"El Mayo": US-Gericht verurteilt Drogenboss zu lebenslanger Haft

Strategischer Kopf des Sinaloa-Kartells:Drogenboss "El Mayo" muss lebenslang hinter Gitter

von Milena Binkert, New York City

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Ein US-Gericht hat "El Mayo" zu lebenslanger Haft verurteilt. Zudem soll der wohl einflussreichste Drogenboss in Mexikos Kriminalgeschichte 15 Milliarden US-Dollar Strafe zahlen.

Auf dieser Gerichtsskizze verliest Ismael „El Mayo“ Zambada (Mitte) vor einem Bundesgericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn seine Erklärung zur Urteilsverkündung, flankiert von einem U.S. Marshal (links) und seinem Anwalt Frank Perez (rechts).

Jahrzehntelang soll Ismael "El Mayo" Zambada unter anderem den Schmuggel von Fentanyl geleitet haben. Ein US-Bundesgericht in New York hat ihn deswegen zu lebenslanger Haft verurteilt.

20.07.2026 | 0:37 min

Es ist der Schlusspunkt einer vier Jahrzehnte währenden Kriminalkarriere: Das US-Bundesbezirksgericht in Brooklyn verurteilte Ismael "El Mayo" Zambada García am Montag zu lebenslanger Haft ohne die Möglichkeit auf Bewährung und einer Vermögensabschöpfung von 15 Milliarden US-Dollar.

Zambada hatte das berüchtigte Sinaloa-Kartell ab Ende der 1980er-Jahre gemeinsam mit Geschäftspartner "El Chapo" aufgebaut und es nach dessen Verurteilung 2019 jahrelang unentdeckt als strategischer Kopf geführt. Gestützt auf systematische Korruption und ein Netz aus Auftragsmördern, denen im Mai 2024 wohl selbst sein eigener Neffe zum Opfer fiel, schleuste seine Organisation gigantische Mengen Kokain, Heroin und Fentanyl in die USA.

"El Mayo" lehnte Kooperation mit US-Behörden ab

Grundlage des Urteils war Zambadas Schuldbekenntnis vom August 2025, in dem er den Schmuggel von mindestens 1,5 Millionen Kilogramm Kokain einräumte. Eine Zusammenarbeit mit den Behörden zur Aufdeckung korrupter Beamter lehnte er jedoch ab.

Montage: Ein Mann trägt eine blau-weiße Luchador-Maske und schaut in die Kamera. Im Hintergrund brennt ein Feuer in der Nacht, Funken sprühen.

Im Jahre 2008 eskaliert der Drogenkrieg. Gewalt und Blutvergießen nehmen erschreckende Ausmaße an. Doch um die Kriminalität einzudämmen, müssen die USA und Mexiko weiterhin kooperieren.

02.12.2025 | 44:56 min

Vor Richter Brian M. Cogan zeigte sich der 77-Jährige am Montagmorgen reumütig und richtete einen Appell an die Jugend:

An die nächste Generation sage ich: Wählt einen anderen Weg.

Ismael "El Mayo" Zambada García, verurteilter Drogenboss

Wegen seines Alters und chronischer Erkrankungen fordert die Verteidigung die Verlegung in eine medizinische Haftanstalt. Die Staatsanwaltschaft verlangt wegen akuter Flucht- und Steuerungsgefahr dagegen strengste Isolationsmaßnahmen. Die finale Entscheidung wird die US-Bundesgefängnisbehörde treffen.

"El Mayo"-Festnahme durch Verrat aus eigenen Reihen

Zambadas Sturz im Juli 2024 basierte auf einem Verrat aus den eigenen Reihen. Chapo-Sohn Joaquín Guzmán López lockte den gesundheitlich geschwächten Kartellboss unter falschen Vorwänden in ein Privatflugzeug und entführte ihn von Mexiko über die Grenze nach New Mexico, wo US-Agenten direkt am Rollfeld zugriffen.

Montage: Ein Mann trägt eine Pestmaske und einen Kapuzenpulli. Er hält ein Gewehr und schaut zur Seite. Im Hintergrund brennt ein Feuer in der Nacht, Funken sprühen.

Trotz jahrelanger Bemühungen gelingt es den USA nicht, "El Chapo", den Chef des Sinaloa-Kartells, zu fassen. Ein Verdacht kommt auf: Könnte die mexikanische Bundespolizei damit zu tun haben?

02.12.2025 | 43:40 min

Während Guzmán López für seine Mithilfe eine Haftmilderung erhofft, entfachte der Verrat in Mexiko einen blutigen Fraktionskrieg zwischen Zambada-Treuen und den Chapo-Söhnen mit inzwischen Tausenden Todesopfern.

Fall "El Mayo": Beziehung zwischen Mexiko und den USA belastet

Die Umstände der Festnahme belasten das Verhältnis zwischen den USA und Mexiko massiv. Während die US-Regierung jegliche Beteiligung oder Vorabkenntnis weiterhin entschieden bestreitet, ermittelt die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft offiziell zu Berichten über eine FBI-Involvierung.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, werten die mexikanischen Behörden den Vorfall als gravierenden Verstoß gegen die eigene Souveränität sowie mexikanisches und internationales Recht.

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Über dieses thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Drogenboss "El Mayo" in New York verurteilt" am 20.07.2026 um 22:12 Uhr.
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