IndyCar-Rennen zur 250-Jahr-Feier:Trumps nächste Show: Rennwagen rasen ums Kapitol
von Anne Sophie Feil, Washington, DC
Donald Trump setzt zum 250. Jubiläum der USA auf eine PS-Show im Herzen Washingtons. Während die Benzinpreise steigen, will sich der Präsident bei einem IndyCar-Rennen inszenieren.
Mit einem Motorsportereignis in Washington D.C. schließt US-Präsident Donald Trump die Feierlichkeiten zum 250. Jubiläum der USA ab. Für das Rennen wurden Straßen gesperrt. Auch der Flughafen wird für mehrere Stunden stillgelegt.
22.08.2026 | 1:29 minDie Benzinpreise in den USA sind in einem Jahr um fast ein Drittel gestiegen, die Staatsverschuldung hat ein neues Rekordniveau erreicht. Doch das bringt Präsident Donald Trump nicht davon ab, ein Motorsport-Event in der US-Hauptstadt Washington zu veranstalten.
Das Rennen soll den Schlusspunkt der Feiern um den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit am 4. Juli setzen.
Rennen zwischen Kapitol und National Mall
Der "Freedom 250 Grand Prix" ist ein einmaliges Rennen der US-Rennserie IndyCar, deren Fahrzeuge äußerlich an Formel-1-Autos erinnern. 25 Fahrer absolvieren am Sonntag 147 Runden auf einem rund 2,7 Kilometer langen Stadtkurs.
Die Strecke führt über die Pennsylvania Avenue, vorbei am Kapitol, den National Archives und mehreren Smithsonian-Museen. Auf den Geraden erreichen die Fahrzeuge Geschwindigkeiten von bis zu knapp 300 Stundenkilometern.
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100.000 Besucher haben kostenlose Eintrittskarten erhalten. Für das Rennen wurden 220 Kanaldeckel verschweißt, zahlreiche Straßen gesperrt und der Flughafen Reagan National zeitweise geschlossen.
Trumps Prestigeprojekt
Dass das Rennen überhaupt stattfindet, geht maßgeblich auf Trump zurück. Per Dekret brachte er das Projekt Anfang des Jahres auf den Weg. Am Sonntag soll der Präsident persönlich eine Ehrenrunde in seiner gepanzerten Limousine "The Beast" fahren und anschließend mit der grünen Flagge das Rennen freigeben.
250 Jahre USA: In Washington wird gefeiert. Und der Präsident feiert sich auch gleich selbst. Doch nicht alle US-Amerikaner sind in Party-Laune.
05.07.2026 | 3:12 minTrump bewirbt die Veranstaltung offensiv als patriotische Machtdemonstration:
Es wird eine großartige Demonstration des amerikanischen Patriotismus, geballter Pferdestärken und technischer Genialität sein.
Donald Trump, US-Präsident
Er verspricht den Zuschauern "Autos auf einem Niveau, das es noch nie zuvor gab".
Für den Präsidenten ist das Rennen zugleich Teil einer Serie öffentlichkeitswirksamer Großveranstaltungen. Die Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der USA hatte Trump zu seinem 80. Geburtstag im Juni mit einem UFC-Kampfabend auf dem Gelände des Weißen Hauses eröffnet, ebenfalls ein umstrittenes Sportereignis.
Zum 80. Geburtstag von US-Präsident Donald Trump hat die Kampfsportliga UFC eine Arena vor dem Weißen Haus aufgebaut. Darin kämpften mehrere UFC-Stars gegeneinander.
15.06.2026 | 1:34 minKritik an Kosten und Sicherheitsaufwand
Offiziell kostet die Veranstaltung rund 35 Millionen Dollar, die überwiegend vom Rennveranstalter Penske getragen werden. Doch Kritiker verweisen auf zusätzliche Aufwendungen für Polizei, Secret Service und andere Sicherheitsbehörden. Washingtons Polizei arbeitet das gesamte Wochenende im Vollbetrieb, tausende Sicherheitskräfte sind im Einsatz.
ZDF-Korrespondent Jan Fritsche ordnet die Bedeutung des Rennens so ein:
Donald Trump drückt der Hauptstadt seinen Stempel auf. Mit Veranstaltungen wie dieser, aber auch mit seinen vielen Bauprojekten wie dem Ballsaal am Weißen Haus.
Jan Fritsche, ZDF-Korrespondent in Washington DC, USA
"Seine Kritiker fordern, er solle sich lieber um die Probleme der Amerikaner kümmern, wie die hohen Lebenshaltungskosten", sagt Fritsche.
Noch nie war die Staatsverschuldung der USA so hoch. Unter anderem Trumps Zollpolitik und der Iran-Krieg haben Konsequenzen. ZDFheute live dazu, was das für die USA und die Welt bedeutet.
21.08.2026 | 34:32 minSorgen um Kunstwerke und historische Gebäude
Besonders umstritten ist der Austragungsort. Entlang der Strecke befinden sich bedeutende Kunstsammlungen und historische Gebäude. Denkmalpfleger und Museumsvertreter warnen vor möglichen Schäden durch Erschütterungen der Rennwagen.
Mary Okin von der Denkmalschutzorganisation The Living New Deal kritisiert:
Das ist eine Tempo-40-Zone. Die Straßen sind nicht für Autorennen gebaut.
Mary Okin, Assistant Director bei The Living New Deal
Gegenüber dem US-Medium "The Recount" verweist sie zudem auf die besondere Bauweise vieler Gebäude rund um die National Mall: "Die Gebäude entlang der National Mall stehen, anders als in anderen Städten, nicht auf massivem Felsgestein. Es gibt unterirdische Hohlräume, die Vibrationen und Lärm auf Straßenniveau möglicherweise verstärken könnten."
Besonders besorgt sei man über mögliche Auswirkungen auf historische Kunstwerke und Wandgemälde, die nicht versetzt werden könnten.
Trotz aller Kritik ist die Begeisterung vieler Fans groß. Die kostenlosen Tickets waren schnell vergriffen, Tausende reisten nach Washington. Für viele Trump-Anhänger steht der Grand Prix für Patriotismus und die große Inszenierung, für die der Präsident bekannt ist. Mit dem Rennen dürfte er seiner Basis zum Abschluss der Jubiläumsfeiern noch einmal imponieren.
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