Reza Pahlavi ruft zum Umsturz auf:Iran-Proteste: Welche Rolle der Sohn des Schahs spielt
Reza Pahlavi ruft zum Umsturz im Iran auf. Der Sohn des gestürzten Schahs beansprucht eine Führungsrolle im Land. Wie wahrscheinlich ist eine Rückkehr zur Monarchie?
Tote bei den Protesten, Internet-Blackout, weitere Drohungen: Wie gefährlich wird die Lage in Iran und welche Rolle könnten die USA spielen?
11.01.2026 | 23:50 minReza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, ruft in einer neuen Botschaft an die Protestbewegung im Iran zur nächsten Phase des Aufstands auf, "um die Islamische Republik zu stürzen".
Angestellte staatlicher Institutionen sowie Angehörige der Streit- und Sicherheitskräfte haben die Wahl: sich auf die Seite des Volkes zu stellen und Verbündete der Nation zu werden oder sich für die Komplizenschaft mit den Mördern des Volkes zu entscheiden.
Reza Pahlavi, iranischer Oppositioneller und Sohn des gestürzten Schahs
Neben der Besetzung zentraler Straßen in den Städten seien jetzt auch alle Institutionen, die für die Propaganda der Staatsführung und die Unterbrechung der Kommunikation verantwortlich seien, "legitime Ziele", erklärte der in den USA lebende Oppositionelle auf der Plattform X.
Mitteilung von Reza Pahlavi
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Pahlavi will politischen Übergang in Iran anführen
Wegen der Internetsperre ist aber unklar, ob und in welchem Ausmaß Menschen im Iran seine Forderungen überhaupt zu sehen bekommen. Pahlavi rief zudem dazu auf, außerhalb des Irans an allen iranischen Botschaften und Konsulaten die "schändliche Flagge der Islamischen Republik" gegen die alte Flagge auszutauschen, die zuletzt während der Herrschaft seines Vaters Schah Mohammed Reza Pahlavi genutzt worden war.
Dessen prowestliche Monarchie wurde 1979 durch eine islamische Revolution gestürzt. Der Schah verließ das Land mit seiner Familie und starb im Ausland. In einem Interview mit dem US-Sender Fox News erklärte sein Sohn, er sei bereit, "bei der ersten Gelegenheit" in den Iran zurückzukehren, um dort den "Übergang" anzuführen.
Die autoritäre Staatsmacht in Teheran reagiert mit aller Härte. Zugleich mehren sich Hinweise auf diplomatische Initiativen. "Der Iran will verhandeln", sagte US-Präsident Trump.
12.01.2026 | 2:42 minNahost-Experte: Pahlavi keine "Erlöserfigur" für Iran
Wie Clips in den sozialen Netzwerken zeigen, skandieren iranische Demonstranten immer wieder in Anspielung an Pahlavi "Lang lebe der König!". In den vergangenen Jahren habe Pahlavi bei den Menschen vor Ort allerdings keine Rolle gespielt, erklärt Nahost-Experte Daniel Gerlach.
Das war eine reine Exilfigur, letztendlich auch eine Fantasie vieler Exiliraner, die zum Teil wirklich mit sehr aggressiven Mitteln versucht haben, andere Oppositionsfiguren zur Seite zu drängen und diesen Anspruch durchzusetzen.
Daniel Gerlach, Nahost-Experte
Der Aufstand auf Irans Straßen weitet sich aus, brutales Zurückschlagen des Regimes ist die Folge. Was sagen Iraner in Großbritannien dazu, in einer der größten iranischen Exil-Communities?
12.01.2026 | 1:29 minViele Menschen, die in Iran den Namen Pahlavis in ihre Protestrufe einbringen, täten das, "weil sie damit das Regime maximal verärgern".
Das tun sie nicht, weil sie irgendwelche Hoffnungen haben, dass Reza Pahlavi die Erlöserfigur ist, sondern weil sie wissen, dass eine Unterstützung und allein der Name dieser Figur genügt, um das Regime zu verärgern und zu provozieren.
Daniel Gerlach, Nahost-Experte
Weil es im Machtapparat selbst keine Alternativen gebe, wendeten sich manche Menschen nun dieser Figur zu, sagt Gerlach. Zudem bekomme Pahlavi Unterstützung aus dem Ausland.
Was man aber auch nicht vergessen darf, ist, dass offensichtlich Reza Pahlavi sehr, sehr starke Unterstützung bekommt von Agenturen, die in sozialen Medien zum Teil auch KI-generierte Posts verbreiten.
Daniel Gerlach, Nahost-Experte
Seit Wochen gehen im Iran Menschen auf die Straße – aus Wut über die schlechte Wirtschaftslage und politische Unterdrückung. Das Regime reagiert mit Härte, Informationen aus dem Land sind rar.
12.01.2026 | 1:46 minGerlach: In Iran derzeit "alles möglich"
Die von US-Präsident Donald Trump geführte Regierung habe sich allerdings nicht sehr unterstützend über den Schah-Sohn geäußert. Und auch die iranische Oppositionsbewegung der Volksmudschahedin wollte ihre eigene Anführerin in den Vordergrund drängen, ordnet der Experte ein.
Gleichwohl sei "alles möglich derzeit in Iran", sagt Gerlach. "Und wenn man keine Alternativen hat, dann wenden sich die Menschen eben der Figur zu, die sie kennen."
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