Italien: 100.000 Menschen protestieren gegen Meloni

Vor allem junge Menschen:Italien: Mehr als 100.000 Menschen protestieren gegen Meloni

|

Wieder protestieren in Italien meist junge Menschen. Die Demonstrationen richten sich gegen die rechte Regierung von Giorgia Meloni und steigende Lebenshaltungskosten.

12.12.2025, Italien, Rom: Teilnehmer einer Demonstration unter anderem gegen das Haushaltsgesetz der Regierung sind in Rom auf einer Straße unterwegs.

Die Gewerkschaftsvereinigung hat alle Berufsgruppen zum nationalen Generalstreik in Rom aufgerufen. Stetig steigende Preise bei stagnierenden Löhnen belasten die Bevölkerung stark.

30.10.2026 | 2:12 min

In Italien sind mehr als 100.000 Menschen aus Protest gegen die rechte Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auf die Straße gegangen. In Rom, Mailand, Neapel und Turin gab es die größten Kundgebungen. Wie in den vergangenen Wochen waren wieder viele Schüler und Studenten unter den Demonstranten.

Bei dem landesweiten Protesttag gab es in mehr als 50 Städten Kundgebungen. Aus Sorge vor Ausschreitungen waren die Sicherheitskräfte im Großeinsatz. In Deutschland sind Großdemonstrationen junger Menschen für Samstag angekündigt.

SGS Börse Italien

In Italien sorgen Proteste von LKW-Fahrern und Bauern für leere Supermarktregale. Was dahintersteckt, erklärt ZDF-Wirtschaftsexpertin Valerie Haller.

21.10.2026 | 1:37 min

Wahlen in Italien

In Italien wird nächstes Jahr neu gewählt. In den Umfragen liegen Meloni, die seit Herbst 2022 mit einer Dreierkoalition an der Regierung ist, und ihre rechte Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) vorn.

Die Proteste richteten sich vor allem gegen die hohen Lebenshaltungskosten. Nach vorläufigen Berechnungen liegt die Inflationsrate in Italien im Oktober bei 5,4 Prozent - so hoch war sie seit drei Jahren nicht mehr. Die Demonstranten kritisierten höhere Mieten und Treibstoffpreise, aber auch steigende Verteidigungsausgaben. In Rom riefen Protestierende:

Wir brauchen mehr Häuser und nicht mehr Bomben.

Demonstranten in Italien

Die Demonstranten fordern Gegenmaßnahmen der Regierung, insbesondere auch mehr Geld für Schulen und Universitäten.

Gewerkschaft rief zu Protest auf

Zu dem landesweiten Aktionstag hatte die italienische Gewerkschaft USB aufgerufen. Sie sprach am Mittag von landesweit mindestens einer Million Demonstranten. Zahlen der Polizei lagen noch nicht vor. Parallel dazu wurde in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens wie dem öffentlichen Nahverkehr und dem Gesundheitswesen auch die Arbeit niedergelegt.

Helene Reiner (v.)Dunja Hayali (l.) Marietta Slomka (r.) und Christian Sievers (h.) in "heute journal - der Podcast"

In vielen Ländern Europas gehen gerade junge Menschen auf die Straße. Meistens bleibt es dabei friedlich, mancherorts kommt es aber auch zu Gewalt und Plünderungen.

22.10.2026 | 39:50 min

Einzelne Rangeleien mit der Polizei

Die meisten Kundgebungen verliefen bis zur Mittagsstunde friedlich. In vielen Städten gab es verstärkte Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen, um Ausschreitungen zu verhindern. In Rom wurde das Kolosseum besonders geschützt, in Mailand der Dom in der Innenstadt.

In Turin kam es zu Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizei. Auch in anderen Städten gab es vereinzelt Auseinandersetzungen - jedoch kein Vergleich zu Demonstrationen vor zwei Wochen, als allein in Mailand mehr als 200 Sicherheitskräfte verletzt wurden. Neben der italienischen Trikolore waren vielerorts auch Palästina-Flaggen zu sehen.

Ein Pärchen sitzt an Tisch am Strand in Italien, im Hintergrund Sonnenliegen, Meer und Touristen

"Dolce Vita - Italien vor der Wahl", zwischen politischem Wandel und der Frage nach der Zukunft. Eine Reise durchs Land, zwischen Mythos und Realität, Aufbruch und Rückbesinnung.

22.10.2026 | 29:11 min

Wohl kein Generalstreik

Im Nah- und Fernverkehr hielten sich die Behinderungen am Vormittag trotz der Ankündigungen der Gewerkschaft sehr in Grenzen. Verkehrsminister Matteo Salvini hatte Streiks in Transportbereichen wegen des bevorstehenden Feiertags Allerheiligen am 1. November per Anordnung verboten. Das ist in Italien gesetzlich möglich.

Von einem "sciopero generale" - einem Generalstreik also, wie dies die Gewerkschaft angekündigt hatte - konnte jedoch keine Rede sein.

Meloni regiert inzwischen seit mehr als vier Jahren am Stück - so lange wie niemand anders seit Ende des Zweiten Weltkriegs in Rom.

Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.


Quelle: dpa, AFP
Über die Proteste in Italien berichtete das ZDF unter anderem im heute journal am 21.10.2026 ab 21:45 Uhr.

Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen

Jetzt aktivierenMehr erfahren

Mehr zu den europaweiten Schüler-Protesten

  1. Eine junge Frau spricht in ein Megafon, während hinter ihr ein Plakat mit der Aufschrift "Nein zur Wehrpflicht!" in die Höhe gehalten wird. (Archivbild)

  2. Stiller Protest gegen Wehrpflicht

    Nachrichten | ZDF-Morgenmagazin:Gen-Z-Proteste am Wochenende

    Video2:30

  3. Luisa Neubauer am 21.10.2022 in Frankfurt

  4. Helene Reiner (v.)Dunja Hayali (l.) Marietta Slomka (r.) und Christian Sievers (h.) in "heute journal - der Podcast"

    heute journal - der Podcast:Wut auf Europas Straßen: Jugend protestiert

    Video39:50