Smog am Formel-1-Wochenende:Dicke Luft in Singapur vor dem Grand Prix
von Yatasha Bhuiyan, Singapur
Dichter Smog, der "Haze", liegt am Formel-1-Wochenende über Singapur. Grund sind Brände im benachbarten Indonesien. Der Super-El-Niño verschärft die Lage.
Während die Vorbereitungen für den Formel-1-Grand-Prix laufen, legt sich dichter Smog über Singapur. Zeitweise verzeichnete die Stadt sogar die weltweit schlechteste Luftqualität.
09.10.2026 | 1:11 minSingapur steht kurz vor seinem jährlich stattfindenden Grand-Prix-Rennen der Formel 1, doch die berühmte Skyline ist vielerorts kaum zu erkennen. Dichter sogenannter Haze, eine Art Smog, liegt über der Metropole. Ausgerechnet in den Tagen vor dem Rennwochenende hat sich die Luftqualität deutlich verschlechtert.
Am 9. Oktober lagen die 24-Stunden-PSI-Werte in allen fünf Regionen Singapurs im ungesunden Bereich. Der PSI (Pollutant Standards Index) misst die Luftqualität anhand verschiedener Schadstoffe, darunter auch gesundheitsgefährdender Feinstaub wie PM2,5 und PM10, der tief in die Atemwege eindringen kann. Zeitweise belegte Singapur zudem Platz eins der Städte mit der weltweit schlechtesten Luftqualität, wie die South China Morning Post berichtet.
In Europa litten im Jahr 2026 etwa 17 Prozent der Menschen unter hohen bis extrem hohen Ozonwerten.
30.09.2026 | 0:37 minRauch aus Indonesien zieht nach Singapur
Die Ursache liegt vor allem in großflächigen Bränden im benachbarten Indonesien. Dort werden Flächen für die Landwirtschaft oft abgebrannt - das ist billig und schnell. Gerade unter trockenen Bedingungen können solche Brände außer Kontrolle geraten.
Besonders problematisch sind die Torfgebiete. Trockengelegte Torfböden können Feuer nicht nur an der Oberfläche, sondern auch unterirdisch weitertragen. Dadurch können Brände lange unbemerkt weiterbestehen und immer wieder aufflammen.
Der Himmel über Toronto war im Sommer 2026 zeitweise gelb gefärbt. Ursache waren Waldbrände hunderte Kilometer entfernt. Wegen der schlechten Luft sollten Bewohner zu Hause bleiben.
16.07.2026 | 0:19 minEl Niño verschärft die Lage
Der starke El Niño, der in diesem Jahr herrscht, verschärft die Lage in der Region. Das natürliche Klimaphänomen sorgt in Teilen Südostasiens für außergewöhnliche Trockenheit. Die Zahl extrem heißer Tage soll laut einem Report des US-amerikanischen Forschungsverbunds Climate Impact Lab um 44 Prozent steigen. In Indonesien erhöht das die Gefahr von Wald- und Torfbränden erheblich.
Die Nachrichtenagentur Reuters meldet, dass das Land derzeit mit seiner schwersten Waldbrandsituation seit elf Jahren kämpft. Starke Winde während der derzeit herrschenden Südwest-Monsunzeit tragen dazu bei, den durch die Brände entstehenden Rauch über ganz Südostasien zu verbreiten.
Die Luft in Europa ist zu stark verschmutzt. Trotz einer stetigen Verbesserung seien mehr als 90 Prozent der Europäer zu hohen Werten ausgesetzt, berichtet die Europäische Umweltagentur.
30.04.2026 | 0:23 minWas bedeutet der Smog für Singapur?
Singapur erlebt regelmäßig den Haze, ein in der Luft schwebendes Gemisch - unter anderem aus Schadstoffen wie Rußpartikeln und giftigen Gasen. In den vergangenen Tagen hat sich die Luftqualität deutlich verschlechtert. Wer bei der Ankunft auf einen Blick auf eine leuchtende Skyline hofft, muss sich stattdessen auf eine graue Kulisse und einen mit Dunst überzogenen Himmel gefasst machen.
Singapurs Umweltbehörde, die National Environment Agency, empfiehlt gesunden Menschen bei solcher Luftverschmutzung, anstrengende oder längere körperliche Aktivitäten im Freien einzuschränken. Für Risikogruppen - dazu zählen Kinder, ältere Menschen, Schwangere sowie Menschen mit chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen - gelten strengere Empfehlungen. Sie sollten anstrengende Aktivitäten im Freien möglichst komplett vermeiden.
Die Luftverschmutzung in Indiens Hauptstadt Neu-Delhi hat Ende 2025 gefährlich hohe Werte erreicht. Ärzte rieten dazu, nicht ins Freie zu gehen. Im Flug- und Bahnverkehr gab es zahlreiche Einschränkungen.
15.12.2025 | 0:29 minFormel-1-Rennen soll wie geplant stattfinden
Während die Stadt mit der schlechten Luft kämpft, laufen die Vorbereitungen für den Grand Prix weiter. Das Rennen soll wie geplant stattfinden, teilte der internationale Motorsportverband FIA am Donnerstag mit. Gleichzeitig werde die Luftqualität von den zuständigen Behörden genau überwacht.
Sollte sich die Lage verschärfen, halten die Veranstalter N95-Masken sowie zusätzliche medizinische Hilfe für Zuschauer bereit. Von möglichen Einschränkungen könnte allerdings das Unterhaltungsprogramm im Freien betroffen sein.
Für die Formel 1 heißt es damit vorerst: grünes Licht. Doch Singapur erlebt seinen Grand Prix in diesem Jahr unter einer grauen Rauchdecke.
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