Um "Kranke" zu "versorgen":Trump will US-Lazarettschiff nach Grönland schicken
US-Präsident Trump kündigt an, ein Lazarettschiff nach Grönland zu schicken - angeblich zur Versorgung Kranker. Ob das überhaupt mit Dänemark abgesprochen ist, war zunächst unklar.
Sagt US-Korrespondent Elmar Theveßen in Washington. Die NATO-Mission "Arctic Sentry" ändere daran nichts. Die USA und Dänemark werden weiter um die Insel verhandeln.
12.02.2026 | 2:25 minDie USA wollen nach Angaben von Präsident Donald Trump ein Lazarettschiff nach Grönland schicken und riskieren damit neue Spannungen im Verhältnis zum Nato-Partner Dänemark.
Es solle bei der Versorgung von Kranken helfen, die auf der Arktisinsel angeblich keine Hilfe bekämen, schrieb Trump in einem Post auf seiner Plattform Truth Social. "Es ist auf dem Weg!!!" Er sprach von einem "tollen" Schiff, nannte ansonsten aber keine weiteren Einzelheiten.
In Zusammenarbeit mit dem fantastischen Gouverneur von Louisiana, Jeff Landry, werden wir ein großartiges Krankenhausschiff nach Grönland schicken, um die vielen Menschen zu versorgen, die krank sind und dort keine medizinische Versorgung erhalten. Es ist schon unterwegs!!!
Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social
König Frederik X. macht bei seinem Grönland-Besuch deutlich: Grönland ist und bleibt entgegen der Besitzansprüche des US-Präsidenten Donald Trump ein unverzichtbarer Teil Dänemarks.
19.02.2026 | 2:10 minDänemark unterstützte USA zuvor bei medizinischem Notfall - Zusammenhang unklar
Zuvor hatten die dänischen Streitkräfte mitgeteilt, die USA bei einem medizinischen Notfall auf einem U-Boot vor Grönland unterstützt zu haben. Man habe ein Besatzungsmitglied, das dringend medizinische Hilfe benötigte, aus einem US-U-Boot in grönländischen Gewässern evakuiert.
Das teilte das Joint Arctic Command, das Teil der dänischen Streitkräfte ist, am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters zufolge mit.
Die Hilfe sei sieben Seemeilen vor der grönländischen Hauptstadt Nuuk erfolgt. Ein Hubschrauber des dänischen Verteidigungsministeriums habe die Person abgeholt. Sie sei dann an die grönländischen Gesundheitsbehörden und die Klinik in Nuuk übergeben worden. Ein Zusammenhang mit Trumps Ankündigung war jedoch zunächst unklar.
Es gehe hier "nicht um eine Antwort auf Donald Trump", sagt Verteidigungsminister Pistorius zur Nato-Mission "Arctic Sentry". Es gehe "darum, in der Arktis Präsenz zu zeigen.“
11.02.2026 | 5:05 minKeine Berichte über großen medizinischen Bedarf in Grönland
Die US-Marine verfügt über zwei große Lazarettschiffe. In der Vergangenheit wurden die schwimmenden Krankenhäuser etwa nach Naturkatastrophen wie massiven Erdbeben oder verheerenden Hurrikans für Hilfseinsätze in betroffene Gebiete verlegt. In der Hochphase der Corona-Pandemie kamen sie zeitweise auch in US-Häfen zum Einsatz. Die Lazarettschiffe haben nach Angaben der Marine eine Kapazität von jeweils rund 1.000 Krankenhausbetten, davon 80 Betten auf der Intensivstation.
Auf dem riesigen Gebiet Grönlands leben nur knapp 57.000 Menschen. Zuletzt gab es keine Berichte über einen großen medizinischen Bedarf dort, der die Entsendung eines Lazarettschiffs als nötig erscheinen ließe.
Nach Jahrhunderten als dänische Kolonie und dann Autonomieregion ringen die Grönländer um Unabhängigkeit, doch US-Präsident Trumps Ansprüche auf die Insel gefährden diese.
27.01.2026 | 2:03 minKeine Informationen über Abstimmung mit Dänemark
Es blieb zunächst auch unklar, ob die laut Trump geplante Entsendung des Lazarettschiffs mit Dänemarks Regierung oder dem weitgehend autonomen Grönland abgestimmt war. Auch der Zeitrahmen der Verlegung blieb unklar: Einerseits schrieb Trump, dass das Schiff bereits unterwegs sei, andererseits dauert es normalerweise einige Zeit, ein Lazarettschiff mit voller Personalstärke auszustatten. Im Regelbetrieb, wenn die Schiffe vor Anker liegen, befindet sich nur eine minimale Besatzung an Bord.
In Grönland ist neben öffentlichen Gesundheitseinrichtungen in der Fläche das Krankenhaus Königin Ingrid in der Hauptstadt Nuuk für kompliziertere Fälle zuständig. In Einzelfällen werden Patienten für aufwendigere Eingriffe auch aus Grönland nach Dänemark ausgeflogen.
Spannungen zwischen Grönland und USA wegen Trumps Gebietsansprüchen
Trumps wiederholte Gebietsansprüche auf Grönland und seine Weigerung, auch militärische Optionen auszuschließen, hatten in den vergangenen Wochen zu Verwerfungen zwischen Europa und den USA geführt. Grönland hatte Trumps Gebietsansprüche immer vehement zurückgewiesen.
Donald Trump hat Grönland im Visier. Nach dem US-Angriff auf Venezuela wächst die Sorge: Was kommt als Nächstes? Verleiben sich die USA nun Grönland ein?
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