Milliarden für die Bildung :Schulprotest zeigt Wirkung: Frankreichs Regierung gibt nach
Nach wochenlangen Protesten lenkt Frankreichs Regierung ein: Milliarden für die Bildung, neue Lehrerstellen und das Aus für das umstrittene Hochschulzulassungssystem.
Marine Le Pen hat offiziell ihren Wahlkampf für die Präsidentschaftswahlen 2027 eröffnet. Bei ihrem Auftritt in Orléans versprach sie, Ordnung und nationales Selbstvertrauen wiederherzustellen.
26.10.2026 | 2:04 minNach den wochenlangen Schulprotesten verspricht Frankreichs Regierung mehr Geld, mehr Posten und ein Ende des umstrittenen Hochschulzulassungssystems "Parcoursup". Die Plattform soll im Herbst 2028 ersetzt werden, sagte Hochschulminister Philippe Baptiste. Bis es so weit ist, soll das Zulassungssystem aber bereits transparenter werden. Zudem sollen Absagen mit einer Begründung versehen werden. Die Regierung geht damit einen deutlichen Schritt auf die seit Wochen protestierenden Gymnasiasten und Studierenden zu.
Die Plattform Parcoursup dient als zentrales Bewerbungsportal für Studiengänge und andere weiterführende Bildungsgänge nach dem Abitur. Die Hochschulen entscheiden selbst über die Zulassung, die Bewerbungen und Studienplatzangebote werden aber über das Onlineportal abgewickelt. Schüler und Studierende bemängeln undurchsichtige Auswahlkriterien und ungleiche Chancen auf einen Platz im gewünschten Studiengang.
Zudem will der Staat für die Instandsetzung von Gymnasien bis 2030 vier Milliarden Euro an Krediten mit vergünstigtem Zinssatz für die Kommunen lockermachen - für Universitäten soll eine Milliarde Euro bis 2029 für Renovierungen dazukommen. Hunderte Stellen von Lehrkräften sollen zudem geschaffen und geplante Streichungen zurückgenommen werden, gab Bildungsminister Édouard Geffray bekannt.
Bei den größten Demonstrationen in Frankreich kam es am Wochenende erneut zu Ausschreitungen. „Die Themen und Anliegen sind nicht vom Tisch“, so Politikwissenschaftler Jacob Ross.
26.10.2026 | 5:21 minFrankreich: Ausschreitungen und zahlreiche Festnahmen
Vertreter der Protestierenden lobten zwar die Ankündigungen, riefen aber dazu auf, den Protest weiterzutragen. Bereits seit Wochen demonstrieren Gymnasiastinnen und Gymnasiasten in Frankreich für mehr Geld im Bildungsbereich. Sie beklagen marode Schulen und Lehrkräftemangel. Studierende schlossen sich dem Protest an. Immer wieder kam es am Rande friedlicher Demonstrationen zu Ausschreitungen und zahlreichen Festnahmen.
Mitte Oktober eskalierten Proteste für bessere Lernbedingungen und gegen hohe Lebenskosten dann in mehreren französischen Städten. Neben Schülern und Studierenden hatten sich weitere Bevölkerungsgruppen dem Protest angeschlossen. Es kam zu Brandstiftung, Gewalt und Plünderungen. Präsident Emmanuel Macron mahnte in Marseille an, dass auch der kommende Samstag eine Gefahr berge. Demonstrationszüge sollten fernab der Stadtzentren stattfinden.
Die französische Regierung habe finanziell "absolut keine Spielräume", die Forderungen der Protestierenden zu erfüllen, sagt Isabel Hoffmann vom Deutsch-Französischen Institut.
25.10.2026 | 5:40 min
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