Viele Fragen weiter offen:Irans Außenminister: Abkommen mit USA in kommenden Tagen
Mehr als drei Monate nach Beginn des Iran-Kriegs rückt ein Abkommen zwischen Washington und Teheran näher. Doch zentrale Fragen bleiben ungeklärt, ein Durchbruch ist weiter offen.
Ein Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran scheint in greifbare Nähe zu rücken. ZDF-Korrespondentin Claudia Bates in Washington ordnet ein.
13.06.2026 | 2:00 minIrans Außenminister Abbas Araghtschi hat sich optimistisch über eine baldige Einigung auf eine Friedensvereinbarung mit den USA gezeigt. Am Freitagabend sagte Araghtschi im iranischen Staatsfernsehen:
Sobald die letzten Phasen unserer Verhandlungen abgeschlossen sind, wird dieses Abkommen unterzeichnet und bekanntgegeben.
Abbas Araghtschi, iranischer Außenminister
Die Unterzeichnung des Abkommens werde "zunächst digital" erfolgen, kündigte Araghtschi an. "Jede Seite wird remote unterschreiben. Danach wird bekanntgegeben, dass diese Vereinbarung von beiden Parteien unterzeichnet worden ist", führte der Außenminister aus. "Das könnte in den kommenden Tagen passieren." Er sei "sehr zuversichtlich".
Es wird konkreter bei den Verhandlungen. Laut Pakistans Premier Sharif soll ein einvernehmlich abgestimmter Text zum Friedensabkommen zwischen Iran und den USA vorliegen.
12.06.2026 | 2:38 minIran fordert neue Regelung für Straße von Hormus
Ein aktueller Entwurf für ein Abkommen zwischen Teheran und Washington sehe die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen vor, erklärte der iranische Chefdiplomat.
Die Seeblockade muss vollständig aufgehoben werden. Das ist der erste Punkt, der in dem Abkommen erwähnt wird.
Abbas Araghtschi, iranischer Außenminister
Zudem behandelt der Entwurf Araghtschi zufolge die strategisch wichtige Straße von Hormus. "Der Iran hat die feste Entscheidung getroffen, dass die Verwaltung der Straße von Hormus nicht mehr so sein wird wie zuvor", sagte er. Diesbezüglich würden weiterhin Gespräche mit Oman geführt.
Hinsichtlich der Frage des iranischen Atomprogramms erklärte Araghtschi, Einzelheiten würden innerhalb einer Frist von 60 Tagen nach Unterzeichnung der Vereinbarung erörtert werden. Mit Blick auf angereichertes Uran in Iran sagte er:
Unsere Position war stets, dass der einzige Weg, mit dem Vorrat an angereichertem Material umzugehen, darin besteht, ihn innerhalb des Iran zu verdünnen.
Abbas Araghtschi, iranischer Außenminister
Im Iran-Krieg ist es erneut zu heftigen Angriffen gekommen. Die zuvor von ihm selbst angekündigten harten Militärschläge gegen Iran hat US-Präsident Trump dagegen wieder abgesagt.
11.06.2026 | 1:48 minTeheran wirft Israel Sabotageversuche vor
Der iranische Außenminister warnte außerdem vor Versuchen Israels, ein mögliches Abkommen zwischen Teheran und Washington zu sabotieren. Die israelische Regierung suche nach Vorwänden, um das Abkommen zu "torpedieren".
In den vergangenen Tagen hatte es trotz einer seit Anfang April geltenden Waffenruhe mehrfach gegenseitige Angriffe gegeben. Das US-Militär griff Ziele in Iran an, Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait. In der Nacht zum Freitag blieb es ruhig.
Knapp zwei Monate hat die Waffenruhe zwischen Iran und Israel gehalten, nun gab es erneute Angriffe. ZDF-Korrespondentin Gaa berichtet über die schwere Situation der Zivilisten in Iran.
08.06.2026 | 8:41 minZDF-Korrespondentin Bates: Beide Seiten äußern sich widersprüchlich
Ob es tatsächlich zu einer Unterzeichnung kommt, bleibt nach Einschätzung von ZDF-Korrespondentin Claudia Bates jedoch offen. Noch hätten sich beide Seiten vollkommen widersprüchlich zu den Inhalten des Abkommens geäußert, sagte sie.
Also fast, als würde man über zwei verschiedene Abkommen reden.
ZDF-Korrespondentin Claudia Bates
Die USA würden beispielsweise davon sprechen, dass es kein iranisches Atomprogramm mehr geben werde und angereichertes Uran bereits zerstört worden sei. Teheran habe das nicht bestätigt, so Bates.
Stehen die Friedensverhandlungen zwischen den USA und Iran kurz vor dem Abschluss? Dazu die ZDF-Korrespondentinnen Claudia Bates aus Washington und Phoebe Gaa aus Teheran.
12.06.2026 | 3:18 minAuch bei der Straße von Hormus gehen die Positionen laut Bates auseinander: Washington sehe eine Öffnung, Iran knüpfe dies an Bedingungen und beanspruche gemeinsam mit Oman eine stärkere Rolle.
Zudem könnten eingefrorene iranische Vermögenswerte im Ausland freigegeben werden - jedoch laut Regierungskreisen in Washington nicht direkt mit der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens. Vielmehr würden solche Schritte genau wie Lockerungen von Sanktionen erst erfolgen, wenn Teheran entsprechende Gegenleistungen erbracht hat. Iran hingegen, erklärt Bates, behaupte, "die Gelder würden fließen".
Je nachdem, wen man hört, ist die jeweils andere Seite komplett eingeknickt. Jeder erklärt sich schon jetzt zum Sieger.
ZDF-Korrespondentin Claudia Bates
Im Konflikt mit Iran verliere US-Präsident Trump nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich die Kontrolle, erklärt Militärökonom Marcus M. Keupp bei ZDFheute live.
10.06.2026 | 8:27 min60-tägige Waffenruhe als Grundlage für Verhandlungen
Bates machte deutlich, dass es sich zunächst nur um ein Vorabkommen handle. Ziel sei eine neue 60-tägige Waffenruhe, die erst die Grundlage für eigentliche Verhandlungen schaffe, bei denen es dann wirklich um Details ginge.
"Selbst wenn jetzt hier am Wochenende Unterschriften unter ein recht skizzenhaftes Dokument gesetzt werden, dann ist es immer noch ein weiter Weg bis zu einem tatsächlichen, langfristigen und belastbaren Abkommen über das iranische Atomprogramm", so die Washington-Korrespondentin.
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