Kürzungen bei Entwicklungshilfe:UN-Hilfswerk warnt vor Bildungskrise für Flüchtlingskinder
Millionen Flüchtlingskinder könnten wegen fehlender Mittel den Zugang zu Bildung verlieren, warnt das UNHCR. Schon jetzt gehe fast jedes zweite nicht zur Schule.
Viele Länder haben ihre Etats für Entwicklungshilfe gesenkt.
Quelle: dpaAngesichts seiner angespannten Finanzlage warnt das Flüchtlingshilfswerk UNHCR der Vereinten Nationen, dass für Millionen Flüchtlingskinder bald kein Geld mehr für den Schulbesuch da sein könnte.
Schon im vergangenen Jahr seien 5,8 Millionen Kinder und Jugendliche nicht zur Schule gegangen. Damit waren 44 Prozent der insgesamt 13,2 Millionen Flüchtlingskinder im Schulalter vom Besuch einer Bildungseinrichtung ausgeschlossen, erklärte das Hilfswerk am Freitag in Genf.
Beim EU-Innenrat stand Migrationspolitik im Fokus. Um Situationen wie in Ceuta zu verhindern, waren Abschiebungen, Kooperation mit Drittstaaten und die Beobachtung von Migrationsbewegungen Thema.
01.10.2026 | 3:24 minBesonders Mädchen verlieren den Anschluss
Der Übergang in die Sekundarstufe stellt laut UNHCR für Jungen und Mädchen mit Flüchtlingshintergrund eine der größten Herausforderungen dar. Im vergangenen Jahr besuchten zwei von drei Kindern eine Grundschule, auf weiterführende Schulen hätte es aber nur einer von drei Minderjährigen geschafft.
Zwar gingen Mädchen und Jungen in etwa zu gleichen Anteilen in die Grundschule. In der Sekundarstufe sinke der Anteil der Mädchen jedoch. Armut, Sicherheitsrisiken, Frühehen und andere Belastungen drängten immer mehr Mädchen aus der Schule.
Als Hasina Mohammed 2015 nach Deutschland floh, standen ihre Chancen nicht gut – wie bei vielen geflüchteten Frauen. Wie sie es trotzdem schaffte, hier ein Zuhause zu finden.
18.04.2024 | 3:29 minBei denen, die weiterführende Schulen besuchen konnten, war der Erfolg groß: Erstmals setzten 2025 mehr als 450.000 von ihnen die Lernlaufbahn fort, in Universitäten oder beruflichen Bildungseinrichtungen, wie das UNHCR berichtet. Das waren elf Prozent aller Flüchtlingskinder, nach neun Prozent im Jahr davor (2024).
UN-Flüchtlingskommissar wirbt für mehr Investitionen
"Bildung hat mir Chancen eröffnet, die mir durch die Vertreibung sonst vielleicht verwehrt geblieben wären", sagte der im Irak geborene UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Barham Salih. Seine Familie musste nach Iran fliehen, wo er als Kind eine Flüchtlingsschule besuchte. Er studierte dann in Großbritannien und promovierte in Statistik und Computeranwendungen im Ingenieurwesen.
Bildung bedeutet Schutz. Sie ist aber auch ein Weg zu neuen Chancen und Selbstständigkeit.
Barham Salih, UN-Hochkommissar für Flüchtlinge
"In einer Zeit, in der die Finanzierung humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit stark unter Druck steht, drohen Kürzungen im Bildungsbereich (...) einer ganzen Generation junger Menschen Chancen zu versperren", sagte Salih.
Im Sommer haben mehr als 72.000 Menschen versucht ins spanische Ceuta und damit in die EU zu gelangen. Noch immer harren Tausende am Strand von Ceuta aus, in der Hoffnung auf ein besseres Leben.
01.10.2026 | 2:11 minViele Länder kürzen Entwicklungshilfe
Der Gesamtbedarf des UNHCR für alle Aktivitäten, in diesem Jahr auf 8,5 Milliarden Dollar veranschlagt, ist erst zu einem Drittel gedeckt.
Länder wie die USA, aber auch aus Europa, kürzen seit geraumer Zeit die Mittel für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. In Deutschland soll der Entwicklungshilfeetat für 2027 zum fünften Mal in Folge gekürzt werden.
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