Bulgarien-Wahl: Ex-Präsident Radew gewinnt klar

Wahlsieger gilt als russlandfreundlich:Bulgarien-Wahl: Bündnis von Ex-Staatschef Radew gewinnt klar

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Rumen Radew gewinnt die Parlamentswahl in Bulgarien. Die Wähler geben dem Bündnis des EU-kritischen Ex-Präsidenten ein klares Mandat. Wie wird er sich zu Russland positionieren?

Bulgarien: Ex-Präsident Rumen Radew liegt bei der Parlamentswahl in Bulgarien mit seinem Mitte-Links-Bündnis vorn.

Bei der Parlamentswahl in Bulgarien zeichnet sich ein Sieg für Ex-Präsident Rumen Radew und sein Mitte-Links-Bündnis ab. Im Dezember hatte sich die pro-westliche Koalition aufgelöst.

20.04.2026 | 0:17 min

Aus der vorgezogenen Parlamentswahl in Bulgarien ist die Wahlallianz von Ex-Staatschef Rumen Radew als Gewinnerin hervorgegangen. Wie die Zentrale Wahlkommission (ZIK) in Sofia nach Auszählung fast aller Stimmen mitteilte, konnte Radew 44,7 Prozent der Stimmen am Sonntag auf das Bündnis Progressives Bulgarien (PB) vereinigen. Damit dürfte PB die absolute Mehrheit im Parlament haben.

Nach einem halben Jahrzehnt gibt es damit erstmals wieder eine eindeutig stärkste Kraft im Parlament. Zuvor war Bulgariens Politik von einer zersplitterten Parteienlandschaft und ständigen Neuwahlen in dem EU- und Nato-Mitgliedsstaat geprägt.

Andere Parteien und Bündnisse weit hinter Wahlsieger

Die Gegner des Bündnisses Progressives Bulgarien (PB) von Ex-Staatschef Rumen Radew lagen weit abgeschlagen dahinter. Das Bündnis Gerb-SDS unter dem früheren Ministerpräsidenten Boiko Borissow kam nur auf 13,4 Prozent und der reformorientierte Block um die Partei "Wir führen den Wandel fort" auf 12,9 Prozent der Stimmen.

Radew sprach von einem "Sieg der Hoffnung über das Misstrauen", einem "Sieg der Freiheit über die Angst". Bulgarien werde alles daran setzen, seinen europäischen Weg fortzusetzen.

Aber glauben Sie mir: Ein starkes Bulgarien und ein starkes Europa brauchen kritisches Denken und Pragmatismus. Europa ist seinem eigenen Ehrgeiz zum Opfer gefallen, in einer Welt ohne Regeln eine moralische Führungsrolle einzunehmen.

Rumen Radew

A man observes campaign posters of both Independent Bulgaria party and Bulgarian Socialist Party (BSP) in Sofia, Bulgaria, 17 April 2026.

Bulgariens Bevölkerung gibt dem Euro die Schuld für die Inflation. Eine Stimmung, von der besonders die Partei des prorussischen Politikers Radew profitiert.

18.04.2026 | 2:38 min

EU-Spitzen gratulieren, aber auch Moskau

Die Spitzen von EU-Kommission und -Rat gratulierten Radew. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb am Montag im Onlinedienst X:

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit für den Wohlstand und die Sicherheit Bulgariens und Europas.

Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin

EU-Ratspräsident António Costa erklärte auf X, er habe am Morgen mit Radew telefoniert und wünsche ihm "alles Gute" für seine neue Aufgabe.

Menschen posieren mit Euro-Banknoten in der Hand, während sie das neue Jahr und die Einführung des Euro in Bulgarien vor der Bulgarischen Nationalbank feiern.

Seit dem 01.01.2026 ist der Euro die neue Währung in Bulgarien. Doch die Umstellung verlief holprig, viele müssen sich noch daran gewöhnen – in einem Land, das tief gespalten ist.

19.01.2026 | 2:32 min

Moskau begrüßte nach dem Sieg des EU-kritischen Ex-Präsidenten Radew dessen Aufruf zu einem Dialog mit Russland. Der 62-Jährige hatte im Wahlkampf eine Wiederaufnahme des Dialogs mit Moskau gefordert und sieht Sofia dabei als "ein sehr wichtiges Bindeglied".

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Montag vor Journalisten:

Natürlich gefallen uns die Äußerungen von Herrn Radew und einigen anderen europäischen Staatenlenkern bezüglich ihrer Bereitschaft, Probleme durch Dialog zu lösen.

Dmitri Peskow, Kremlsprecher

Radew gilt als russlandfreundlich

Radew war im Januar, wenige Monate vor Ablauf seiner zweiten Amtszeit, von dem weitgehend repräsentativen Präsidentenamt zurückgetreten, um bei der Parlamentswahl ins Rennen zu gehen. Während seiner Präsidentschaft erwarb sich Radew den Ruf, wohlwollend gegenüber Russland und kritisch gegenüber einer Unterstützung der Ukraine eingestellt zu sein.

Nachdem die vorherige Regierung in Folge massiver Anti-Korruptions-Proteste zurückgetreten war, inszenierte sich Radew im Wahlkampf gekonnt als Gegner von Verbrechen und Korruption.

Quelle: dpa, AFP
Über die Parlamentswahl in Bulgarien berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem ZDFheute Xpress am 20.04.2026 ab 12:10 Uhr.

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