In mehreren Bundesländern:Was Sie zum Warntag wissen müssen
Egal ob Hochwasser, Unwetter oder Lawinengefahr: Wenn Menschen in Gefahr sind, kann eine Warnung Leben retten. In mehreren Bundesländern wurde es daher heute wieder kurz laut.
Am Vormittag schrillten in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Handys und Sirenen. Mit dem Probealarm wurde die Funktion der Warnsysteme getestet.
12.03.2026 | 0:17 minEin schrilles Piepsen am Handy, lautes Geheule auf dem Dach der Feuerwehr: Am Donnerstagvormittag wurde in mehreren Bundesländern der Ernstfall erprobt.
Um 10 Uhr heulten vielerorts in Rheinland-Pfalz die Sirenen. Das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz überprüfte damit seine Warnsysteme für Krisen- und Katastrophenfälle. Auch in Hessen wurde ab 10 Uhr der Probealarm ausgelöst. In Nordrhein-Westfalen und Bayern wurden die verschiedenen Warnmittel um 11 Uhr geprüft.
Der bundesweite Warntag dient als Test für die bestehenden Warnkanäle bei eventuellen Gefahrenlagen. Die Probesignale werden unter anderem durch Handys abgegeben.
11.09.2025 | 1:54 minWarum ist der Warntag so wichtig?
Im Ernstfall müssen Warnsysteme sofort und ohne Einschränkungen funktionieren. Der Warntag soll helfen, technische Probleme zu erkennen und Abläufe zwischen Behörden, Leitstellen und Medien zu überprüfen. Außerdem soll er Menschen sensibilisieren, wie mit solchen Warnungen umzugehen ist. Die Sprecherin des NRW-Innenministeriums, Nina Louwen, erklärte:
Der landesweite Warntag dient in erster Linie dazu, die gesamte Warninfrastruktur in Nordrhein-Westfalen regelmäßig zu testen und die Bevölkerung mit den Warnsignalen vertraut zu machen.
Nina Louwen, Sprecherin des Innenministeriums in Nordrhein-Westfalen
Wie genau funktionieren die Warnsysteme?
Die Warnmeldungen werden über einen sogenannten "Warnmix" verbreitet: Laut Innenministerium nutzen die kommunalen Leitstellen in NRW dafür das Modulare Warnsystem (MoWaS), um gleichzeitig mehrere Warnkanäle zu aktivieren und so möglichst viele Menschen zu erreichen. Warnmittel, an die das System die Warnung weiterleitet, sind unter anderem:
- Sirenen
- Warn-Apps wie NINA oder KATWARN
- Radio und Fernsehen
- digitale Stadtinformationstafeln
- Lautsprecherfahrzeuge
Bundesweit haben am Donnerstagvormittag probehalber die amtlichen Warnsysteme für den Not- und Katastrophenfall ausgelöst. Hintergrund ist der sogenannte jährliche Warntag.
11.09.2025 | 2:06 minFür welche Situationen ist dieser Alarm vorgesehen?
Warnmeldungen sollen die Bevölkerung über Ereignisse informieren, bei denen erhöhte Aufmerksamkeit oder schnelles Handeln erforderlich ist, um rechtzeitig Maßnahmen zum Selbstschutz ergreifen zu können. Beispiele sind:
- extreme Unwetter und deren Auswirkungen für die Bevölkerung
- große Brände oder Explosionen
- Chemieunfälle oder Gefahrstofffreisetzungen
- Ausfall wichtiger Infrastruktur (z. B. Trinkwasser oder Strom)
- Bombenentschärfungen
Was kann an einem Warntag schiefgehen?
"Bei vorangegangenen Warntagen konnte festgestellt werden, dass etwa einzelne Sirenen nicht funktionierten und aufgrund dieser Erprobung repariert werden konnten", sagte Ministeriumssprecherin Louwen. Bei Handynutzern mit einem älteren Gerät könne der Empfang der Warnmeldung über Cell Broadcast möglicherweise nicht funktionieren.
Wer feststellt, dass die Warnung auf einem zu alten Handy nicht angekommen ist, müsse sich für eine Aktualisierung direkt an den Hersteller wenden.
Wie funktioniert das Warnen über das Handy?
Zentraler Baustein der Warnkette sind die Warnnachrichten über den Mobilfunkdienst Cell Broadcast, die viele neuere Smartphones empfangen und anzeigen. Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz erreiche kein anderer Warnkanal mehr Menschen direkt.
Bei Cell Broadcast - frei übersetzt: "Funkzellen Übertragung" - werden Nachrichten bis zu einer Länge von knapp 1.400 Zeichen für eine festgelegte Dauer in einem bestimmten Funkbereich ausgesendet. Alle kompatiblen Mobiltelefone in dieser Region greifen diese Warnung dann auf und zeigen sie den Menschen vor Ort an. So kann eine Meldung mehrere Millionen Empfänger gleichzeitig erreichen.
Bei der neuen Technologie werden keine einzelnen Nachrichten von Sender zu Empfänger geschickt und auch keine Daten des Empfängers übermittelt. Das schont die Netzkapazitäten, wodurch im Katastrophenfall trotz überlasteter Mobilfunknetze oder abreißender Stromversorgung Menschen eher erreicht werden können.
Der Sender - zum Beispiel lokale Feuerwehr oder auch Landeskatastrophenschutz - kann im Vorfeld der Warnung genau aussuchen, welche Menschen von einer Katastrophe bedroht sind und welche Mobilfunktürme dementsprechend die Nachricht ausstrahlen. Dadurch können beispielsweise auch Touristen in der betroffenen Region gewarnt werden.
Der Sender kann bei Cell Broadcast einstellen, mit welcher Dringlichkeit die Menschen gewarnt werden soll. So könnte sogar entschieden werden, dass die Mobiltelefone ein Tonsignal abgeben, selbst wenn sie im lautlosen Modus sind. Eine solche "CB-Meldung" würde selbst bei Handys ohne SIM-Karte ankommen.
Über Cell Broadcast können Warnnachrichten direkt und anonym als sogenannte Push-Nachricht an Smartphones oder Handys geschickt werden. "Der Broadcast ermöglicht es, Warnungen einfach, schnell und ortsbezogen sowie zeitgleich an eine große Anzahl von Menschen zu versenden", erklärte Louwen.
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