USA feiern 250. Jubiläum mit großem Fest - aber kaum Besuchern

Jubiläumsfeier in der US-Hauptstadt:Die USA werden 250 - und keiner kommt zur Party

von Anne Sophie Feil, Washington, D.C.

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Der 250. Geburtstag der USA sollte mit einem großen Volksfest gefeiert werden. Doch das Event wird zum Symbol politischer Spannungen. Kritik häuft sich, die Besucher bleiben aus.

APTOPIX America 250

Am 4. Juli wird das 250. Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung der USA auf dem Great American State Fair gefeiert. Trumps Slogan: "America is back" - doch viele Bürger erleben ihr Land als tief gespalten.

03.07.2026 | 2:35 min

Die National Mall in Washington, D.C. gilt als das historische Zentrum der Vereinigten Staaten. Für viele US-Amerikaner verkörpert sie die demokratischen Ideale der Nation. Normalerweise strömen hier Touristen und Einheimische zwischen Kapitol und Lincoln Memorial entlang. Doch in diesem Sommer ist das Gelände weiträumig abgesperrt.

Zwischen den Smithsonian-Museen und den Monumenten ragen weiße Zelte und ein 33 Meter hohes Riesenrad in den Himmel. Hier soll das 250-jährige Bestehen der USA mit der "Great American State Fair" gefeiert werden. Geplant waren Ausstellungen aus allen 56 Bundesstaaten und Territorien, die Geschichte und kulturelle Identität der Vereinigten Staaten präsentieren sollten.

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25.06.2026 | 0:24 min

Nationalfeiertag parteipolitisch instrumentalisiert

Der Anspruch war groß: ein Volksfest für das ganze Land. Doch schon vor der Eröffnung geriet das Projekt in den Sog der politischen Polarisierung. Kritiker sehen in der "Great American State Fair" zunehmend eine Bühne für Donald Trump und seine Unterstützer.

Mehrere Musiker sagten ihre Auftritte kurzfristig ab. Sie erklärten, zuvor nicht über den politischen Charakter der Veranstaltung informiert worden zu sein. Elf Bundesstaaten, überwiegend demokratisch regiert, boykottieren die Messe offiziell.

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Bereits vor zehn Jahren hatte der US-Kongress die überparteiliche Kommission "America 250" mit der Planung der Jubiläumsfeiern beauftragt. Ende 2025 schuf Trump per Dekret mit "Freedom 250" eine Konkurrenzorganisation. Kritiker werfen ihr vor, den Nationalfeiertag politisch zu vereinnahmen, eine religiös-nationalistische Sicht auf die US-Geschichte zu fördern sowie dunkle Kapitel wie die Sklaverei gezielt auszublenden.

Verdacht auf finanziellen Betrug

Zusätzlich gibt es Betrugsvorwürfe beim Umgang mit Spendengeldern. Ein Bericht demokratischer Abgeordneter wirft "Freedom 250" vor, Spender durch falsche Kontodaten in die Irre geführt und für "America 250" bestimmte Gelder umgeleitet zu haben. Außerdem sollen Teile der Bundesmittel von insgesamt 150 Millionen Dollar zu "Freedom 250" transferiert worden sein.

Der demokratische Abgeordnete Jared Huffman sagte der Washington Post: "Ich kenne die Merkmale von Betrug und es gibt hier Beweise für all diese Elemente." Für den Fall einer demokratischen Mehrheit im Kongress nach den nächsten Wahlen kündigte Huffman eine genaue Überprüfung der Freedom-250-Finanzen an.

Freedom-250-Sprecherin Danielle Alvarez wies die Vorwürfe als "parteipolitische Verleumdung" zurück.

Leere Flächen statt Besucherandrang

Auch die Besucherzahlen sorgen für Diskussionen. Eigentlich mangelt es Washington am langen Feiertagswochenende nicht an Besuchern. Rund um die Denkmäler und Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt drängen sich Touristen. Das Festgelände scheint allerdings für die wenigsten zum Sightseeing-Programm zu gehören.

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Trump behauptete auf Truth Social, die Messe sei "packed with happy people". Tatsächlich sind vor allem die klimatisierten und schattigen Bereiche gut besucht. Medienberichte und Social-Media-Posts zeigen im Außenbereich jedoch große freie Rasenflächen und Konzerte vor wenigen Zuhörern.

Extreme Hitze legt Volksfest zeitweise lahm

Neben der politischen Kontroverse stehen die Veranstalter auch vor profanen Problemen. Nach heftigen Regenfällen am ersten Eventwochenende gilt nun für das gesamte Feiertagswochenende eine extreme Hitzewarnung in der US-Hauptstadt. In den Zelten staut sich die Wärme, es fehlt an Klimaanlagen und Schatten.

Am Freitag lag die gefühlte Temperatur zeitweise bei 44 Grad Celsius, mehrere Besucher mussten wegen Hitzeschlägen medizinisch versorgt werden. Aus Sicherheitsgründen schlossen die Veranstalter das Gelände während der Mittagshitze vorübergehend. Erst am frühen Abend wurde das Festival wieder geöffnet.

Fake-Fassaden und wenig Atmosphäre

Auch optisch sorgt das Event für Kritik. In sozialen Medien wird die Anlage als "steril" und "billig" beschrieben. Bedruckte Vinylplanen an den Ständen sollen klassizistische Fassaden imitieren, haben sich durch die Hitze jedoch teilweise verzogen. An einem Replikat des von Trump geplanten "Triumpfbogens" löst sich das Dichtmaterial.

Von einer gemütlichen US-Jahrmarkt-Nostalgie, wie man sie aus Hallmark-Filmen kennt, ist wenig zu spüren. Abgesehen von dem Riesenrad gibt es keine Fahrgeschäfte, wenig Attraktionen im Außenbereich und kaum Sitzgelegenheiten.

Vielleicht kann das traditionelle Feuerwerk zum 4. Juli - in diesem Jahr von den Veranstaltern als größtes Feuerwerk der Geschichte beworben - die Besuchermassen noch anlocken.

Anne Sophie Feil ist Reporterin im ZDF-Studio Washington, D.C.

Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Mittagsmagazin von ARD und ZDF am 03.07.2026 um 13:30 Uhr.

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