Erste Sichtung Anfang März:Wal verirrt sich vor Ostseeküste: Chronologie der Ereignisse
Das Schicksal von Wal Timmy lässt die Menschen nicht los. Mehrmals verirrte er sich und strandete in der Ostsee, nun keimt Hoffnung auf. Die Ereignisse im Überblick.
Viele Menschen bauen eine emotionale Bindung zu dem seit Tagen festliegenden Wal auf, andere protestieren gegen den Klimawandel. Der Wal ist zu einer Projektionsfläche geworden.
17.04.2026 | 2:38 minSeit Wochen hält das Schicksal des Buckelwals Timmy die Menschen in Deutschland in Atem. Gestrandet zunächst im Hafen von Wismar, lag er zuletzt vor der Insel Poel, wo er sich am Morgen überraschend freischwamm, nun aber wieder zu liegen scheint.
Viele Menschen fiebern mit dem Wal mit, in den sozialen Medien gibt es teils emotionale Debatten, es fanden zudem bereits Demonstrationen für eine Rettung des Tiers statt. Gegen Helfer und Politiker wurden sogar Morddrohungen ausgesprochen.
Wal Timmy bewegt Deutschland - eine Chronologie der Ereignisse:
Sichtung im Hafen von Wismar
3. März: Der Buckelwal taucht im Hafen von Wismar in Mecklenburg-Vorpommern auf und lockt Schaulustige an die Kaikante. Einsatzkräfte entfernen Netzreste vom Tier, allerdings nicht komplett. Auch die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd ist mit einem Schiff vor Ort. Gegen Abend schwimmt der Wal wieder Richtung Ostsee. Das Deutsche Meeresmuseum geht zunächst noch von einem Finnwal aus.
Ungewöhnlicher Gast Anfang März im Hafen von Wismar an der Ostsee: Der Wal hatte sich in einem Netz verfangen und musste daraus befreit werden. Damals ging man noch von einem Finnwal aus.
04.03.2026 | 0:25 min4. März: Der Wal wird wieder in der Lübecker Bucht vor Brook westlich von Wismar gesichtet. Sea Shepherd versucht, noch verbleibende Leinenreste zu entfernen. Das gelingt vom größeren Schiff "Triton" aus aber nicht.
7. März: Nach einer Sichtung vor Scharbeutz sucht Sea Shepherd in der Lübecker Bucht erneut nach dem Wal und findet ihn gegen Abend vor Boltenhagen. Von einem Schlauchboot aus gelingt es, Netzreste zu entfernen.
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8. März: Auch weiter östlich gibt es Walsichtungen. So erreichen das Deutsche Meeresmuseum Meldungen aus Westmecklenburg und Graal-Müritz östlich von Rostock und am Nachmittag aus Wustrow und Ahrenshoop.
10. März: Vor der Küste bei Steinbeck in Nordwestmecklenburg verfängt sich der Wal laut Wasserschutzpolizei in einem Fischernetz. Ein örtlicher Fischer holt das Netz ein, wobei es durchtrennt wird. Anschließend schwimmt das Tier wieder seewärts.
14. und 15. März: Am Wochenende werden Walsichtungen vor der Küste Nordwestmecklenburgs vor Warnkenhagen, Steinbeck und Boltenhagen gemeldet.
19. März: Am Abend beobachtet Sea Shepherd von der "Triton" aus, wie der Wal vor Travemünde in die Trave schwimmt.
20. März: Nach einer Sichtung in der Lübecker Bucht bei Haffkrug und Scharbeutz wird Sea Shepherd von der Wasserschutzpolizei verständigt. Der Organisation gelingt es von einem Schlauchboot aus, einen Teil der am Tier verbleibenden Leine mit einem Spezialwerkzeug zu entfernen. Später schwimmt der Wal weiter mit Netzresten am Körper Richtung offenes Meer.
Strandung vor Timmendorfer Strand
23. März: Der Wal wird auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt. Er sitzt im flachen Wasser fest. Danach besteht Konsens, dass es sich um einen Buckelwal handelt. Tagelange Rettungsversuche laufen an, unter anderem graben Bagger eine Rinne.
Die Sorge um den vor dem Timmendorfer Strand in der Ostsee gestrandeten Wal war groß.
24.03.2026 | 0:23 min27. März: Der Wal ist befreit. Nachdem er sich am Abend des 26. März bereits ein Stück bewegt hat, liegt er am frühen Morgen des 27. März nicht mehr im Uferbereich vor Timmendorfer Strand. Stattdessen schwimmt er in der Lübecker Bucht.
Strandung in der Wismarbucht
28. März: Der Wal strandet auf einer Sandbank in der Wismarbucht südlich der Insel Walfisch.
29. März: Bei steigendem Wasserstand befreit sich der Wal in der Nacht kurzzeitig, liegt aber wenige Meter weiter in der Wismarbucht wieder auf.
30. März: Am späten Abend schwimmt der Wal wieder. Zuvor hatten Experten versucht, das Tier mit Lärm zu animieren. Der Wal schwamm anschließend laut Schweriner Umweltministerium aber in die falsche Richtung. Er wird am Hafen von Wismar gesehen, ist später aber seewärts Richtung Seebrücke unterwegs.
Strandung vor der Insel Poel
31. März: Der Buckelwal wird erneut vor Wismar gesichtet und schwimmt frei. Später sitzt er erneut fest, diesmal im Kirchsee, einem Teil der Wismarbucht, vor der Insel Poel.
1. April: Die Verantwortlichen geben die Einstellung weiterer Rettungsversuche bekannt, um den laut Experten geschwächten Wal in Frieden zu lassen.
Es gebe keine Aktivität, die Anlass zur Hoffnung gäbe. "Der Ansatz der maximalen Ruhe und der Respekt vor der Natur gebieten es, ihn gehen zu lassen", sagt Meeresmuseumsdirektor Burkard Baschek.
01.04.2026 | 35:45 min2. April: Ein Vermessungsboot beginnt damit, die Umgebung des Wals zu erkunden, um eine spätere Bergung des Tierkörpers vorzubereiten.
7. April: Die Experten stellen gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) erste Erkenntnisse des Gutachtens zum Zustand des Wals vor. Das Tier sei "schwerstkrank", sagt er. Die Experten verweisen auf den sich verschlechternden Hautzustand und gehen wegen des Aufliegens auch von Organschäden aus. Das Tier könne bei einer möglichen Rettungsaktion am Stress sterben.
11. April: Es wird doch noch ein weiterer Versuch unternommen, den Wal zu mobilisieren. Unter Wasser werden Walgesänge abgespielt. Dies bleibt aber ohne Erfolg.
Menschen demonstrieren an verschiedenen Orten für die Rettung des gestrandeten Buckelwals vor Poel. Eine Schwimmerin soll von einer Fähre gesprungen sein, um sich dem Tier zu nähern.
13.04.2026 | 2:21 minBehörden geben grünes Licht für privaten Rettungsversuch
15. April: Überraschend informiert Backhaus auf einer Pressekonferenz, dass die Behörden das Rettungskonzept einer privaten Initiative geprüft und erlaubt haben. Demnach soll das Tier lebend in die Nordsee und gegebenenfalls den Atlantik transportiert werden. Das Konzept sieht eine Anhebung des Tiers mit Luftkissen und einen Transport auf einer Plane zwischen Pontons vor.
Eine private Initiative wollte den gestrandeten Buckelwal bergen und in die Nordsee bringen - der Rettungsversuch als 3D-Animation.
16.04.2026 | 0:26 minErneuter Rettungsversuch durch private Initiative
16. April: Die von Unternehmerin Karin Walter-Mommert und dem Mediamarkt-Gründer Walter Gunz finanzierte Rettungsaktion beginnt. Ein Lkw-Konvoi mit Mobilkränen, riesigen Schwimmpontons und Rohren trifft am Hafen von Kirchdorf ein. Helfer sind direkt beim Wal und legen schützende Tücher auf seine Haut.
17. April: Ein Bagger auf einer schwimmenden Plattform fährt langsam in Richtung Wal. Nach der Annäherung durch einen Taucher reagiert der Buckelwal überraschend heftig mit starken Bewegungen. Das Tier schlägt heftig mit der Schwanzflosse, den Brustflossen und dreht sich um beinahe 90 Grad. Nach wenigen Minuten beruhigt sich der Wal wieder und liegt erneut still im Wasser.
Eine Initiative privater Geldgeber will den Buckelwal vor der Insel Poel retten. Bei ZDFheute live erklärt ein Umweltsoziologe, warum das Schicksal des Wals so viele bewegt.
16.04.2026 | 11:42 min18. April: Tücher auf dem Wal, schwimmende Arbeitsplattform und wohl erste Probespülungen in der Nähe des Tieres. Darüber hinaus ist noch nicht viel zu sehen. Das Tier buckelt nur gelegentlich leicht. Helfer versuchen erneut, in das Maul des Buckelwals zu schauen, um mögliche Netzreste zu entfernen - allerdings ohne Erfolg.
20. April: Bei steigenden Wasserständen schwimmt der Wal vor Poel los, stoppt jedoch nach etwa zwei Stunden in der Bucht Kirchsee. Zuvor hatte er mehrmals die Richtung geändert.
Buckelwal Timmy, der seit knapp drei Wochen vor der Mecklenburgischen Ostseeküste festgesessen hat, bewegt sich wieder. Es bleibt jedoch unklar, ob der Wal in die Nordsee geleitet werden kann.
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