Umweltminister kündigt neuen Plan an:Wal-Rettungsversuch mit Luftkissen vorerst vom Tisch
Die Rettung des Buckelwals in der Ostsee soll nicht wie zuletzt geplant mit Luftkissen versucht werden. Das teilte Landesumweltminister Backhaus mit. Ein neuer Plan sei in Arbeit.
Der Wal vor der Insel Poel atmet noch, doch die Lage bleibt kritisch. Während dem Tier weiter mit Tüchern und Baggern geholfen wird, sorgen Konflikte im Rettungsteam für zusätzliche Unsicherheit.
22.04.2026 | 2:35 minDer vor der Ostsee-Insel Poel liegende Buckelwal soll zunächst nicht - wie ursprünglich geplant - mit Luftkissen und Pontons gerettet werden. Das Konzept der privaten Initiative ist laut Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) überholt. Den Meeressäuger auf eine Plane zu heben, sei aktuell nicht mehr möglich. "Wir müssen das Konzept überarbeiten", sagte er. "Das ist nun mal ein lebender Organismus und er hat gezeigt, dass er schwimmen will", betonte Backhaus am Nachmittag bei einer Pressekonferenz.
Er gehe davon aus, dass mit Hochdruck an weiteren Maßnahmen gearbeitet werde. Ideen wie Spülmaßnahmen, um bei niedrigem Wasserstand eine Kuhle für den großen Wal zu schaffen, seien in kürzester Zeit umgesetzt worden. Aktuell liege das Tier "in einer Badewanne, bildlich gesprochen".
Backhaus: Netz im Maul des Wals nicht aus Mecklenburg-Vorpommern
Das Netz, das sich im Maul des Wals verfangen hat, stammt laut Backhaus derweil nicht aus Mecklenburg-Vorpommern.
Wir können garantieren, dass das Netz, das er mitgeschleppt hat, nicht aus unseren Gefilden kommt, weil diese Art der Netze in Mecklenburg-Vorpommern nicht eingesetzt wird.
Till Backhaus (SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern
Ein Teil des Netzes war entnommen worden, als sich das Tier vor Wismar aufgehalten hatte.
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So hatte die Initiative die Wal-Rettung ursprünglich geplant - eine 3D-Animation.
16.04.2026 | 0:26 minBackhaus: Wal hat weltweite Symbolkraft
Nach wie vor sei das Tier "aus der Sicht der Wissenschaft (...) in einem kritischen Zustand", sagte der Minister. Die Atemfrequenz liege zwischen 1,5 und 5 Minuten. Er spricht von einer "Tragödie, die hier abläuft". Dennoch verteidigte Backhaus den Einsatz der Privatinitiative, die vielen Experten zufolge wenig Aussicht auf Erfolg hat. Wenn der Wal mit minimal-invasiven Maßnahmen aktiviert werden könne, so Backhaus, "werde ich ihn begleiten bis zum Ende".
Er zeigt Aktivität, trotzdem ist er ein kranker Patient - muss man der Ehrlichkeit halber sagen.
Till Backhaus (SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern
Backhaus skizzierte zwei Handlungsoptionen für das weitere Vorgehen. "Erstens: dem Rat der Wissenschaft zu folgen und zu sagen: Lassen Sie ihn in Ruhe - und er wird sterben." Die andere Option sei, den Wal zu mobilisieren und zu aktivieren. Dem Tier schreibt er eine "Symbolkraft für ganz Deutschland, nein für Europa und die ganze Welt" zu. Es sei die erste Rettungsinitiative für einen Buckelwal in Deutschland in diesem Ausmaß.
Mir liegt die Sache so am Herzen, dass man sagen muss: Natürlich kann sich Forschung auch mal irren. Wir irren uns doch auch.
Till Backhaus (SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern
Backhaus denkt über Bronzefigur als "Mahnmal" nach
In seiner Presseerklärung spannte Backhaus einen größeren Bogen zu Humanismus und Klimaschutz. "Ich kann mir vorstellen, dass das in die Geschichte dieses Landes eingeht", sagte er und stellte überraschend eine Idee in den Raum:
Ich kann mir vorstellen, dass wir eine Bronzefigur irgendwann hierher stellen und als Mahnmal für die Menschen ein solches Symbol setzen.
Till Backhaus (SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern
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