ABC: US-Medienaufsicht lässt Sendelizenzen vorzeitig überprüfen

Zwei Jahre vor ursprünglichem Termin:US-Medienaufsicht ordnet Überprüfung von ABC-Sendelizenzen an

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Die US-Medienaufsicht FCC lässt die Sendelizenzen von acht ABC-Sendern vorzeitig überprüfen. Zuletzt gab es erneut Streit um Moderator Jimmy Kimmel.

Siegel der Federal Communications Commission (FCC) im Hauptquartier der FCC.

Die FCC will ABC-Lizenzen vorzeitig überprüfen.

Quelle: Kevin Dietsch/Getty Images/AFP

Die für den Rundfunk zuständige US-Behörde Federal Communications Commission (FCC) hat eine vorzeitige Überprüfung der Lizenzen von acht ABC-Sendern im Besitz von Disney angeordnet. Die FCC wies Disney an, seine Anträge auf Verlängerung bis zum 28. Mai einzureichen. Eigentlich sollten die Überprüfungen erst im Oktober 2028 beginnen. Betroffen sind ABC-Lokalsender unter anderem in New York und San Francisco.

Ermittlungen wegen angeblicher Diskriminierung bei ABC-Sendern

Die FCC verwies auf seit einem Jahr laufende Ermittlungen wegen angeblicher Diskriminierung bei den Sendern. Diese Ermittlungen gehen auf die Position der Regierung von Präsident Donald Trump zurück. Sie betrachtet Diversitätsprogramme und Antidiskriminierungs-Initiativen für benachteiligte Personengruppen als Diskriminierung anderer.

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Vor diesem Hintergrund erzwang die FCC bereits bei mehreren Telekommunikations-Firmen die Aufgabe von Initiativen für Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion, die in den USA unter der Abkürzung DEI (Diversity, Equity and Inclusion) bekannt sind. Auch gegen ABC-Sender liefen seit März 2025 Ermittlungen wegen Diversitäts-Programmen - die nun eskaliert werden.

Disney zeigte sich in einer Reaktion unter anderem beim Sender CNBC überzeugt, dass man sich an alle Regeln halte und sich für neue Lizenzen qualifizieren werde - notfalls auch über "rechtliche Kanäle".

Zusammenhang mit neuem Streit um Jimmy Kimmel?

In den USA dürfte der Zeitpunkt der FCC-Forderung zur vorgezogenen Lizenzerneuerung als Teil des wieder aufgeflammten Konflikts um ABC-Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel gesehen werden. Zuletzt hatte der US-Präsident Kimmel wegen einer Bemerkung über First Lady Melania Trump heftig kritisiert und dessen Entlassung gefordert.

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