Stiller Marsch in den lauten USA:Mönche laufen 3.700 Kilometer für den Frieden
von Katharina Schuster, Virginia, USA
Von Texas bis nach Washington D.C.: Eine Gruppe von buddhistischen Mönchen läuft 3.700 Kilometer durch die USA für den Frieden. Über einen stillen Marsch durch ein lautes Land.
Frieden, Mitgefühl und Gewaltlosigkeit - mit dieser Botschaft machten sich buddhistische Mönche auf den Weg, drei Monate, 3.700 Kilometer, von Texas bis in die Hauptstadt.
10.02.2026 | 2:39 minAn diesem Morgen in Fredericksburg, im US-Bundesstaat Virginia, ist die Luft kalt. Schneeberge türmen sich links und rechts der Straßenränder. Dazwischen läuft eine Gruppe buddhistischer Mönche. Schweigend, in gleichmäßigem Tempo, mit schnellem Schritt.
Mehr als 3.600 Kilometer haben sie zu diesem Zeitpunkt bereits zurückgelegt. Von Texas bis nach Washington D.C. führt sie ihr Weg. Zu Fuß, oft barfuß, bei Minusgraden in Sandalen.
Noch rund 100 Kilometer liegen zu diesem Zeitpunkt vor den Männern. Kein Sprechchor, keine Plakate, nur Schritte auf dem Asphalt.
Mönche sind seit Oktober unterwegs
Seit Ende Oktober laufen die Mönche mit ihrem Hund Aloka dem Zentrum der politischen Macht in den USA entgegen. Nicht aus Protest, sondern als stiller Marsch. Die Botschaft der Mönche: Einheit, Mitgefühl, Achtsamkeit, Heilung und Frieden.
Ihr beschwerlicher sogenannter "Walk of Peace" ging viral. Die Facebook-Seite der Aktion zählt mehr als 2,5 Millionen Follower, auf Instagram sind es knapp 2 Millionen. Ihre Videos wurden mehr als hundert Millionen Mal angesehen.
Die Mission - mehr Miteinander und mehr Mitgefühl für alle - trifft in den USA einen Nerv.
10.02.2026 | 1:38 minTausende säumen auf ihrem Weg die Straßen. Nie hätten die Mönche geahnt, wie sehr ihre Botschaft gebraucht wird, erzählt der Leiter der Gruppe, Bhikkhu Pannakara, im ZDF-Interview.
Wir wollen das Bewusstsein für Frieden schärfen, in der Hoffnung, dass alle in Einheit und Harmonie leben werden.
Bhikkhu Pannakara, Leiter der Mönch-Gruppe
Alle strebten nach "Liebe, Güte und Mitgefühl". Doch ohne einen achtsamen Umgang mit uns selbst und miteinander, könne es keinen Frieden geben.
"Die Menschen haben den Frieden eingesperrt", sagen die Mönche. Sie seien unterwegs, um zu helfen, diesen Frieden zu befreien.
Seit Oktober sind rund zwei Dutzend Mönche zu Fuß von Texas nach Washington unterwegs, um ein Zeichen für Frieden und Zusammenhalt zu setzen.
16.01.2026 | 0:33 minTeilnehmer am Straßenrand: Mönche geben uns Hoffnung
Um die Mönche bei ihrem Einzug auf der Bundesstraße in Cranewood in Virginia, besser sehen zu können, haben sich Princess und Latifah Dyer mit ihrem Hund Teddy Chino auf einen Schneehaufen gestellt.
Princess hält Blumen in der Hand, im Herzen trägt sie eine Hoffnung, dass der Marsch dazu beiträgt die Menschen in den USA wieder zusammenzubringen.
Ich finde es einfach toll, wenn alle für eine gemeinsame Sache zusammenkommen, besonders in der aktuellen Situation mit dieser Präsidentschaft.
Princess Dyer, Virginia
Princess und Latifah Dyer mit ihrem Hund Teddy Chino.
Quelle: Katharina SchusterJoel Rose ist mit seiner Frau und seinen Enkeln gekommen. "Ich denke, wir sollten Menschen unterstützen, die an Frieden glauben, unabhängig davon, welcher Religion sie angehören."
Auch Tina Olsen steht mit ihrer ganzen Familie am Straßenrand in der Nähe von Cranewood. Die Botschaft der Mönche gibt ihr Kraft.
Wir brauchen Liebe, wir brauchen mehr Verständnis und Mitgefühl in diesem Land und ich bin froh, dass sie nach Washington gehen, um diese Botschaft dorthin zu tragen.
Tina Olsen
Es gebe einfach so viele Konflikte, ob in der Ukraine, der Politik oder in einem selbst, erzählt Karen Fangman, die in der Nähe von Fredericksburg zum Mittagessen der Mönche gekommen ist. "Ich habe sofort geweint, als ich die Mönche gesehen habe."
Die Mönche gehören zu buddhistischen Klöstern weltweit.
Quelle: APMönche erreichen die US-Hauptstadt
Während in Washington D.C. im Weißen Haus über Krieg, Sicherheit und Macht entschieden wird, erreichen die Mönche am Dienstagmittag die "National Cathedrale" in der US-Hauptstadt.
Auch wenn ihr stiller Marsch in den lauten Vereinigten Staaten von Amerika dort endet, die Mönche hoffen, dass sich ihre Botschaft weiter verbreitet, erzählt der Leiter der Truppe, Bhikkhu Pannakara, im ZDF-Interview.
Pannakara hoffe, dass die Menschen weiterhin Achtsamkeit praktizieren und Frieden finden werden. Ihre Schritte sind leise, aber stark und sie sollen weiter tragen.
Katharina Schuster ist Reporterin im ZDF-Studio Washington D.C.
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