Außenministerin im ZDF spezial:Was Annalena Baerbock über Kamala Harris sagt
Außenministerin Baerbock blickt mit Spannung auf die Ereignisse in den USA. Was sie von einer möglichen Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris hält, erzählt sie im ZDF-Interview.
Joe Biden habe das transatlantische Bündnis sein ganzes politisches Leben lang geprägt, so Bundesaußenministerin Annalena Baerbock im ZDF-Interview.
22.07.2024 | 3:54 minNoch auf dem Nato-Gipfel in Washington D.C. vor etwa zwei Wochen habe US-Präsident Joe Biden deutlich gemacht, "dass die transatlantische Zusammenarbeit so eng ist wie nie zuvor", erinnert sich Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne). Für die Wahl im kommenden November hat Biden nun seine Kandidatur zurückgezogen.
Großer Respekt für diese Entscheidung, wo er die Interessen seines Landes über seine eigenen stellt.
Annalena Baerbock, Außenministerin
Was Baerbock über seine potenzielle Nachfolgerin Kamala Harris denkt und wie die Außenministerin die Auswirkungen für Europa einschätzt, erzählt sie bei ZDF spezial.
Das sagt Baerbock dazu, …
... mit wem sie als Präsidentschaftskandidat der Demokraten rechnet
Der Name Kamala Harris sei in aller Munde, sagt Baerbock. Allerdings werde die Außenministerin die Entscheidung der Partei von außen nicht kommentieren, sondern mit großem Interesse verfolgen.
Das wird natürlich jetzt für alle spannend.
Annalena Baerbock, Außenministerin
Seit längerem bereite sich die Bundesregierung aber "intensiv" auf die bevorstehende US-Wahl vor. Denn diese sei "entscheidend" für die zukünftige Zusammenarbeit.
... was Kamala Harris auszeichnet
Harris sei eine "Transatlantikerin durch und durch" - das brauche es auch "in diesen Zeiten". Baerbock erinnert sich an ein längeres Treffen mit der US-Vizepräsidentin auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor zwei Jahren. Dass die Zusammenarbeit vor allem bei Sicherheits- und Verteidigungsfragen fortgesetzt werden könne, sei wichtig, betont die Außenministerin. Sie erwarte einen "sehr spannenden Wahlkampf".
Zudem sei es ein "großer, großer Beitrag mit Blick auf die Gleichstellungsfrage", wenn erstmalig eine Frau das US-Präsidentenamt innehabe.
... ob Europa ohne Unterstützung der USA Sicherheit garantieren könnte
Unabhängig davon, wie die US-Wahl ausgehe, sei klar, "dass Europa stärker werden" und "insbesondere mehr für seine eigene Sicherheit, Verteidigung und die Stärkung unserer Freiheit sorgen" müsse, betont Baerbock.
Deswegen haben wir uns als deutsche Bundesregierung, aber auch mit den anderen EU- und Nato-Partnern so intensiv nicht nur dafür eingesetzt, sondern investieren so stark in den europäischen Pfeiler innerhalb der Nato.
Annalena Baerbock, Außenministerin
Mit einer Administration zusammenzuarbeiten, die "nicht nur die Werte und die Interessen teilt, sondern mit der man auch persönlich wirklich vertrauensvoll ganz, ganz schwierige Themen immer wieder beraten kann", stärke nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch die auf der "anderen Seite des Atlantiks", erklärt Baerbock weiter.
Deswegen sei es auch so wichtig, "dass wir jetzt in den nächsten Monaten unsere Unterstützung für die Ukraine, und das bedeutet dann unsere Unterstützung für uns insgesamt als Europäer, weiter maximal ausbauen."
Das Interview führte Antje Pieper, zusammengefasst hat es Carolin Wolf.
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