US-Außenminister bei Erdogan:Blinken fordert Schutz von Zivilisten in Syrien
Die Türkei unterstützte die syrischen Rebellen im Kampf gegen Assad. US-Außenminister Blinken fordert von dem türkischen Präsidenten die Einhaltung der Menschenrechte in Syrien.
US-Außenminister Antony Blinken hat nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad vor neuen Konflikten in Syrien gewarnt. "Die USA haben kein Interesse an einer Destabilisierung im Nahen Osten", so ZDF-Korrespondent David Sauer.
13.12.2024 | 3:11 minNach dem Sturz der Regierung in Syrien durch von Ankara unterstützte Islamisten hat US-Außenminister Antony Blinken gegenüber dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf die Notwendigkeit des Schutzes von Zivilisten hingewiesen.
Blinken habe bei einem Treffen mit Erdogan in Ankara am Donnerstag bekräftigt, "wie wichtig es ist, dass alle Akteure in Syrien die Menschenrechte respektieren, das humanitäre Völkerrecht achten und alle möglichen Schritte unternehmen, um die Zivilbevölkerung, einschließlich der Angehörigen von Minderheiten, zu schützen", erklärte US-Außenministeriumssprecher Matthew Miller.
Gleichzeitig wollen wir es vermeiden, zusätzliche Konflikte in Syrien auszulösen.
Antony Blinken, US-Außenminister
"Dazu gehört auch, sicherzustellen, dass der Islamische Staat nicht wieder auftaucht. Und entscheidend dafür, dass das nicht passiert, sind die sogenannten SDF, die Demokratischen Kräfte Syriens, die wir unterstützen", sagte Blinken weiter in Bezug auf die kurdisch angeführten Kräfte.
Türkei meldet Sicherheitsbedenken an
Die Türkei hatte nach dem Umsturz in Syrien ihre Sicherheitsbedenken kundgetan. In dem Land kämpft Ankara gegen kurdisch angeführte Kräfte, die wiederum von Washington als wichtige Akteure im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt werden.
Die US-Unterstützung der kurdischen Kräfte hat zu diplomatischen Verstimmungen mit Ankara geführt, da die türkische Regierung diese als verlängerten Arm der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ansieht, die in der Türkei als Terrororganisation eingestuft und verboten ist.
Die Bundesregierung will nach dem Sturz von Langzeitherrscher Baschar al-Assad mehr Präsenz in Syrien zeigen. "Es muss jetzt darum gehen, dass wir unsere Kontakte ausbauen", so Staatsminister Tobias Lindner.
13.12.2024 | 5:05 minBlinken drängt auf gewaltfreien Machtübergang
Zuvor war Blinken nach Jordanien gereist, wo er sich mit König Abdullah II. und mit dem jordanischen Außenminister Aiman al-Safadi traf. Dabei sprach er sich nach Angaben seines Ministeriums für einen "inklusiven Übergang" aus. Dieser müsse zu einer international ansprechbaren und "repräsentativen syrischen Regierung führen, die vom syrischen Volk gewählt wird".
Jordaniens König sagte, dass der erste Schritt für eine Befriedung in der Region ein Waffenstillstand im Gazastreifen sei. Die Zweistaatenlösung sei der einzige Weg, um einen gerechten und umfassenden Frieden zu erreichen. Dabei spielten die USA eine entscheidende Rolle. Jordanien wird nach eigenen Angaben am Samstag einen Krisengipfel zur Lage in Syrien ausrichten.
Nach dem Sturz des Assad-Regimes in Syrien ist die humanitäre Lage im Land weiterhin unübersichtlich. "Kampfhandlungen im Nordosten Syriens haben zu massiven Vertreibungen geführt", so Christian Katzer (Ärzte ohne Grenzen).
12.12.2024 | 4:55 minG7-Staaten fordern Rechtsstaatlichkeit in Syrien
Auch die sieben großen Industriestaaten (G7) hatten am Donnerstag von den neuen Machthabern in Syrien den Schutz der Menschenrechte, einschließlich derer von Frauen und Minderheiten, gefordert.
Es sei zudem wichtig, "das Assad-Regime für seine Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen". Die G7 würden mit einer künftigen syrischen Regierung, die sich an die Rechtsstaatlichkeit und die Menschenrechte halte und die aus diesem Prozess hervorgehe, zusammenarbeiten und sie uneingeschränkt unterstützen, hieß es weiter.
Aktuelle Nachrichten zu Syrien
- Interview
Gefechte zwischen Armee und Kurden:Experte: Waffenruhe in Syrien hat "eine gewisse Chance"
mit Video1:25 Nachrichten | heute 19:00 Uhr:"Die Lage ist unübersichtlich"
Video1:02Kämpfe in Syrien:Experte: Waffenruhe nicht "aussichtslos"
Video16:03Kämpfe in Syrien:"Große Sorge bei den Menschen"
Video6:09Kämpfe in Syrien:Die Lage im Land "ist irritierend"
Video6:41Trotz geplanter Waffenruhe:Lage in Syrien bleibt angespannt
Video0:27Hätte am Montag kommen sollen:Syriens Präsident sagt Berlin-Besuch ab
mit Video1:25Nach Attentat auf drei Amerikaner:US-Militär tötet Extremist bei Vergeltungsschlag in Syrien
mit Video0:17Nach Tod von drei Amerikanern:USA fliegen Angriffe gegen IS-Ziele in Syrien
Video0:17"Großangelegte Schläge":USA und Verbündete greifen wieder IS-Ziele in Syrien an
mit Video0:17Kurden widersprechen Darstellung:Syrien: Armee erklärt Militäreinsatz in Aleppo für beendet
mit Video0:24Gefechte mit kurdischen Milizen:Syriens Armee verkündet Kontrolle über Aleppo
Video0:24Konflikt in Nordsyrien:Kurzzeitige Waffenruhe in Aleppo
Video0:25Klausurtagung in Seeon:Wie realistisch sind die Abschiebepläne der CSU?
von Julian Schmidt-Farrentmit Video1:46Migration in Deutschland:Zahl der Asyl-Erstanträge deutlich gesunken
mit Video0:27
Nachrichten | Thema:Syrien
Migrationsexperte zu Assad-Sturz:Flüchtlingssituation: Chance auf Entspannung?
mit Video2:43Nach Umsturz in Syrien:Assad und Familie offenbar in Moskau
mit Video2:43ZDF-Korrespondent zu Assad-Sturz:"Für Russland ist das Ganze eine Blamage"
mit Video2:45Reaktion auf Assad-Sturz:Golanhöhen: Israel schickt Truppen in Pufferzone
Nach Absetzung Assads:Syrer in Deutschland freuen sich über Umsturz
Anführer der Rebellenmiliz:Al-Dschulani: Der neue starke Mann in Syrien?
mit Video1:35- FAQ
Bürgerkrieg in Syrien:Wie geht es nach dem Sturz Assads weiter?
- Interview
Gerlach zum Umsturz in Syrien:Nahost-Experte: Chance, aber auch viele Risiken