Experte warnt vor US-Militärplänen in Iran

Spitzt sich der Konflikt erneut zu?:Experte warnt vor US-Militärplänen in Iran: "Keine Lösung"

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Neue militärische Pläne der USA gegen Iran sorgen für Unruhe. Ein Experte hält militärische Lösungen für wirkungslos. Droht eine gefährliche Eskalation?

Am 26. April 2026 ist im Nordwesten von Teheran ein Banner mit der Aufschrift „Märtyrer Ayatollah Ali Khamenei“ entlang der Promenade zu sehen.

Die Verhandlungen im Iran-Krieg stagnieren. Droht der Krieg wieder aufzuflammen?

27.04.2026 | 2:28 min

US-Präsident Donald Trump lässt sich einem Medienbericht zufolge über neue Pläne für ein mögliches erneutes militärisches Vorgehen gegen Iran unterrichten. Der Kommandeur des US-Zentralkommandos (Centcom), Brad Cooper, werde Trump entsprechende Optionen vorstellen, berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf Insider. An dem Treffen solle zudem der Vorsitzende des Generalstabs der US-Streitkräfte, General Dan Caine, teilnehmen.

Dem Portal zufolge hatte der Präsident bei einem Treffen mit Vertretern der Ölindustrie am Mittwoch gesagt, dass eine Seeblockade "ein wenig wirksamer" sei als "Bombardierungen". Einem ranghohen Vertreter des Weißen Hauses zufolge deutete Trump bei dem Treffen eine "monatelange Blockade iranischer Häfen" an.

Montage: Die Flagge des Iran auf einer Wand, rechts dazu das Zeichen für Radioaktivität. Als Schatten auf der Wand mehrere militärische Raketen.

Eine Frage, die die Welt umtreibt: Haben iranische Fundamentalisten die Hand an der Bombe? Trotz massiver Sanktionen bauten sie über Jahrzehnte hinweg eine eigene Atomindustrie auf.

15.03.2023 | 44:40 min

Iran reagiert mit Drohungen

Iran droht bereits mit Vergeltung: In einer seiner seltenen Äußerungen ließ der oberste Führer Modschtaba Chamenei erklären, Iran werde seine Atom- und Raketenkapazitäten zu schützen wissen. Er drohte den US-Streitkräften am Persischen Golf: "Außenstehende, die aus Tausenden Kilometern Entfernung kommen und dort Unruhe stiften, haben keinen Platz unter uns - außer auf dem Grund seiner Gewässe", hieß es. 

Aktuell gilt in dem Konflikt eine Waffenruhe. Danny Citrinowicz, einer der führenden Iran-Experten, warnte auf der Plattform X vor Instabilität und zu großen Erwartungen an ein militärisches Vorgehen: "Es gibt keine schnelle militärische Lösung für das Iran-Problem", schrieb er.

Posting von Citrinowicz bei X

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Die USA suchten vermutlich nach einem entscheidenden militärischen Schritt, der den Iran zur Kapitulation zwingen solle, schrieb Citrinowicz und urteilte: "Das wird nicht funktionieren."

Was 40 Tage andauernde Angriffe nicht erreicht hatten, wird auch nicht plötzlich durch Angriffe in der Straße von Hormus, durch Attentate auf hochrangige Persönlichkeiten oder gar durch Angriffe auf zivile Infrastruktur gelingen.

Iran-Experte Danny Citrinowicz

Donald Trump, Ruhollah Khomeini mit der US-Flagge im Hintergrund

Der Krieg zwischen den USA und Iran hat eine lange und komplexe Vorgeschichte. Seit der islamischen Revolution ist das Verhältnis beider Länder von Hass, Gewaltandrohung und Misstrauen geprägt.

30.04.2026 | 43:31 min

Risiko unverhältnismäßiger Reaktion

Die Annahme, dass ein kurzer, entschlossener Militäreinsatz eine Änderung bewirken könne, sei ein Missverständnis, schrieb der Experte. "Es ist unwahrscheinlich, dass der Iran unter Druck nachgeben wird."

Wahrscheinlicher sei, dass Teheran mit Maßnahmen reagiere, die nicht nur für seine Gegner, sondern auch für die Weltwirtschaft die Kosten erhöhten. Störungen am Golf, Angriffe durch Stellvertreter und regionale Instabilität seien für den Iran keine Nebeneffekte, sondern zentrale Bestandteile seiner Strategie.

Angesichts des tiefen Misstrauens zwischen den Parteien berge selbst ein gezielter US-Militäreinsatz das Risiko einer unverhältnismäßigen Reaktion. "Eine Eskalation ist in einem solchen Kontext nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich."

Europäische Öl- und Gaskonzerne profitieren von den steigenden Ölpreisen.

Von den erneut angestiegenen Ölpreisen profitieren auch europäische Öl- und Gaskonzerne. Wie genau, das erklärt DF-Börsenexpertin Valerie Haller.

28.04.2026 | 1:06 min

Rohölpreis auf höchstem Stand seit vier Jahren

In dieser unsicheren Lage stieg der Preis für Öl der Nordseesorte Brent am Donnerstag auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. Ein Barrel (159 Liter) mit Lieferung zum Juni kostete 126,41 US-Dollar und damit sieben Prozent mehr als am Vortag. So teuer war Brent zuletzt Anfang 2022. Am Nachmittag fiel der Preis wieder leicht.

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat sich Öl der weltweiten Referenzsorte Brent um etwas mehr als 70 Prozent verteuert. Auch andere Ölpreise wie der für die US-Sorte WTI legten ähnlich zu.

Montage; Rechts: Benjamin Netanyahu hält auf der UN-Versammlung die Illustration einer Bombe hoch, die als Schaubild für veschiedene Eskalationsstufen dienen soll. Links Raketenspitzen.

Israel und Iran: die zentralen Gegenspieler in Nahost. Die erste Folge der Hintergrund-Dokumentation zeigt deren historischen Konflikt, die Atompolitik und geopolitische Rivalität.

21.02.2026 | 51:36 min

Quelle: dpa, Reuters, AFP, ZDF
Über den Konflikt zwischen den USA und Iran berichteten mehrere Sendungen, unter anderem die Dokumentation "Schah, Sharia, Raketen", online verfügbar ab 29.4.2026 um 17:30 Uhr.

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