Waldbrand bei Hürtgenwald:Ortsteil in der Eifel mit 1.800 Einwohnern evakuiert
Im Kreis Düren wütet ein heftiger Waldbrand. Zahlreiche Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Behörden warnen vor "extremer Gefahr."
Wegen eines Waldbrandes in der Gemeinde Hürtgenwald ist ein Ortsteil mit knapp 1.800 Einwohnern evakuiert worden. Laut ZDF-Reporterin Nathalie Hasselblatt gab es keine Zwischenfälle.
14.08.2026 | 1:36 minWegen eines Waldbrandes in der Gemeinde Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen wurde ein Ortsteil evakuiert.
Alle Bewohner des Ortsteils Gey hätten mittlerweile ihre Häuser und Wohnungen verlassen, teilte eine Sprecherin des Kreises Düren mit. In Gey leben rund 1.800 Menschen. Die Warn-App Nina zeigt die höchste Warnstufe "Extreme Gefahr" an.
Nach Angaben der Gemeinde breite sich das Feuer weiter aus. Die Flammen seien nur noch weniger als 300 Meter von dem Ortsteil entfernt, sagte Bürgermeister Stephan Cranen (parteilos). Der Kreis Düren hat einen Krisenstab eingerichtet.
In Deutschland stehen Tausende Quadratmeter Wald in Flammen. Neben der extremen Trockenheit lösen auch weggeworfene Zigaretten vielerorts Brände aus.
13.08.2026 | 2:37 minAuch Pflegeheim von Evakuierung betroffen
Wie der WDR berichtet, war auch ein Pflegeheim von der Evakuierung betroffen. Aus einem Haus seien 15 Pflegebedürftige abgeholt worden, schilderte Bürgermeister Cranen. "Das ist alles sehr gut organisiert gewesen", sagte er.
Und daher hat man das, glaube ich, gut aufgenommen, dass man den Eindruck hatte, man kümmert sich um uns.
Stephan Cranen (parteilos), Bürgermeister Hürtgenwald
"Wir haben hier knapp 300 Hektar, die gebrannt haben und wo Glutnester sind", erklärte Ralf Nolten (CDU), Landrat im Kreis Düren, dazu dem WDR.
Die offenen Flammen sind weniger geworden. Wir hatten in der Nacht eine Situation über ein sogenanntes Kronenfeuer, wo das Feuer sehr schnell die Richtung gewechselt hat und auf einen Ort zulief und da mussten wir handeln.
Ralf Nolten (CDU), Landrat im Kreis Düren
Bürgermeister Cranen sagte mit Blick auf seine von Wald umgebene Gemeinde: "Ich hatte schon immer Angst bei diesen Temperaturen, dass was passiert".
Vier Feuerwehrleute mussten im Saarland nach Löscharbeiten wegen Rauch und Hitze medizinisch behandelt werden. In Traben-Trarbach in Rheinland-Pfalz breitet sich ein weiterer Waldbrand aus.
14.08.2026 | 0:22 minWeltkriegsmunition erschwert Löscharbeiten
Die Löscharbeiten werden durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert. "Das Gelände ist doch sehr schwierig und durch die hohe Munitionsbelastung können wir auch keine einzelnen Feuerwehrleute mit Löschrucksäcken reinschicken", sagte Ralf Nolten der Nachrichtenagentur dpa. Im Laufe der Nacht sei auf dem Brandgelände bereits Munition hochgegangen.
Wir haben auch die Schläge gehört.
Ralf Nolten (CDU), Landrat im Kreis Düren
Die wechselnden, teils starken Winde in der Nacht hätten dazu geführt, dass sich die Einsatzkräfte streckenweise hätten zurückziehen müssen, um nicht eingekesselt zu werden, sagte Nolte. Am Freitagmorgen waren auch Panzer und Forstunternehmer vor Ort. Sie sollten Schneisen in dem dicht bewaldeten Gebiet legen, um die Ausbreitung des Feuers einzudämmen.
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Löschhubschrauber im Einsatz
Mindestens ein Hubschrauber soll die Feuerwehr beim Löschen des Waldbrandes nahe Hürtgenwald unterstützen. Die Hilfe sei angefordert, sagte die Sprecherin des Kreises Düren. Feuerwehrleute versuchen zu verhindern, dass die Flammen den Ort erreichen. In der Nacht hatte eine Polizeisprecherin noch berichtet, dass die Flammen gut 500 Meter von dem Ort entfernt seien.
Insgesamt stehen seit Donnerstagnachmittag rund 25 Hektar Wald bei der Gemeinde Hürtgenwald in Flammen. Das entspricht einer Fläche von etwa 35 Fußballfeldern. Die Gemeinde spricht von einer "Großschadenslage". Hürtgenwald liegt im Westen Nordrhein-Westfalens nahe der belgischen Grenze. In der gesamten Gemeinde leben knapp 9.000 Menschen.
Bereits Anfang vergangener Woche kämpfte der Nationalpark Eifel, in dem Hürtgenwald liegt, gegen einen Waldbrand. Das Feuer konnte gelöscht werden. Auf der Brandfläche wurden laut Angaben des Nationalparks Spuren eines illegalen Lagerfeuers gefunden. "Nahezu alle Waldbrände in Nordrhein-Westfalen werden nicht durch Blitzschläge, sondern durch unachtsames Verhalten von Menschen verursacht", heißt es auf seiner Website.
In mehreren Teilen der Welt kämpfen Einsatzkräfte gegen verheerende Waldbrände. Experten warnen vor einer Zunahme der Waldbrandgefahr durch den Klimawandel.
11.08.2026 | 0:24 minLassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
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