Waldbrände in Südfrankreich: Wie der Ort Biscarrosse zusammenhält

Solidarität im Brandgebiet:Waldbrände in Südfrankreich: Wie Biscarrosse zusammenhält

von Carolin Auen, Paris

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Seit über einer Woche wüten im Südwesten Frankreichs Waldbrände. In Biscarrosse kochen Freiwillige täglich 1.000 Mahlzeiten für die Einsatzkräfte - die Solidarität reißt nicht ab.

Versorgung der Feuerwehrleute

Tausende Einsatzkräfte bekämpfen die Waldbrände im Südwesten Frankreichs. In Biscarrosse zeigt sich, wie stark eine Region zusammenhält.

Quelle: AP

40 Grad, pralle Sonne und beißende Luft auf der Fahrt von Bordeaux im Südwesten Frankreichs. Die Zufahrtsstraße nach Biscarrosse vom Landesinneren aus ist gesperrt. Hinter der Polizeikontrolle wird schnell klar, weshalb rund 15.000 Einwohner erst seit dem Vormittag zurück in dieses Gebiet dürfen, nachdem schrittweise erste Evakuierungen aufgehoben wurden: verkohlte Bäume, geschwärzte, staubige Erde, wo sonst der Wald bis an die Straße wächst.

In den Wäldern brennt es weiterhin, auch wenn das Feuer seit einigen Tagen unter Kontrolle ist. Die Feuerwehr hat Brandschneisen in den Wald geschlagen, um das Feuer aufzuhalten, jetzt unterstützen die Landwirte aus der Region sie dabei, diese zu sichern.

Unterstützung der Landwirte, um das Feuer einzugrenzen

Olivier Beilleau ist einer von ihnen, er bewässert mit seinem Traktor den Randstreifen, damit das Feuer nicht wieder ausbricht. "Wir alle helfen mit", sagt er, "und alle Hilfe ist willkommen." Seit einer Woche wechseln sich die Landwirte in den betroffenen Gebieten ab, versorgen die Löschfahrzeuge mit Wasser, um lange Wege abzukürzen, oder löschen selbst mit.

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Der verkohlte Boden ist trocken und von der Sonne aufgeheizt, ein paar hundert Meter weiter, auf der anderen Straßenseite, eine kleine Flamme in der Asche. Die Bäume daneben weiterhin grün und frisch. So wahllos, wie das Feuer hier die Böschung erwischt hat, scheint es am Ortseingang die Häuser verschluckt zu haben: Wenige Meter neben dem verbrannten Gewächshaus einer Gärtnerei und den Überresten eines Wohnhauses blieb ein Bürogebäude vollständig intakt.

Sabine Schaumburg ist aus Bad Tölz angereist, sie hat ein Haus in Biscarrosse. Im Bereich, der noch gesperrt ist.

Wir wussten nicht, ob es noch steht. Jetzt konnten wir kurz vorbeischauen. Es ist alles in Ordnung, Gott sei Dank.

Sabine Schaumburg, Hausbesitzerin

Insgesamt sind in Biscarrosse fast 200 Gebäude abgebrannt, auf über 3.600 Hektar Fläche hat sich das Feuer ausgebreitet, das am vergangenen Donnerstagnachmittag auf einer Landstraße entfachte. Ein Lieferwagen war in Flammen aufgegangen.

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Es ist das kleinere der beiden Feuer im Südwesten von Bordeaux. Etwas weiter nördlich in der Gironde verbrannten 42.000 Hektar, dort ist der Brand eingegrenzt, aber noch nicht unter Kontrolle gebracht. Etwa 3.800 Feuerwehrleute sind in den beiden Waldbrandgebieten im Einsatz, zudem mehr als 2.700 Militär- und Polizeikräfte.

1.000 Mahlzeiten am Tag für die Feuerwehrleute

Um die Einsatzkräfte zu versorgen, haben sich in den betroffenen Orten schnell Freiwillige organisiert - in Biscarrosse koordiniert der Jagdverein die Verpflegungsstation in der Halle der Feuerwehr. Das Essen ist gespendet, von Privatpersonen und Unternehmen. "Heute Abend gibt es Entenschenkel, Schweinefleisch und Kartoffeln." Alexia Ambre legt das Fleisch auf den Grill. Sie betreibt mit ihrem Mann ein Restaurant in der Region und kocht seit dem Wochenende für die Einsatzkräfte.

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Mitglieder des Rugby-Clubs stehen mit am Grill, die Frauen ehemaliger Feuerwehrleute schneiden Brot, falten Servietten und verteilen Besteck. Mittags und abends, über 1.000 Mahlzeiten am Tag. Die Freiwilligen sind froh, eine Aufgabe zu haben. "Es tut ihnen gut und wir sind stolz darauf, ihnen zu helfen", erklärt Anthony Talaud seine Motivation. "Sie sind für uns da und wir für sie."

Und ihre Unterstützung ist willkommen:

Das hilft uns sehr, ist ein wichtiges Element in unserer Arbeit und erlaubt uns, schneller wieder am Einsatzort zu sein. So sind wir effizienter.

Yoan, Feuerwehrmann

Sein Kollege Thibaud stimmt ihm zu: "Das zeigt die Solidarität, wenn wir sie brauchen, sind die Leute hier, um uns zu unterstützen. Zum Glück!"

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Schwere Einbußen in der Tourismusbranche

Zehn Autominuten von Biscarrosse entfernt am Strand spielen Kinder in den Wellen, skaten über die Strandpromenade - Sommerurlaub. Aber nur für wenige: Das Riesenrad fährt langsame Runden, leer, kommt oft zum Stillstand. Niemand steigt ein. Jacques Farge sitzt unten im Häuschen und löst Kreuzworträtsel. "Es ist fast niemand da, nur die Einheimischen", sagt er:

Die Touristen konnten entweder noch nicht wieder zurückkommen oder ziehen es vor, woanders hinzufahren.

Jacques Farge

Juli ist Hauptsaison an der Atlantikküste, jetzt ist es ruhig in der Einkaufsstraße. "Es ist schwierig mit dem Feuer, es sind kaum Leute da", erklärt Jérémie. Seine Eisdiele wird aktuell vor allem von den Leuten besucht, die im Ort leben.

Er und andere Geschäftsleute von Biscarrosse Plage sind auf den Tourismus angewiesen. Jetzt fürchten sie bereits um ihre Saisoneinnahmen. Und dabei ist die Waldbrandsaison gerade erst zur Hälfte vorbei.

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Über dieses Thema berichtet das ZDF in verschiedenen Sendungen, zuletzt in den heute-Nachrichten am 30.07.2026 ab 17:00 Uhr.

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