Vor allem junge Menschen:Italien: Mehr als 100.000 Menschen protestieren gegen Meloni
Wieder protestieren in Italien meist junge Menschen. Die Demonstrationen richten sich gegen die rechte Regierung von Giorgia Meloni und steigende Lebenshaltungskosten.
Die Gewerkschaftsvereinigung hat alle Berufsgruppen zum nationalen Generalstreik in Rom aufgerufen. Stetig steigende Preise bei stagnierenden Löhnen belasten die Bevölkerung stark.
30.10.2026 | 2:12 minIn Italien sind mehr als 100.000 Menschen aus Protest gegen die rechte Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auf die Straße gegangen. In Rom, Mailand, Neapel und Turin gab es die größten Kundgebungen. Wie in den vergangenen Wochen waren wieder viele Schüler und Studenten unter den Demonstranten.
Bei dem landesweiten Protesttag gab es in mehr als 50 Städten Kundgebungen. Aus Sorge vor Ausschreitungen waren die Sicherheitskräfte im Großeinsatz. In Deutschland sind Großdemonstrationen junger Menschen für Samstag angekündigt.
In Italien sorgen Proteste von LKW-Fahrern und Bauern für leere Supermarktregale. Was dahintersteckt, erklärt ZDF-Wirtschaftsexpertin Valerie Haller.
21.10.2026 | 1:37 minWahlen in Italien
In Italien wird nächstes Jahr neu gewählt. In den Umfragen liegen Meloni, die seit Herbst 2022 mit einer Dreierkoalition an der Regierung ist, und ihre rechte Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) vorn.
Die Proteste richteten sich vor allem gegen die hohen Lebenshaltungskosten. Nach vorläufigen Berechnungen liegt die Inflationsrate in Italien im Oktober bei 5,4 Prozent - so hoch war sie seit drei Jahren nicht mehr. Die Demonstranten kritisierten höhere Mieten und Treibstoffpreise, aber auch steigende Verteidigungsausgaben. In Rom riefen Protestierende:
Wir brauchen mehr Häuser und nicht mehr Bomben.
Demonstranten in Italien
Die Demonstranten fordern Gegenmaßnahmen der Regierung, insbesondere auch mehr Geld für Schulen und Universitäten.
Gewerkschaft rief zu Protest auf
Zu dem landesweiten Aktionstag hatte die italienische Gewerkschaft USB aufgerufen. Sie sprach am Mittag von landesweit mindestens einer Million Demonstranten. Zahlen der Polizei lagen noch nicht vor. Parallel dazu wurde in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens wie dem öffentlichen Nahverkehr und dem Gesundheitswesen auch die Arbeit niedergelegt.
In vielen Ländern Europas gehen gerade junge Menschen auf die Straße. Meistens bleibt es dabei friedlich, mancherorts kommt es aber auch zu Gewalt und Plünderungen.
22.10.2026 | 39:50 minEinzelne Rangeleien mit der Polizei
Die meisten Kundgebungen verliefen bis zur Mittagsstunde friedlich. In vielen Städten gab es verstärkte Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen, um Ausschreitungen zu verhindern. In Rom wurde das Kolosseum besonders geschützt, in Mailand der Dom in der Innenstadt.
In Turin kam es zu Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizei. Auch in anderen Städten gab es vereinzelt Auseinandersetzungen - jedoch kein Vergleich zu Demonstrationen vor zwei Wochen, als allein in Mailand mehr als 200 Sicherheitskräfte verletzt wurden. Neben der italienischen Trikolore waren vielerorts auch Palästina-Flaggen zu sehen.
"Dolce Vita - Italien vor der Wahl", zwischen politischem Wandel und der Frage nach der Zukunft. Eine Reise durchs Land, zwischen Mythos und Realität, Aufbruch und Rückbesinnung.
22.10.2026 | 29:11 minWohl kein Generalstreik
Im Nah- und Fernverkehr hielten sich die Behinderungen am Vormittag trotz der Ankündigungen der Gewerkschaft sehr in Grenzen. Verkehrsminister Matteo Salvini hatte Streiks in Transportbereichen wegen des bevorstehenden Feiertags Allerheiligen am 1. November per Anordnung verboten. Das ist in Italien gesetzlich möglich.
Von einem "sciopero generale" - einem Generalstreik also, wie dies die Gewerkschaft angekündigt hatte - konnte jedoch keine Rede sein.
Meloni regiert inzwischen seit mehr als vier Jahren am Stück - so lange wie niemand anders seit Ende des Zweiten Weltkriegs in Rom.
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