Apple und EU streiten wieder - diesmal wegen Siri AI

EU-Digitalgesetz:Schon wieder Streit zwischen Apple und der EU

von Sophie Burkhart, Brüssel

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Apples "Siri AI" kommt vorerst nicht auf den EU-Markt. Der Grund: Die EU sieht Verstöße gegen den fairen Wettbewerb. Apple argumentiert mit dem Datenschutz. Wer hat recht?

TOPSHOTS

Apple präsentiert seinen neuen Sprachassistenten. Doch das neue KI-Modell wird erstmal nicht auf den EU-Markt kommen. Grund sind fehlende Datenschutz- und Sicherheitsstandards.

09.06.2026 | 3:00 min

Es gibt mal wieder Zoff zwischen Apple und der EU. Dieses Mal geht es um Apples neuen Sprachassistenten, der stark auf Künstliche Intelligenz setzt: "Siri AI". Anfang der Woche stellte Apple die neue Version vor, die mit Chatbots wie OpenAIs ChatGPT konkurrieren soll.

Apple versucht damit, im KI-Rennen aufzuholen. "Siri AI" ist tief ins System integriert und kann beispielsweise Mails, Fotos, Nachrichten und Dateien durchsuchen und so Fragen beantworten. Zum Beispiel: Wie hieß der Podcast, den mir meine Schwester neulich empfohlen hat?

SGS-Greipl-Sievers

Im Streit zwischen der EU und Apple um das neue KI-Modell gehe es nicht nur um Datenschutz, sondern auch um „finanzielle Interessen“, so ZDF-Korrespondentin Greipl in Brüssel.

09.06.2026 | 3:01 min

Verstoß gegen Gesetz über digitale Märkte

Die Funktion gibt es allerdings vorerst nicht in der EU. Der Grund: der Digital Markets Act (DMA), das Gesetz über digitale Märkte. Die EU-Verordnung soll die digitalen Märkte fairer und wettbewerbsfähiger machen und unterwirft große Plattformunternehmen - sogenannte Gatekeeper - klaren und strengen Regeln.

Zu den Gatekeepern zählen Alphabet, Amazon, ByteDance, Meta, Microsoft, Booking.com - und eben auch Apple. Die EU-Kommission führte den DMA 2022 ein, damit auch andere Anbieter neben den großen Digitalunternehmen eine Chance haben.

SGS-Börse-Bethmann

Trotz aller Rekordabsätze weist Apple einen "eklatenten Rückstand" bei KI auf, so Frank Bethmann an der Frankfurter Börse. Für den neuen Apple-Chef ist sofort "Druck da".

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Eigene KI-Dienste dürfen nicht begünstigt werden

Gatekeeper müssen sich demnach an bestimmte Pflichten halten. Unter anderem müssen sie Nutzern die Möglichkeit geben, Drittanbietersoftware auf einfachem Wege zu installieren. Außerdem soll der DMA sicherstellen, dass Gatekeeper ihre marktbeherrschende Stellung nicht dazu nutzen, eigene Plattformdienste zu begünstigen. Vereinfacht gesagt: Apple müsste konkurrierenden KI-Anbietern denselben Zugriff auf Gerätedaten gewähren wie der eigenen "Siri AI". Das Unternehmen lehnt das jedoch ab und argumentiert, eine vollständige Öffnung für KI-Assistenten anderer Anbieter gefährde die Privatsphäre der Nutzer. Apple hält deshalb die Funktion "Siri AI" in der EU vorerst zurück.

Für die EU steht jedoch im Vordergrund, dass die Nutzer selbst wählen können, welchen KI-Assistenten sie benutzen wollen.

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EU und Apple stritten schon öfter

Schon in der Vergangenheit lagen sich Apple und die EU-Kommission in den Haaren. Seit Ende 2024 müssen zum Beispiel alle Handys, Tablets und Digitalkameras über einen USB-C-Anschluss verfügen. Zum Leidwesen Apples, denn das US-Unternehmen setzte bei seinen iPhones stets auf einen Lightning-Anschluss.

Ziel der EU-Richtlinie war es, Elektroschrott zu reduzieren und den Verbraucheralltag zu erleichtern. Neugeräte ohne USB-C-Anschluss dürfen seitdem nicht mehr verkauft werden. Apple sträubte sich zunächst dagegen, lenkte dann aber doch ein.

Die Regeln der EU sind streng, aber fair. So haben die US-Konzerne Google und Meta ähnliche Verfahren am Hals. Bei Google geht es um den KI-Assistenten Gemini, der nahtlos in Android-Geräte integriert ist. Auch hier sieht die EU einen Verstoß gegen den DMA und prüft, wie Google das Betriebssystem für konkurrierende KI-Dienste öffnen muss.

Bei Meta geht es um den KI-Chatbot auf WhatsApp. Externe Anbieter können nur eingeschränkt und kostenpflichtig auf WhatsApp zugreifen, wohingegen Metas eigener KI-Assistent kostenlos zur Verfügung steht. Laut der EU nutzt Meta damit seine marktbeherrschende Stellung aus und verstößt gegen das europäische Wettbewerbsrecht.


Und auch beim hauseigenen App Store machte Brüssel Druck. Die EU-Kommission kam zu dem Schluss, dass Apple die Möglichkeiten von Entwicklern eingeschränkt habe, den Nutzern Angebote außerhalb des App Stores zugänglich zu machen. Sie verhängte eine Strafe in Höhe von 500 Millionen Euro. Apple gab nach und überarbeitete seine Richtlinien.

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EU sitzt vermutlich am längeren Hebel

Der DMA ist das schärfste Schwert der EU im digitalen Raum. Medienberichten zufolge droht etwa Google wegen seiner Verstöße gegen die Verordnung eine Rekordstrafe in dreistelliger Millionenhöhe.

Für Apples "Siri AI" dürfte es keine Sonderregeln geben. Vonseiten der Kommission hieß es, man werde die Gespräche mit Apple fortsetzen, "um den europäischen Nutzern eine sichere und konforme Lösung anzubieten". Auch Apple will die Gespräche fortführen. Die EU dürfte allerdings am längeren Hebel sitzen. Der europäische Markt macht rund ein Viertel des weltweiten Umsatzes des US-Konzerns aus.

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Über dieses Thema berichtete unter anderem das "heute journal" am 09.06.2026 ab 21:45 Uhr.

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