Trump will Lazarettschiff nach Grönland schicken

Regierungschef Nielsen sagt "Nein, danke":Trump will US-Lazarettschiff nach Grönland schicken

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US-Präsident Trump kündigt an, ein Lazarettschiff nach Grönland zu schicken - angeblich zur Versorgung Kranker. Regierungschef Nielsen beantwortet das Angebot mit "Nein, danke".

Präsident Trump hält eine Pressekonferenz zur Zollentscheidung des Obersten Gerichtshofs ab

Trump hat angekündigt, ein Lazarettschiff nach Grönland zu schicken. Laut der dänischen Regierung sei man nicht auf US-Hilfe angewiesen.

22.02.2026 | 0:23 min

Die USA wollen nach Angaben von Präsident Donald Trump ein Lazarettschiff nach Grönland schicken und riskieren damit neue Spannungen im Verhältnis zum Nato-Partner Dänemark.

Es solle bei der Versorgung von Kranken helfen, die auf der Arktisinsel angeblich keine Hilfe bekämen, schrieb Trump in einem Post auf seiner Plattform Truth Social. "Es ist auf dem Weg!!!" Er sprach von einem "tollen" Schiff, nannte ansonsten aber keine weiteren Einzelheiten.

sgs thevessen mit wiesel

Trump "will Grönland", sagt US-Korrespondent Elmar Theveßen. Die Nato-Mission "Arctic Sentry" ändere daran nichts. Die USA und Dänemark werden weiter um die Insel verhandeln.

12.02.2026 | 2:25 min

Grönland und Dänemark lehnen ab

Grönland und Dänemark reagierten ablehnend auf das Angebot von Trump. Grönland beantworte das Angebot mit "Nein, danke", erklärte Regierungschef Jens-Frederik Nielsen am Sonntag. Auch die dänische Regierung betonte, die Menschen auf Grönland bräuchten keine medizinische Hilfe aus dem Ausland.

"Der Vorschlag, ein US-Lazarettschiff nach Grönland zu schicken, ist nicht nur unnötig, es ist eine Unverschämtheit und eine Beleidigung", sagte der ehemalige dänische Grönland-Minister Tom Høyem gegenüber ZDFheute. Das Königreich Dänemark und die Grönländer hätten ängstliche Monate erlebt. "Die Sorge um Präsident Trumps Aktionen ist noch groß, aber wir sind physisch und mental ganz gut vorbereitet."

Die laufenden Gespräche werden selbstverständlich von solchen unnötigen und eigentlich absurden Ankündigungen zerstört. Aber wir haben jetzt ein wichtiges Gremium für den Dialog etabliert. Hier können Fehler korrigiert werden - auch unnötige Provokationen in der Öffentlichkeit.

Tom Høyem, ehemaliger dänischer Grönland-Minister

König Frederik

König Frederik X. macht bei seinem Grönland-Besuch deutlich: Grönland ist und bleibt entgegen der Besitzansprüche des US-Präsidenten Donald Trump ein unverzichtbarer Teil Dänemarks.

19.02.2026 | 2:10 min

Frederiksen lobt "kostenlose und gerechte" Gesundheitsversorgung

"Die Bevölkerung von Grönland erhält die Gesundheitsversorgung, die sie braucht", sagte der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen am Sonntag dem Sender DR. Die medizinische Versorgung finde entweder in Grönland selbst oder durch Spezialisten in Dänemark statt, es bestehe keinerlei Bedarf für medizinische Hilfe durch andere Staaten. Über eine zu erwartende Ankunft eines Lazarettschiffs lägen ihm keine Informationen vor. "Trump twittert ständig über Grönland", sagte der Minister. "Das ist offensichtlich ein Ausdruck der neuen Normalität, die in der internationalen Politik Einzug hält."

Sie sei "glücklich, in einem Land zu leben, wo der Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle kostenlos und gleich ist und wo nicht die Versicherung oder der Reichtum darüber entscheidet, ob man eine angemessene Behandlung erhält", schrieb die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen im Onlinedienst Facebook, ohne die USA ausdrücklich zu erwähnen. 

Grönland verfügt über fünf Krankenhäuser. Die Gesundheitsversorgung in dem zu Dänemark gehörenden autonomen Gebiet ist wie in ganz Dänemark kostenlos - im Gegensatz zu den USA. Anfang Februar hatten die Regierungen in Nuuk und Kopenhagen zudem eine Vereinbarung über eine verbesserte Versorgung grönländischer Patienten in dänischen Kliniken unterzeichnet.

sgs pistorius nato

Es gehe hier "nicht um eine Antwort auf Donald Trump", sagt Verteidigungsminister Pistorius zur Nato-Mission "Arctic Sentry". Es gehe "darum, in der Arktis Präsenz zu zeigen.“

11.02.2026 | 5:05 min

Keine Berichte über großen medizinischen Bedarf in Grönland

Auf dem riesigen Gebiet Grönlands leben nur knapp 57.000 Menschen. Zuletzt gab es keine Berichte über einen großen medizinischen Bedarf dort, der die Entsendung eines Lazarettschiffs als nötig erscheinen ließe.

Dänemark unterstützte USA zuvor bei medizinischem Notfall

Zuvor hatten die dänischen Streitkräfte mitgeteilt, die USA bei einem medizinischen Notfall auf einem U-Boot vor Grönland unterstützt zu haben. Man habe ein Besatzungsmitglied, das dringend medizinische Hilfe benötigte, aus einem US-U-Boot in grönländischen Gewässern evakuiert. Das teilte das Joint Arctic Command, das Teil der dänischen Streitkräfte ist, am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters zufolge mit.

Die Hilfe sei sieben Seemeilen vor der grönländischen Hauptstadt Nuuk erfolgt. Ein Hubschrauber des dänischen Verteidigungsministeriums habe die Person abgeholt. Sie sei dann an die grönländischen Gesundheitsbehörden und die Klinik in Nuuk übergeben worden. Ein Zusammenhang mit Trumps Ankündigung war jedoch zunächst unklar.

Eine grönländische Flagge weht im Wind am 22.01.2026 in Nuuk.

Nach Jahrhunderten als dänische Kolonie und dann Autonomieregion ringen die Grönländer um Unabhängigkeit, doch US-Präsident Trumps Ansprüche auf die Insel gefährden diese.

27.01.2026 | 2:03 min

Spannungen zwischen Grönland und USA wegen Trumps Gebietsansprüchen

Trumps wiederholte Gebietsansprüche auf Grönland und seine Weigerung, auch militärische Optionen auszuschließen, hatten in den vergangenen Wochen zu Verwerfungen zwischen Europa und den USA geführt. Grönland hatte Trumps Gebietsansprüche immer vehement zurückgewiesen.

Marietta Slomka (l.) und Helene Reiner (r.) in "heute journal - der Podcast"

Donald Trump hat Grönland im Visier. Nach dem US-Angriff auf Venezuela wächst die Sorge: Was kommt als Nächstes? Verleiben sich die USA nun Grönland ein?

08.01.2026 | 31:47 min

Quelle: dpa, Reuters, AFP
Über Trumps Ambitionen in Grönland berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, darunter am 19.02.2026 ab 16 Uhr bei heute in Europa und im heute journal update am 12.02.2026 ab 00:30 Uhr.

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