Frankreich: Hunderttausende zu neuen Protesten erwartet

Polizei landesweit im Großeinsatz:Frankreich: Hunderttausende zu neuen Protesten erwartet

|

Erneut werden in ganz Frankreich Hunderttausende zu Demonstrationen für bessere Schulen und geringere Lebenshaltungskosten erwartet. Die Polizei befürchtet weitere Ausschreitungen.

Ladenbesitzer in Paris sichern ihren Laden mit Holzplatten vor den großen Wochenendprotesten.

In Frankreich sind für Samstag neue Proteste mit Sitzblockaden vor der Nationalversammlung und den Rathäusern angemeldet. Die Regierung hat für die Nacht teilweise Ausgangssperren verhängt.

31.10.2026 | 0:19 min

In Paris und anderen französischen Großstädten formieren sich erneut große Demonstrationszüge gegen hohe Lebenshaltungskosten und für eine bessere Bildung. Zu den Kundgebungen aufgerufen haben die Gewerkschaften, Schüler- und Studentenorganisationen sowie die Gelbwesten-Bewegung.

Bereits in der ersten Tageshälfte der groß angekündigten Demos sind 27 Menschen festgenommen worden. Am Samstag vergangener Woche habe es im gleichen Zeitraum bis 14 Uhr bereits 217 Festnahmen gegeben, teilte das französische Innenministerium mit. "Zum jetzigen Zeitpunkt scheint die Lage im gesamten Staatsgebiet insgesamt ruhig zu sein, ohne nennenswerte Zwischenfälle", hieß es.

An den Kundgebungen am Vormittag hätten 15.000 Menschen teilgenommen. Den Angaben nach entspricht das weniger als der Hälfte der Teilnehmerzahl vom vergangenen Samstagvormittag.

Ein Demonstrant zerschlägt während einer Demonstration für Kaufkraft, den Erhalt öffentlicher Dienstleistungen sowie steuerliche und soziale Gerechtigkeit am 24. Oktober 2026 in Straßburg im Osten Frankreichs die Scheibe einer Bushaltestelle. Die Demonstration fand im Rahmen eines landesweiten Mobilisierungsaufrufs statt, an dem ehemalige Mitglieder der „Gelbwesten“-Bewegung, Gewerkschaften sowie Schüler und Studenten teilnahmen. Proteste von Schülern gegen die Lernbedingungen lösten eine Bewegung aus, die sich seitdem landesweit ausgebreitet hat und durch die allgemeine Wut über die steigenden Lebenshaltungskosten angeheizt wird. Am 24. Oktober 2026 werden etwa 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein, erklärte der Innenminister auf einer Pressekonferenz und warnte davor, dass in den sozialen Medien Aufrufe zu Gewalt und Plünderungen kursierten.

Auch vor einer Woche hatten in Frankreich Hunderttausende für mehr Geld an Schulen protestiert. Mit Anbruch der Dunkelheit schlugen die Proteste vielerorts in Gewalt um.

24.10.2026 | 2:43 min

Zu den Demonstrationszügen, die sich zumeist am frühen Nachmittag in Bewegung setzen, erwarten die Behörden, wie schon bei Kundgebungen am vergangenen Samstag, mehrere hunderttausend Teilnehmer.

Rechtsstreit um Demonstrationsroute in Paris

Nach einem Rechtsstreit im Eilverfahren muss der von Gewerkschaften angemeldete Demonstrationszug in der französischen Hauptstadt eine andere Route nehmen als geplant. Die Polizeipräfektur von Paris verlegte ihn wegen befürchteter Ausschreitungen sowie möglicher Gewalt gegen öffentliche Gebäude und Plünderungen von Geschäften aus dem Zentrum an den Rand der Stadt.

Vermumte Protestiernde und das Denkmal der Marianne mit einer gelben Weste

In Frankreich und Italien eskalieren Proteste, in Portugal demonstrieren Menschen gegen Wohnungsnot. Was treibt vor allem junge Menschen auf die Straße? ZDFheute live analysiert.

19.10.2026 | 18:10 min

Die Organisatoren wehrten sich vor Gericht und hatten zunächst Erfolg: Das Verwaltungsgericht ließ am Freitagabend ihre ursprünglich geplante Route zu. Diese Entscheidung hob jedoch der Staatsrat in der Nacht auf.

70.000 Polizisten landesweit im Einsatz

In ganz Frankreich sind rund 70.000 Polizeikräfte im Einsatz, um schwere Ausschreitungen und Plünderungen zu verhindern.

Französische Polizisten begleiten Demonstranten zu einem Protest.

Eine Woche nach den Massenprotesten sind in Frankreich erneut hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen. Laut Innenminister Nuñez kam es am Rande der Protestzüge erneut zu Ausschreitungen.

25.10.2026 | 1:48 min

Seit Wochen demonstrieren junge Leute im Land für eine bessere Ausstattung von Schulen. Seit Mitte Oktober haben sich weitere Gruppen angeschlossen, um etwa gegen zu hohe Lebenshaltungskosten zu protestieren. Nach schweren Ausschreitungen am Rande von Kundgebungen am 17. Oktober konnte die Polizei erneute Gewalt am vergangenen Samstag überwiegend verhindern.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress im Beitrag "Frankreich rüstet sich für Proteste" am 31.10.2026 ab 12:40 Uhr.

Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen

Jetzt aktivierenMehr erfahren

Proteste in Frankreich und Deutschland

  1. Ein vermummter Demonstrationsteilnehmer ist während eines Protests in Straßburg zu sehen. (Archiv)
    FAQ

  2. Vermummte Personen brechen in einen Laden in Paris ein.
    FAQ

    Demos und Gewalt in Frankreich:Könnten die Proteste nach Deutschland überschwappen?

    von Katja Belousova
    mit Video18:10

  3. Ein Schüler hält ein Schild mit der Aufschrift "Wir wollen unterstützt und nicht überlastet werden" während einer Demonstration gegen unterfinanzierte Schulen vor einer Blockade vor einem Gymnasium.

    Milliarden für die Bildung :Schulprotest zeigt Wirkung: Frankreichs Regierung gibt nach

    mit Video2:04

  4. Ein Demonstrant hält eine französische Flagge in der Hand. Um ihn herum ist viel Rauch zu sehen.

    Erneute Demonstrationen:Proteste in Frankreich: Mehr als 1.300 Festnahmen

    mit Video0:23