Attacken auf Kuwait und Bahrain :USA greifen Ziele in Iran an - Teheran beschießt Armeeanlagen
Die USA haben in der Nacht nach eigenen Angaben Ziele in Iran angegriffen. Teheran kündigte Vergeltung an, wenig später melden Kuwait und Bahrain Attacken aus der Luft.
Als Antwort auf US-Angriffe in der vergangenen Nacht hat der Iran nach eigenen Angaben Kuwait mit Drohnen und Raketen beschossen. Auslöser waren iranische Angriffe auf Handelsschiffe.
08.07.2026 | 0:25 minNach den Attacken auf mehrere Tanker in der Straße von Hormus hat das US-Militär nach eigenen Angaben in der Nacht mehr als 80 Ziele in Iran angegriffen. Zudem setzte die Regierung in Washington am Dienstag die Ölsanktionen gegen Iran wieder in Kraft.
Die Streitkräfte hätten unter anderem Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen sowie mehr als 60 Boote der Revolutionsgarden in oder nahe der Straße von Hormus getroffen, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom mit. Damit sei die Fähigkeit Irans beeinträchtigt worden, den Schiffsverkehr in der Meerenge zu stören. Einige Stunden später erklärte Centcom die Angriffe für beendet.
In der Straße von Hormus ist offenbar erneut ein Tanker angegriffen worden. Die Besatzung meldete einen Treffer durch ein unbekanntes Geschoss. Verletzt wurde niemand.
07.07.2026 | 0:22 minDas US-Militär stellte die Attacke als Reaktion auf iranische Angriffe auf drei Handelsschiffe dar. Centcom zufolge hatte Iran je ein Schiff unter der Flagge der Marshallinseln, Liberias sowie Saudi-Arabiens angegriffen. Die US-Streitkräfte stünden weiterhin bereit, Iran bei Verstößen gegen das Rahmenabkommen zur Rechenschaft zu ziehen.
Das Regionalkommando des US-Militärs auf X
Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Iranische Medien berichteten über mehrere Explosionen im Süden des Landes. Diese seien unter anderem in den Hafenstädten Sirik und Bandar Abbas sowie auf der Insel Keschm zu hören gewesen. Berichte über Opfer oder Schäden liegen zunächst nicht vor.
Kuwait meldet Beschuss, Luftalarm in Bahrain
Iran verurteilte die erneuten US-Angriffe als Verstoß gegen das Rahmenabkommen. Das Vorgehen der USA, Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft zu setzen sowie die daraufhin erfolgten Angriffe stellten einen "schwerwiegenden Verstoß" gegen das Abkommen dar, schrieb Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi auf der Plattform X. Man werde "entschlossene Maßnahmen ergreifen, um seine nationalen Interessen und seine Sicherheit zu wahren."
Der mit den USA verbündete Staat Kuwait wurde in der Nacht nach eigenen Angaben von Raketen und Drohnen attackiert. Die Luftabwehr sei gegen die "feindlichen" Angriffe im Einsatz, erklärte die Armee des Landes auf X. "Die kuwaitische Luftabwehr wehrt derzeit feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab", erklärte die Armee des Golfstaates, ohne Angaben zur Herkunft der Angriffe zu machen. "Der Generalstab der Armee weist darauf hin, dass die zu hörenden Explosionen auf das Abfangen feindlicher Angriffe durch Luftabwehrsysteme zurückzuführen sind."
Kurz zuvor hatte bereits das Innenministerium von Bahrain erklärt, dass im Land Luftalarm ausgelöst worden sei. "Bürger und Einwohner werden aufgefordert, Ruhe zu bewahren und sich an den nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben." Das Ministerium machte keine Angaben, weshalb Luftalarm ausgelöst wurde.
Mit der Iran-Vereinbarung der USA soll auch die Straße von Hormus geöffnet werden. Die deutsche Marine könnte die Meerenge sichern. Eine ihrer Stärken: Seeminen aufspüren und räumen.
24.06.2026 | 10:28 minTanker in der Straße von Hormus getroffen
In der Nacht auf Dienstag waren mehrere Tanker in der Straße von Hormus beziehungsweise nahe der strategisch wichtigen Meerenge getroffen worden. Nach Angaben der britischen Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt UKMTO wurde ein Tanker von einer Drohne getroffen und leicht beschädigt. Fast zeitgleich meldete die Behörde einen weiteren Vorfall, bei dem ein Tanker von einem Geschoss getroffen worden sei.
Besonders schwere Schäden wurden von dem katarischen Flüssiggas-Tanker "al-Rekajat" gemeldet, der nach Angaben der Schiffsbesatzung von einem "unbekannten Geschoss" getroffen wurde. Katar machte Iran für den Angriff verantwortlich und sprach von einer Gefahr für die Sicherheit der internationalen Schifffahrt und die weltweite Energieversorgung.
Zwischen den USA und Iran gilt seit letzter Woche eigentlich eine Waffenruhe – doch nun haben sich beide Länder erneut gegenseitig angegriffen. Korrespondent Elmar Theveßen mit einer Einordnung.
27.06.2026 | 1:13 minUnklar blieb zunächst, ob sich einzelne Meldungen auf denselben Vorfall bezogen und wer hinter den Angriffen steckte. Washington macht Teheran verantwortlich für Angriffe auf drei Handelsschiffe.
Das iranische Staatsfernsehen erklärte Medienberichten zufolge, ein Flüssiggas-Tanker sei angegriffen worden, nachdem er Warnungen ignoriert habe. Teheran hatte sich zunächst nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert oder Verantwortung reklamiert. Iran hatte aber in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, nur die von ihm vorgegebene Route durch die Straße von Hormus sei sicher.
USA setzen Ölsanktionen wieder in Kraft
Die USA setzten als Reaktion auch die zuvor gelockerten Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Eine vor gut zwei Wochen erteilte Ausnahmegenehmigung werde wieder zurückgenommen, teilte das US-Finanzministerium mit. Neue Geschäfte mit Rohöl, Petrochemie- und Erdölprodukten iranischen Ursprungs sind damit wieder untersagt.
Mehr zu Iran
Iran-Krieg:Trotz Waffenruhe: Angriff auf Tanker in der Straße von Hormus
mit Video1:35- Interview
Nahostexperte Schindler:Iranisches Regime hält sich "mit brutaler Gewalt"
mit Video14:04 Teheran kritisiert Vorstoß aus Paris:Straße von Hormus: Iran lehnt internationale Minenräumung ab
mit Video0:26- FAQ
Wichtige Handelsroute:Straße von Hormus: Können Länder die Meerenge umgehen?
mit Video1:20