Frankreich und Spanien:Waldbrände bei Bordeaux: Feuerwehr kämpft gegen neue Flammen
Verzweifelt kämpfen Einsatzkräfte gegen die Waldbrände in Frankreich. Nun sind auch noch neue Feuer ausgebrochen. In Spanien hat sich die Lage leicht entspannt.
Seit Tagen wüten in Frankreich und Spanien verheerende Waldbrände. Die Feuerwehr erzielt an einigen Stellen Erfolge, doch die kommende Hitzewelle könnte die Brände wieder verstärken.
28.07.2026 | 1:44 minDie Feuerwehr setzt ihren Kampf gegen wiederaufflammende Brände in der Region bei Bordeaux an der französischen Atlantikküste auch in der Nacht fort. Mit Start einer neuen Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad fürchten die Einsatzkräfte, dass große Trockenheit und Wind den zwischenzeitlich eingedämmten Brand wieder unkontrolliert auflodern lassen. Der Wetterdienst Météo France warnte vor einem Anstieg des Waldbrandrisikos.
Am Dienstag hatte es tagsüber bereits 14 Neuausbrüche der Brände in der Region gegeben, wie die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, am Abend sagte. Zum Wiederaufflammen der Brände kam es bei Wind und steigenden Temperaturen in Bereichen, in denen das Feuer in den vergangenen Tagen bereits gewütet hatte. Die regionale Verwaltungschefin sagte:
Der Brand ist stabilisiert, aber nicht unter Kontrolle und dehnt sich nicht weiter aus.
Sophie Brocas, Präfektin von Bordeaux, Frankreich
In Frankreich erreichen die Feuer historische Werte. Entspannung ist nicht in Sicht. In Spanien hat sich die Lage etwas stabilisiert. Aber Entwarnung gibt es auch hier nicht.
28.07.2026 | 2:27 minFeuer lodern bis in die Nacht
Immer wieder wurden auch bis in die Nacht hinein aus verschiedenen Orten neu aufflammende Brände gemeldet, die bedrohlich in den Himmel loderten. Dichter Dunst lag in den betroffenen Gebieten in der Luft, es roch nach Rauch.
Meterweit gibt es nur verbrannten Waldboden, Sand und Asche, dazwischen Bäume mit angesengten Stämmen und vertrockneten Blättern. Die Auswirkungen der Brände auf Pflanzen und Tierwelt sind dramatisch.
Wie wird sich die kommende Hitzewelle auf die Waldbrände in Spanien und Frankreich und auch auf Deutschland auswirken? ZDF-Meteorologe Özden Terli mit einer Einschätzung.
28.07.2026 | 1:24 minEinsatzkräfte kämpfen verzweifelt gegen die Flammen
Weiterhin seien 2.750 Feuerwehrleute, 23 Löschflugzeuge und über 1.400 Polizeikräfte im Einsatz, sagte die Präfektin. 110 Feuerwehrleute wurden demnach inzwischen im Einsatz verletzt.
Den Kampf um die Wohnhäuser der Menschen haben die Einsatzkräfte nicht überall gewonnen. Manche Häuser konnten sie vor den Flammen retten, andere wurden komplett zerstört. Dächer sind durch das Feuer eingebrochen, Fensterscheiben geborsten, Hecken und Vorgärten komplett verkohlt.
Die Luft im Zentrum von Bordeaux sei "nicht mehr so verraucht", berichtet ZDF-Reporter Martin Niessen vor Ort. Von Entwarnung könne aber keine Rede sein.
28.07.2026 | 1:13 minEinige evakuierte Bewohner dürfen zurück nach Hause
Dennoch habe sie eine positive Nachricht, sagte die Präfektin. Die Bewohner von drei vorsorglich evakuierten Ortschaften, die von den Flammen bislang verschont wurden, dürfen zurück in ihre Häuser - unter zwei Bedingungen. Sie müssen ihr Handy anlassen und mobilisiert bleiben für eine mögliche erneute Evakuierung.
Und auch ihren Aufruf an Touristen vom Sonntag, am besten gar nicht in die Region zu reisen, relativierte die Präfektin. Im von den Bränden verschonten Norden des Departements Gironde sei Urlaub problemlos möglich. Im Süden müssten Touristen jedoch die Brandgebiete selbst meiden und sich auf eine mögliche Evakuierung gefasst machen.
Lange Staus, Straßensperren, übervolle Notunterkünfte: Die schweren Waldbrände in Frankreich und Spanien treiben viele in die Flucht. Politische Diskussionen um Ursachen und Lösungen werden laut.
28.07.2026 | 3:22 minErfolge bei Bränden in Spanien
Bei der Bekämpfung mehrerer verheerender Waldbrände feiern die Einsatzkräfte in Spanien erhebliche Erfolge. Nach einer Sitzung des Krisenstabs in Madrid sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez:
Wir sehen Licht am Ende des Tunnels.
Pedro Sánchez, Ministerpräsident Spaniens
Dabei entwickeln die Löscharbeiten sich zu einem Rennen gegen die Zeit, denn der Wetterdienst Aemet hat für heute den Beginn der vierten Hitzewelle des Sommers im beliebten Urlaubsland angekündigt. Diese soll mindestens bis Sonntag anhalten. Temperaturen von bis zu 42 Grad sowie eine sinkende Luftfeuchtigkeit könnten die Arbeiten deutlich erschweren.
Die Waldbrände treffen vor allem die Provinz Ávila westlich von Madrid sowie die benachbarten Regionen Madrid und Toledo. Dort verwüsteten die Flammen zusammen bisher knapp 80.000 Hektar Wald- und Buschland. Seit dem Wochenende hat sich die Ausbreitung der Brände allerdings deutlich verlangsamt.
König Felipe und Königin Letizia besuchten eine Notunterkunft nahe Madrid. Inmitten verheerender Waldbrände in Spanien mit 75.000 Evakuierten rief der Monarch zur Einheit in schwerer Zeit auf.
27.07.2026 | 0:56 minGrößter Waldbrand der jüngeren Geschichte Spaniens
In diesen Gebieten rund um die spanische Hauptstadt waren ursprünglich rund 90.000 Menschen von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen. Das Innenministerium in Madrid gab aber nun eine Lockerung der Schutzmaßnahmen bekannt. Die Bewohner von 15 Ortschaften durften demnach schon am Dienstagabend in ihre Häuser zurückkehren. Zudem wurden für sechs weitere Ortschaften die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Davon profitieren insgesamt etwa 34.000 Menschen.
Auch in der Provinz Castellón im Osten des Landes brennt es weiter. Im Gebiet Vall d'Uixó erfassten die Flammen bisher rund 10.000 Hektar. Dort waren insgesamt rund 16.000 Menschen evakuiert worden, viele konnten inzwischen aber zurückkehren.
Allein in Ávila wurde nach vorläufigen amtlichen Schätzungen eine Fläche von knapp 50.000 Hektar zerstört. Das entspricht rund 500 Quadratkilometern - fast der Fläche des Bodensees. Dieses Feuer ist damit das größte der jüngeren Geschichte Spaniens, das heißt seit Beginn der Erfassungen im Jahr 1968.
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