König ernennt neuen Chefverhandler:Dänemark: Regierungsbildung gescheitert
Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen ist mit dem Versuch einer Regierungsbildung vorerst gescheitert. Nun beauftragt König Frederik X. einen Rechtsliberalen mit Verhandlungen.
Nach sechs Wochen brachen Dänemarks Außenminister Rasmussen und die Moderaten die Verhandlungen über eine neue Regierungsbildung mit der dänischen Ministerpräsidentin Frederiksen ab.
08.05.2026 | 0:28 minNach wochenlangen Verhandlungen hat Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen vorerst das Mandat für die Bildung einer neuen Regierung verloren. Stattdessen darf nun der Rechtsliberale Troels Lund Poulsen die Chancen für seine Wunschkoalition ausloten.
König Frederik X. habe Poulsen gebeten, die Verhandlungen über die Bildung einer Regierung zu führen, teilte das dänische Königshaus mit. Zuvor hatte die Sozialdemokratin Frederiksen dem Monarchen eine neue sogenannte Königsrunde empfohlen.
Dabei werden alle Parlamentsparteien bei König Frederik X. vorstellig und geben bekannt, für wen sie sich als Leiter der Regierungsverhandlungen aussprechen. Wer die größte Unterstützung hinter sich vereint, darf als Erstes versuchen, eine Regierung zu bilden.
Nach der ersten Königsrunde Ende März hatte Frederiksen dieses Mandat bekommen, bei ihren Verhandlungen bislang aber keinen Durchbruch erzielt.
Die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Frederiksen haben die Parlamentswahl in Dänemark gewonnen. Die Partei erhielt knapp 22 Prozent der Stimmen – ihr schlechtestes Ergebnis seit Jahren.
25.03.2026 | 1:40 minRückschlag für Mette Frederiksen - aber noch nicht das Aus
Nach der zweiten Königsrunde am Freitagabend ist nun Troels Lund Poulsen am Zug. Seine rechtsliberale Partei hatte bis zur Parlamentswahl gemeinsam mit den Moderaten des früheren Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen zur Regierung von Frederiksen gehört.
Nun könnte Poulsen versuchen, eine Koalition aus Parteien des bürgerlich-konservativen Lagers auf die Beine zu stellen.
Für Mette Frederiksen bedeutet das nicht zwangsläufig das Aus. Denn auch für Poulsen dürfte die Regierungsbildung keine leichte Aufgabe werden. Eine dritte Königsrunde - und eine dritte Amtszeit für Frederiksen - sind damit noch nicht ausgeschlossen.
Nach der Parlamentswahl in Dänemark haben weder die bürgerlich-konservativen noch die linken Parteien eine Mehrheit. ZDF-Korrespondent Henner Hebestreit berichtet, welche Optionen es gibt.
25.03.2026 | 1:02 minVerhandlungen über Mitte-Links-Bündnis stockten
Die Sozialdemokratin war nach der Parlamentswahl am 24. März mit der Regierungsbildung beauftragt worden, weil ihre Partei stärkste Kraft geworden war. Allerdings erzielte sie das schlechteste Wahlergebnis seit mehr als 120 Jahren. Frederiksen ist seit 2019 Regierungschefin.
Insgesamt kam das linke Lager diesmal auf 84 Sitze im Parlament, während das konservativ-rechte Bündnis 77 Mandate erreichte. Für eine Mehrheit sind 90 Sitze nötig. Die Gespräche über ein Mitte-Links-Bündnis waren zuletzt zunehmend ins Stocken geraten.
Dadurch wurde die Handlungsfähigkeit der Regierung geschwächt - ausgerechnet in einer Phase, in der Dänemark versucht, eine diplomatische Krise mit der US-Regierung unter Präsident Donald Trump um Grönland zu entschärfen.
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