El Niño bahnt sich an - Folgen für Deutschland befürchtet

Experten rechnen mit heftigem Ereignis:El Niño bahnt sich an - Folgen für Deutschland befürchtet

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Der Deutsche Wetterdienst geht von einem "der stärksten El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen" aus. Auch Deutschland könnte die Folgen zu spüren bekommen.

Ein Mann steht im knietiefen Wasser bei einer Überschwemmung nach heftigen Regenfällen.

Rekord-Niedrigwasser, Waldbrände, Hitzetote – Europas Sommer ist diesmal extrem. Im Pazifik baut sich nun ein Super-El-Niño auf: Was das Wetterphänomen für die nächsten Monate bedeutet.

19.08.2026 | 6:29 min

Das aktuelle Klimaphänomen El Niño verstärkt sich zusehends und könnte nach Expertenschätzungen sogar zum größten seit Messbeginn werden. Die direkten Auswirkungen auf Europa sind nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes (DWD) noch ungewiss.

Menschen und Landwirtschaft in anderen Erdregionen könnte es aber deutlich stärker treffen - und damit auch in Deutschland Preise für bestimmte Produkte erhöhen.

Im Pazifik bahnt sich eines der stärksten El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen an.

Deutscher Wetterdienst (DWD)

"Die Entwicklung ist bereits deutlich erkennbar", schreibt der DWD.

Überdurchschnittliche Temperaturen im Pazifik

Über dem zentralen und östlichen Pazifik - einer Region, die für die Entstehung des El Niños entscheidend ist - lagen die Meeresoberflächentemperaturen im Juli demnach deutlich über dem Mittel. Besonders betroffen von einem starken El Niño können laut DWD unter anderem Teile von Amerika, Australien, Asien und Afrika sein.

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Alle zwei bis sieben Jahre tritt im Pazifik das Klimaphänomen El Niño auf – mit teils verheerenden Folgen. Was genau dabei passiert, erklärt ZDF-Meteorologe Özden Terli.

06.05.2026 | 1:06 min

Während es in einigen sonst trockenen Gebieten zu kräftigen Niederschlägen kommen könne, führe El Niño in anderen Regionen häufig zu schwerer Dürre.

  • El Niño beschreibt eine großflächige temporäre Erwärmung der oberen Wasserschichten des tropischen Ostpazifiks.
  • Der Name bedeutet "Junge" oder auch "Christkind", da dieses Phänomen in Peru in der Regel zur Weihnachtszeit einsetzt.
  • El Niño wurde ursprünglich an der Westküste Südamerikas entdeckt. Es kann aber weltweit Auswirkungen haben.
  • Das Naturereignis tritt ungefähr alle drei bis vier Jahre auf.

Quellen: Deutscher Wetterdienst, Science Media Center

Folgen hängen von vielen Faktoren ab

In Europa seien die Folgen eines starken El Niños deutlich weniger ausgeprägt. Es liegt weit weg vom tropischen Pazifik. Das Klimaphänomen könnte dort laut DWD vor allem indirekte Auswirkungen durch Veränderungen der großräumigen atmosphärischen Zirkulation haben. Die konkreten Folgen hingen jedoch von vielen Faktoren ab und seien aktuell "noch nicht adäquat" prognostizierbar.

Armin Bunde, emeritierter Professor der Universität Gießen, der das Wetterphänomen selbst bereits berechnet hat, verwies auf indirekte Auswirkungen. "So können schlechte Ernten im Pazifikraum zu höheren Preisen für Zucker, Kaffee und Kakao führen", sagte er vor einiger Zeit.

Schiffspassagen im Panamakanal werden gesenkt

Für die Zahl erlaubter Schiffpassagen im Panamakanal sind schon Folgen angekündigt: Die buchbaren Durchfahrten werden ab September schrittweise leicht gesenkt, wie die Verwaltung der Wasserstraße zwischen dem Atlantik und dem Pazifik mitteilte.

Marietta Slomka (l.) und Helene Reiner (r.) in "heute journal - der Podcast"

Extreme Hitzewellen, Trockenheit und Waldbrände bestimmen den Sommer 2026. Und nun beginnt auch noch "El Niño". Das Klima- und Wetterphänomen soll in diesem Jahr besonders heftig ausfallen.

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Trotz der laufenden Regenzeit und bereits ergriffener Wassersparmaßnahmen, um die Auswirkungen des Klimaphänomens El Niño abzumildern, seien zusätzliche vorbeugende Schritte erforderlich. Der Panamakanal funktioniert mit Schleusen. Jedes Mal, wenn ein Schiff hindurchfährt, fließt Süßwasser ins Meer ab.

"Historisches Ereignis" möglich

Nach Angaben der US-Klimabehörde (Noaa) verstärkt sich El Niño derzeit und wird mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent in den kommenden Monaten zu einem "sehr starken" Ereignis. Das ist die höchste von vier Kategorien. Es könnte sogar der stärkste El Niño seit Messbeginn werden. Erst kürzlich hatte die Noaa geschrieben:

Während der Saison von Oktober bis Dezember 2026 besteht eine 69-prozentige Wahrscheinlichkeit für ein historisches Ereignis, das die Stärke aller bisherigen El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 übertreffen würde.

US-Klimabehörde (Noaa)

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das auslandsjournal am 19.08.2026 ab 22:15 Uhr.

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