Krieg in Nahost: Donald Trump erwägt Bodenoffensive in Iran

Krieg in Iran:Kontrolle über Uran und Öl: Trump erwägt Bodenoffensive

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US-Präsident Donald Trump prüft offenbar den Einsatz von Bodentruppen in Iran. Sie könnten eingesetzt werden, um Uran zu bergen oder einen Knotenpunkt des Ölexports einzunehmen.

Präsident Donald Trump bei Dunkelheit von der Seite.

US-Präsident Donald Trump hat damit gedroht, Irans zivile Energieanlagen anzugreifen, falls es keine zeitnahe Einigung gebe. Unterdessen hat Iran wieder den Norden Israels angegriffen.

30.03.2026 | 0:25 min

In der fünften Woche des Kriegs zwischen Iran, Israel und den USA droht in Iran eine Bodenoffensive der USA - mit dem Ziel, das hochangereicherte iranische Uran zu bergen oder die Kontrolle über Irans Öl zu übernehmen.

US-Präsident Donald Trump droht Iran mit massiven Angriffen, falls es keine rasche Einigung zur Beendigung der Kämpfe und zur Öffnung der Straße von Hormus gibt.

Die Karte zeigt die Straße von Hormus, eine Meerenge zwischen Oman, den VAE und Iran. Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und verflüssigten Gases (LNG) muss durch die Straße von Hormus.

Iran: Trump droht - und spricht gleichzeitig von guten Verhandlungen

Zugleich schrieb Trump am Montag auf seiner Plattform Truth Social, die USA führten "ernsthafte Gespräche mit einer neuen und vernünftigeren Regierung", um die Militäroperation zu beenden. Es seien "große Fortschritte erzielt" worden.

Sollte es jedoch keine Einigung geben und die Straße von Hormus nicht wieder geöffnet werden, "werden wir unseren netten 'Aufenthalt' in Iran abschließen, indem wir alle ihre Stromkraftwerke, Ölquellen und die Insel Charg [...] sprengen und vollständig auslöschen", schrieb der US-Präsident.

Elmar Theveßen | ZDF-Korrespondent in Washington

"Trump hat alle Elemente vor Ort, die er braucht, um solche Bodentruppen zu befehlen", so ZDF-Washington-Korrespondent Elmar Theveßen zu einer möglichen Bodenoffensive auf Iran.

30.03.2026 | 3:13 min

ZDF-Korrespondent: Trump hat alles vor Ort, was er für Bodenoffensive braucht

Dazu wäre Trump durchaus in der Lage, sagt Elmar Theveßen, ZDF-Korrespondent in Washington. "Trump hat eigentlich alle Elemente vor Ort, die er braucht, um solche Bodenoperationen zu befehlen", so Theveßen im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Marineinfanteristen, Fallschirmjäger sowie offenbar auch für Spezialoperationen ausgebildete Einsatzkräfte der "Army Rangers" und der "Navy Seals".

Diese Truppen könnte er nicht nur in den Atomanlagen oder auf der Insel Charg einsetzen, schätzt Theveßen, sondern auch um iranische Stellungen an der Küste zu bekämpfen, von denen aus Iran die Straße von Hormus kontrolliert.

Nahost

Neue Spekulationen um einen möglichen Einsatz amerikanischer Bodentruppen im Iran-Krieg wurden von Trump bisher nicht bestätigt. Pakistan agiert als Vermittler und will ein Treffen ausrichten.

30.03.2026 | 2:02 min

Trump erwägt, Uran durch Militär bergen zu lassen

Trump hatte Iran vergangene Woche eine neue Frist gesetzt, um ein Abkommen zur Beendigung des Krieges zu akzeptieren - andernfalls drohen US-Angriffe auf den iranischen Energiesektor. Die Frist läuft am 7. April um 2 Uhr nachts deutscher Zeit ab.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" prüft der US-Präsident unterdessen, wie gefährlich ein Militäreinsatz in Iran zur Bergung von rund 400 Kilogramm hochangereichertem Uran wäre. Eine Entscheidung habe der Präsident noch nicht getroffen.

Trump stehe der Idee aber grundsätzlich offen gegenüber, da ein solcher Militäreinsatz dazu beitragen könnte, sein zentrales Ziel zu erreichen - nämlich Iran daran zu hindern, jemals eine Atomwaffe herzustellen.

Jung und Alt brachten am Samstag, dem 28. März 2026, in Los Angeles bei der großen „No Kings“-Demonstration, die von einer Straßenfest-Atmosphäre geprägt war, in der Nähe des Rathauses ihre Meinung zum Ausdruck. In verschiedenen Städten der Vereinigten Staaten fanden Tausende friedlicher Demonstrationen statt, um gegen die Politik der derzeitigen Trump-Regierung zu protestieren.

In den USA haben Millionen Menschen gegen die Politik von Präsident Trump protestiert. Sie kritisieren etwa den Krieg gegen Iran und Razzien der Einwanderungsbehörde.

29.03.2026 | 2:28 min

Angriff auf Öl-Exportknotenpunkt für USA riskant

Ziel einer US-Bodenoffensive könnte auch eine Einnahme der iranischen Ölförderung sein, denn Trump würde nach eigenen Angaben gerne die Kontrolle über Irans Öl übernehmen.

In einem Interview mit der britischen Zeitung "Financial Times" sagte er:

Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl in Iran nehmen.

Donald Trump, US-Präsident

Für einen solchen Schritt müsste das US-Militär wohl die iranische Insel Charg im Persischen Golf einnehmen, über die etwa 90 Prozent der Erdölausfuhren des Landes abgewickelt werden.

Ein Angriff auf den Exportknotenpunkt Charg wäre jedoch riskant. Experten warnen, dass US-Soldaten nach einer möglichen Einnahme und Besetzung der Insel leichte Ziele für iranische Angriffe wären.

Alle aktuellen Entwicklungen im Blog:

Die Halle im Azadi-Sportkomplex in der iranischen Hauptstadt liegt in Trümmern, nachdem eine Reihe von Angriffen der USA und Israels die Anlage zerstört hat

Israel und die USA greifen Iran an, das Teheraner Regime schlägt mit Raketenangriffen auf Israel und US-Basen zurück. Alle Entwicklungen zur Eskalation im Nahen Osten im Liveblog.

30.03.2026

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 30.03.2026 ab 15 Uhr.

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