Drogen: Fast jedes vierte Todesopfer 2025 unter 30 Jahre alt

Streeck stellt Jahresbericht vor:Tod durch Drogenkonsum: Fast jedes vierte Opfer unter 30

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2.150 Menschen sind im vergangenen Jahr in Deutschland an Drogen gestorben. Besonders viele junge Opfer geben Anlass zur Sorge und zeigen neue Risiken.

Hamburg: Ein Pressesprecher des Zolls Hamburg präsentiert auf einem Medientermin im Hafen einen kleinen Teil des sichergestellten Kokains. Archivbild

Laut Streeck muss es mehr Prävention, frühere Hilfe und ein Hilfesystem geben, das Menschen rechtzeitig erreicht.

Quelle: dpa

Im vergangenen Jahr sind 2.150 Menschen in Deutschland an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Bundesregierung hervor, den der Drogenbeauftragte Hendrik Streeck heute in Berlin vorgestellt hat.

Auffällig ist vor allem, dass durchschnittlich mehr jüngere Menschen am Drogenkonsum und dessen Folgen starben als zuvor. Streeck zeigte sich "erschüttert" darüber. Laut Mitteilung sagte er:

Wenn fast jeder vierte Drogentote unter 30 ist, dann darf unsere Antwort nicht Betroffenheit sein, sondern es braucht auch Konsequenzen: mehr Prävention, frühere Hilfe und ein Hilfesystem, das Menschen rechtzeitig erreicht.

Hendrik Streeck, Bundesdrogenbeauftragter

Drogentote 2025

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Mehr als doppelt so viele junge Drogentote wie 2021

Seit 2021 sind die Todesfälle unter 30 um mehr als die Hälfte gestiegen, bei den unter 20-Jährigen haben sie sich nahezu verdoppelt. Streeck machte dafür auch Mischkonsum von Medikamenten, Alkohol und anderen Substanzen verantwortlich - tödliche Kombinationen.

Viele dieser jungen Menschen können die Risiken noch nicht oder nicht vollständig überschauen.

Hendrik Streeck, Bundesdrogenbeauftragter

Berlin: Hendrik Streeck, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, spricht vor Beginn einer Pressekonferenz zur Zahl der Drogentoten 2025.

Streeck sprach sich dafür aus, dass es mehr Prävention, frühere Hilfe und ein Hilfesystem gibt, das Menschen rechtzeitig erreicht.

Quelle: dpa

Warum junge Menschen harte Drogen nehmen

Der Drogenbeauftragte, der auch Mediziner ist, nannte als mögliche Gründe junger Menschen, Drogen zu nehmen: psychische Belastung und Krisen - aber auch Neugier und Übermut.

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Junge Drogentote hätten insbesondere Medikamente konsumiert. Oft beteiligt: Benzodiazepine, opioidhaltige Schmerzmittel und andere psychoaktive Arzneimittel. Den in den allermeisten Fällen zugrundeliegenden Konsum mehrerer Substanzen nannte Streeck "hochgefährlich". Angesichts der knappen Haushalte beim Bund, aber auch den Kommunen mit ihren Hilfeeinrichtungen forderte Streeck:

Wir haben in Deutschland ein gutes Suchthilfesystem, aber wir dürfen es nicht kaputtsparen.

Hendrik Streeck, Bundesdrogenbeauftragter

Gerade Jugendliche bräuchten ausreichend Entzugs- und Therapieplätze. Es müsse Begleitung für Familien geben. Streeck forderte "Angebote, die sie erreichen, bevor aus Risiko ein Todesfall wird".

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Synthetische Opioide im Aufschwung

Auffallend ist laut dem Drogenbeauftragten die Ausbreitung synthetischer Opioide: So gab es beispielsweise auch 118 Todesfälle mit Beteiligung von Fentanyl, einem hochpotenten Schmerzmittel, das als Droge in den USA eine tödliche Epidemie ausgelöst hatte.

"Wir sehen auf dem Markt Tabletten, die aussehen wie bekannte Medikamente, aber mit hochpotenten synthetischen Opioiden wie Nitazenen versetzt sind", sagte Streeck zudem. Dabei handelt es sich um hochwirksame synthetische Opioide, die viel stärker als Morphin wirken, aber hochgradig giftig sind. "Wer sie einnimmt, weiß oft nicht, was wirklich darin ist", erläuterte Streeck. Das mache sie so gefährlich.

Schon kleinste Mengen können tödlich sein.

Hendrik Streeck, Bundesdrogenbeauftragter

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1.777 Rauschgift-Tote waren nach den Zahlen des Bundeskriminalamts männlich, 373 weiblich. Im Durchschnitt waren die Opfer 40,6 Jahre alt. Beim Anteil derjenigen unter 30 gab es seit 2021 eine Steigerung um 53 Prozent, die Zahl der Unter-20-Jährigen hat sich fast verdoppelt.

Alter der Drogentoten im Jahr 2025

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Streeck sagte: "Die Verharmlosung von Drogenkonsum hat einen Preis, den wir hier sehen."

Trends über die Jahre

Bereits seit Jahren fordern die Drogenbeauftragten entschlossenes Handeln gegen steigende Opferzahlen. Streeck kündigte Maßnahmen zur Eindämmung neuer Drogenprobleme an, die die Bundesregierung derzeit ressortübergreifend erarbeite.

Ein Teil davon sollen ausgebaute Monitoring- und Frühwarnsysteme für synthetische Opioide sein, dazu kämen mehr Vorbeugung und Hilfeangebote für junge Menschen.

Der Beauftragte wies aber auch darauf hin, dass die Entwicklung kein rein deutsches Problem sei. Weltweit sei der Drogenkonsum zuletzt weiter gestiegen, besonders bei Kokain und synthetischen Drogen.

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Quelle: dpa, ZDF
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, darunter das ZDF-Mittagsmagazin am 30.06.2026 ab 12 Uhr sowie ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Mehr Menschen weltweit konsumieren Drogen" am 26.06.2026 um 14:40 Uhr.

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