die Lebenshaltungskosten in die Höhe. Mieten sind für Einheimische kaum noch bezahlbar, Alltagsgeschäfte verschwunden.

Das bestätigt auch Anwohner Filippo. "Wenn ich abends zur Arbeit ins Restaurant gehe, höre ich nur noch Englisch, weil da einfach keine Italiener mehr sind." Aber er sagt auch: "Wenn es keine Touristen gäbe, gäbe es keine Arbeit. Und deshalb haben wir immer davon profitiert". Nur so massentouristisch sollte es eben nicht zugehen, meint er.

Durch die neue Verordnung sollen vor allem die Bedürfnisse der Einheimischen stärker geschützt werden. Florenz könnte damit zum Vorbild für weitere Orte werden.

Kurzzeitmieten bereits vor einem Jahr begrenzt

Schon im Mai letzten Jahres hatte Florenz Kurzzeitvermietungen im Stadtzentrum eingeschränkt. Es wurden etwa die Mindestgröße einer Ferienwohnung und deren Räume sowie höhere Sicherheits- und Qualitätsstandards festgelegt.

Für alle gilt: Wer vor 2025 bereits eine Ferienwohnung vermietet hat, dem bleibt eine dreijährige Übergangsfrist, um eine Genehmigung zu beantragen und sich an die Auflagen anzupassen. Eigentümern, die gegen die Regeln verstoßen, drohen Geldstrafen bis zu 10.000 Euro.

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Der Hintergrund des neuen Beschlusses

Die Universität La Sapienza und das Statistikamt Florenz hatten zuvor das Verhältnis von Vermietungen an Bewohner und Touristen untersucht. Das Ergebnis: In der Altstadt im Zentrum waren zwischen 20 und 44 Prozent der Immobilien Kurzzeitmieten.

Das schnelle Wachstum soll nun gestoppt werden. Bürgermeisterin Sara Funaro betont aber, dies sei kein Kampf gegen den Tourismus. Vielmehr gehe es darum, Instrumente einzusetzen, "um Regeln dort zu schaffen, wo bisher keine existieren".

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Über dieses Thema berichtete die Sendung heute in europa am 17.07.2026 ab 16:00 Uhr.

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