Vertrieb von Filmen in Europa:EU-Kommission stimmt Warner-Übernahme durch Paramount zu
Die EU-Kommission genehmigt die Übernahme von Warner Brothers durch Paramount - allerdings nur unter Auflagen. Hintergrund ist der Vertrieb von Filmen in Europa.
Die EU-Kommission hat der Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers durch den Konkurrenten Paramount unter Auflagen zugestimmt.
Quelle: ImagoDie EU-Kommission hat der Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers durch den Rivalen Paramount Skydance unter Auflagen zugestimmt. Dabei geht es um den Vertrieb von Filmen in Europa, wie aus einer Mitteilung der Brüsseler Wettbewerbshüter hervorgeht.
Die Behörde prüft geplante Zusammenschlüsse, die Folgen für den europäischen Binnenmarkt haben könnten. Das betrifft auch ausländische Konzerne mit hohem Umsatz, die in der EU tätig sind.
Paramount will Warner Bros. Discovery übernehmen. Zwölf US-Bundesstaaten haben Klage eingereicht, um die geplante Fusion zu stoppen. Sie befürchten weniger Wettbewerb und schlechtere Inhalte.
14.07.2026 | 0:33 minWarner Bros. Discovery und Paramount betreiben dort jeweils unter anderem Streamingdienste (Paramount+, Max), lizenzieren Filme und TV-Formate an europäische Fernsehsender und verleihen Filme. Die EU-Kommission stellte fest, dass es im Bereich der Filmproduktion trotz einer Übernahme genügend Wettbewerber im Europäischen Wirtschaftsraum geben wird. Als Beispiele nannte sie andere große US-Filmstudios wie Disney, NBC Universal (Universal) und Sony.
Auflagen der EU-Kommission für den Filmvertrieb
Beim Vertrieb von Filmen sah die Kommission aber eine zu hohe Marktkonzentration. Paramount Pictures und Universal Pictures vertreiben über das Gemeinschaftsunternehmen United International Pictures (UIP) Filme an Kinobetriebe.
"Durch die Transaktion wären auch die Filme von Warner über UIP vertrieben worden." Ohne Auflagen hätte dies zu ungünstigeren Miet- und Vertriebsbedingungen für Kinobetreiber geführt, bemängelt die EU-Kommission. Paramount habe daher verschiedene Verpflichtungen angeboten, damit die Filme des fusionierten Unternehmens nicht gemeinsam mit Filmen von Universal oder Disney vertrieben werden.
Zuletzt hatte Paramount den Zuschlag für die Übernahme des Konkurrenten Warner Brothers erhalten. Nun warnen mehr als 1.000 Filmschaffende vor Folgen wie weniger Arbeitsplätze und höhere Kosten.
13.04.2026 | 0:53 minSo muss Paramount binnen 13 Monaten nach Abschluss der Transaktion seine Beteiligung an UIP im Europäischen Wirtschaftsraum beenden. Für zehn Jahre darf Paramount zudem keine Vereinbarungen mit Universal über den gemeinsamen Vertrieb von Filmen in Europa treffen und für den Vertrieb von Warner- oder Paramount-Filmen nicht den gleichen Kinofilmvertrieb nutzen wie Disney und Universal.
Der Filmverleih UIP mit Hauptsitz in London war 1981 gegründet worden. Darüber werden weltweit mehr als 1.000 Filme unter Lizenz vertrieben, davon mehr als 100 Oscar-Preisträger - etwa "Der Pate" und "Breakfast at Tiffany's".
In Deutschland und einigen anderen Märkten nutzen Universal Pictures und Paramount Pictures schon länger eigene Verleihunternehmen.
Rechtsstreit in den USA
Die US-Regierung genehmigte den 100-Milliarden-Dollar-Deal bereits ohne Auflagen. Doch zwölf US-Bundesstaaten klagten, deswegen wurde die Übernahme Anfang dieser Woche per Gerichtsbeschluss für zunächst zwei Wochen ausgesetzt.
Die US-Regierung hat die Übernahme des Konzerns Warner Bros. durch Paramount genehmigt. Das Justizministerium stimmte der Fusion nach einer monatelangen Prüfung zu.
13.06.2026 | 0:26 minDie Bundesstaaten argumentieren unter anderem, der Zusammenschluss werde den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die Kinos unter Druck setzen.
Kritiker sorgen sich wegen Trump-Nähe um CNN
Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von Präsident Donald Trump bekannt ist. Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS fiel nach der Übernahme durch die Ellison-Familie im vergangenen Jahr durch wohlwollendere Berichterstattung gegenüber Trumps Regierung auf.
"Der trumpkritische Sender CNN befürchtet Folgen" so Heike Slansky zum Medienkrieg um Warner/Paramount. "Nichts Neues herausgekommen" sei bei der Befragung Clintons zu Epstein.
28.02.2026 | 2:49 minEllison will an Gewicht in Hollywood gewinnen. Paramount ist derzeit noch einer der kleineren Player der Branche. Zu bekannten Marken zählen "PAW Patrol" und "Mission: Impossible". Zu Warner gehören unter anderem das DC-Superhelden-Universum mit Superman und Batman, Filmreihen wie "Harry Potter" sowie ein starkes Streaming-Geschäft.
Ende Februar hatte der Hollywood-Konzern Warner Bros. Discovery der milliardenschweren Übernahme durch Paramount Skydance zugestimmt. Rivale Netflix war kurz zuvor aus einem langen Bieterstreit ausgestiegen.
Mit der Warner-Übernahme durch Paramount landet CNN unter Kontrolle der Ellison-Familie. Kritiker fürchten aufgrund der Trump-Nähe der neuen Besitzer um die Unabhängigkeit von CNN.
27.02.2026 | 2:29 minGeplanter Deal mit Paramount:Zwölf US-Bundesstaaten klagen gegen Warner-Übernahme
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Beatrice Steineke, Washington, D.C.mit Video0:21