Mögliche Gespräche in Pakistan:Iran: Teilnahme an Verhandlungen weiterhin offen
Kurz vor Ablauf der Waffenruhe zwischen den USA und Iran ist unklar, ob es zu neuen Gesprächen kommt: Teheran lässt die Teilnahme offen, die US-Delegation ist noch nicht unterwegs.
Die Waffenruhe zwischen Iran und den USA endet in der Nacht auf Mittwoch. Wegen Unstimmigkeiten über die Straße von Hormus ist unklar, ob die Verhandlungen in Pakistan fortgesetzt werden.
21.04.2026 | 0:23 minKurz vor Auslaufen der Feuerpause zwischen Iran und den USA hat Teheran noch nicht entschieden, an direkten Gesprächen mit den USA in Pakistan teilzunehmen. "Die jetzige Situation ist nicht auf eine Unentschlossenheit oder Verzögerungstaktik des Irans zurückzuführen, sondern auf widersprüchliche Botschaften, unklare Verhaltensmuster und inakzeptable Handlungen der USA", sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai in einem Interview des Staatssenders Irib.
Auch die Abreise der US-Delegation um Vizepräsident JD Vance verzögert sich US-Medienberichten zufolge. Er hätte eigentlich am Morgen (Ortszeit Washington) zu einer möglichen weiteren Verhandlungsrunde mit Iran aufbrechen sollen, berichteten die "New York Times" und der Sender CNN am Mittag. Stattdessen befinde sich Vance aber noch in Washington, um an weiteren politischen Besprechungen im Weißen Haus teilzunehmen, hieß es unter Berufung auf einen Regierungsbeamten.
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Iran schürt Zweifel an Verhandlungsbereitschaft
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf weckte in einem Beitrag auf der Plattform X zuletzt Zweifel an der Anreise einer Delegation seines Landes. Unter dem Eindruck von Drohungen werde Teheran keine Verhandlungen akzeptieren.
Ghalibaf warf den USA vor, von Iran praktisch eine Kapitulation zu verlangen, allerdings sei man in Teheran darauf vorbereitet, neue Mittel zu nutzen.
In den vergangenen zwei Wochen haben wir uns darauf vorbereitet, neue Trümpfe auf dem Schlachtfeld auszuspielen.
Mohammed Bagher Ghalibaf, Irans Parlamentspräsident
Vor dem Auslaufen der Waffenruhe ist eine Fortsetzung der Verhandlungen weiter ungewiss. „Die US-Regierung geht offenbar von Verhandlungen aus“, so ZDF-Korrespondent David Sauer.
21.04.2026 | 2:57 minTrump will Waffenruhe nicht verlängern
US-Präsident Donald Trump will die in Kürze auslaufende Waffenruhe im Krieg gegen Iran nicht verlängern. Die USA seien zu einem erneuten militärischen Vorgehen bereit, sollten weitere Verhandlungen nicht erfolgreich sein, sagte Trump am Dienstag. Die US-Regierung hatte sich zuversichtlich geäußert, dass in Pakistan Gespräche mit dem Iran in letzter Minute noch stattfinden würden. Der pakistanische Außenminister rief beide Länder dazu auf, ihre Waffenruhe zu verlängern. Dies teilt das Außenministerium in Islamabad mit.
"Ich will das nicht tun. Wir haben nicht so viel Zeit", sagte Trump an diesem Dienstag in einem Interview mit dem Sender CNBC auf die Frage nach einer möglichen Verlängerung der Feuerpause.
Ein iranischer Frachter, der die US-Blockade an der Straße von Hormus durchbrechen wollte, wurde vom US-Militär beschossen. Der Iran sieht das als Verstoß gegen die Waffenruhe.
20.04.2026 | 1:49 minDie USA befänden sich in einer starken Verhandlungsposition und würden am Ende ein sehr gutes Abkommen erzielen, erklärte er weiter. Sollte es jedoch nicht bald zu einer Einigung mit der Regierung in Teheran kommen, würden die USA ihre Angriffe wieder aufnehmen.
Iran habe keine andere Wahl, als Vertreter für weitere Gespräche mit einer US-Delegation zu schicken, so Trump weiter in dem Interview. Er denke, dass man einen "großartigen Deal" erzielen werde. Er bekräftigte dabei auch, dass die USA ihre Seeblockade iranischer Häfen erst aufheben werden, wenn es ein "finales Abkommen" gebe.
Aktuellen Angaben zufolge läuft die seit zwei Wochen bestehende Waffenruhe am Mittwoch um 20 Uhr US-Ostküstenzeit (Donnerstag, zwei Uhr MESZ) ab.
Vor dem Auslaufen der Waffenruhe ist eine Fortsetzung der Verhandlungen ungewiss. "Es gibt eine große Kluft des Misstrauens zwischen Iran und den USA", so Ali Fathollah-Nejad.
21.04.2026 | 3:23 minExperte: Auch Uneinigkeit innerhalb Irans
"Ich glaube, es wird vieles davon abhängen, was 'last minute' zwischen der iranischen und amerikanischen Seite, auch via Pakistan, kommuniziert wird, was denn Verhandlungsthema sein wird", sagte der Politikwissenschaftler Ali Fathollah-Nejad im ZDF-Mittagsmagazin.
Zudem sei die Bandbreite der Themen sehr groß: Der Konflikt um die Straße von Hormus, das iranische Atomprogramm, aber auch eine Reihe von ökonomischen Forderungen wie die Aufhebung der Sanktionen.
Und es gibt nicht nur eine große Kluft des Misstrauens zwischen Iran und den USA, sondern auch innerhalb des iranischen Regimes zwischen verschiedenen Fraktionen.
Ali Fathollah-Nejad, Politikwissenschaftler
Innerhalb Irans gebe es außerdem keine Einigkeit und zwei Gruppen: eine für und eine gegen Diplomatie. "Man schaut gerne auf die Finger des anderen, was da gemacht wird mit den Amerikanern", sagte der Deutsch-Iraner Fathollah-Nejad im ZDF.
Trump brauche dringend gute Nachrichten, so ZDF-Korrespondentin Claudia Bates. Die iranische Regierung sei den USA gegenüber misstrauisch, so ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa.
20.04.2026 | 2:24 minPakistan ruft zum Dialog auf
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) rief Iran "dringend" dazu auf, "konstruktiv" mit den USA zu verhandeln. Auch Pakistan appellierte an die Iraner, den Dialog fortzusetzen - die Außenminister der beiden Länder telefonierten am Montag den zweiten Tag in Folge.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi erhob dabei neue Vorwürfe gegen die USA, schloss neue Gespräche aber nicht explizit aus. "Die Provokationen, die Drohrhetorik und die anhaltenden Verstöße der USA gegen die Waffenruhe, insbesondere die Angriffe auf iranische Handelsschiffe, sind ein erhebliches Hindernis für eine Fortsetzung des diplomatischen Prozesses", sagte er einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge.
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