Landgericht München:Freisprüche nach Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen
2022 starben fünf Menschen bei einem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen. Im Prozess in München wurden nun die beiden angeklagten Bahn-Mitarbeiter freigesprochen.
Im Prozess um das Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen mit fünf Toten hat das Landgericht München II die beiden Angeklagten freigesprochen.
19.01.2026 | 2:59 minIm Prozess um das Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen mit fünf Toten und Dutzenden Verletzten sind die beiden angeklagten Bahn-Mitarbeiter freigesprochen worden. Das hat das Landgericht München II entschieden.
Die Staatsanwaltschaft hatte Freiheitsstrafen auf Bewährung für die beiden Männer gefordert: für den Fahrdienstleiter ein Jahr auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung, für den zuständigen Bezirksleiter zwei Jahre. Die Verteidiger der Angeklagten forderten jeweils Freispruch für ihre Mandanten.
Vor vier Jahren starben fünf Menschen in einem Zugunglück bei Garmisch. 78 Menschen wurden verletzt.
28.10.2025 | 1:27 minZugunglück bei Garmisch-Partenkirchen wegen maroder Schienen
Fünf Menschen starben und mehr als 70 wurden verletzt als der Zug vor dreieinhalb Jahren in Burgrain bei Garmisch-Partenkirchen entgleiste. Der Grund waren marode Schienen. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass die beiden Angeklagten das Unglück hätten verhindern können. Die Einschätzung teilte das Gericht nicht.
Die Staatsanwältin sah bei dem Bezirksleiter, der Instandsetzungsmaßnahmen immer wieder verzögert haben soll, "wiederholtes und systematisches Versagen" über Jahre hinweg.
Bei dem Fahrdienstleiter sah die Staatsanwaltschaft lediglich ein "Augenblicksversagen" nach jahrelang tadelloser Arbeit. Er hatte am Vortag des Unglücks den Hinweis eines Lokführers über Auffälligkeiten an der späteren Unfallstelle nicht weitergeleitet.
Das Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen im Juni 2022 war vermeidbar. Laut einem internen Bahn-Bericht liegt die Verantwortung bei betrieblichem Personal und Vorstand der DB Netz.
01.09.2025 | 0:26 minEntschuldigungen im Prozess
Die beiden Angeklagten hatten sich im Prozess ergriffen und sehr betroffen über das Unglück gezeigt. Zu Beginn des Prozesses hatten sie sich umfangreich geäußert und bei den Hinterbliebenen und Betroffenen entschuldigt. Nach den Plädoyers ihrer Anwälte schlossen sie sich jeweils den Ausführungen ihrer Verteidiger an. Der Bezirksleiter betonte noch einmal, wie leid ihm das Unglück tue und wünschte den Betroffenen viel Kraft.
Weitere Nachrichten von der Deutschen Bahn
Kritik an Deutscher Bahn nach "Elli":Winter-Chaos: Bahn-Chefin Palla verteidigt Vorgehen
mit Video0:16Tarif-Frieden bis Ende Februar:Bahn und GDL verhandeln - vorerst ohne Streiks
mit Video0:19Gewalt in Zügen und an Bahnhöfen:Jeden Tag fünf Angriffe auf Mitarbeiter der Deutschen Bahn
mit Video0:22Kostenexplosion trifft Kunden:Warum die Trassenpreise der Bahn einen Neustart brauchen
von Karen Grassmit Video5:29