Festspielleiterin Wagner entschuldigt sich bei Friedman

Konflikt zu Bayreuth-Gedenken beigelegt:Festspielleiterin Wagner entschuldigt sich bei Friedman

von Teresa Corceiro

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Skandale gehören zu Bayreuth: weil ein Dirigent das Handtuch wirft, weil ein Sänger ein Hakenkreuz-Tattoo trägt. Der Eklat um Michel Friedman war jedoch ein unwürdiges Schauspiel.

Michel Friedman

Nach Absage einer Veranstaltung mit Michel Friedman am Eröffnungstag der Bayreuther Festpiele, habe Katharina Wagner ihm angeboten "den Zustand wiederherzustellen", sagt er.

18.06.2026 | 10:48 min

Seit Tagen schlug die Absage hohe Wellen. Katharina Wagner hatte Michel Friedman eingeladen, bei der feierlichen 150-Jahr-Feier der Bayreuther Festspiele am Tag der Eröffnung eine Rede zu halten. Ein Konzert unter Leitung von Christian Thielemann war ebenfalls geplant. Der grüne Hügel hat viel Schuld abzutragen; zu belastet seine Geschichte, zu schwer erträglich das antisemitische Pamphlet seines Gründers Richard Wagner.

Absage "aus sicherheitsrelevanten Gründen"

Die Absage kam überraschend. Friedman wurde mitgeteilt, das Konzert könne nicht stattfinden. Auf Anfrage erklärte die Festspiel GmbH gegenüber Kulturzeit, die Absage sei "nicht aus inhaltlichen oder organisatorischen Gründen erfolgt, sondern ausschließlich aufgrund der sicherheitsrelevanten Rahmenbedingungen, die in dieser Form nicht verhandelbar sind".

Demonstration anlässlich der Ausladung von Michel Friedman

Zum 150. Jubiläum der Wagner-Festspiele war Michel Friedman als Redner geplant. Doch die Festivalleitung zog die Einladung zurück.

18.06.2026 | 2:22 min

Eine Begründung, die wenig nachvollziehbar klang, ist doch Bayreuth seit langem in der Lage, die Sicherheit von Staatsoberhäuptern, prominenten Gästen und immer wieder auch der ehemaligen Kanzlerin Angela Merkel zu gewährleisten. Michel Friedman fand, "die fadenscheinige Begründung" sei "besonders ärgerlich". Weiter sagte er, dass "die Signale aus Bayreuth unglaubwürdig sind, kontraproduktiv sind und auch der Sache schadeten."

Friedman nimmt Entschuldigung an

In der Sendung "Kulturzeit" verkündete Michel Friedman die überraschende Wendung: Im Gespräch mit Moderatorin Ariane Binder erzählte er, Katharina Wagner habe ihm einen Brief geschrieben und sich "für das gesamte Verhalten, wie ich denke, sehr glaubwürdig und sehr ernsthaft entschuldigt". Wagner habe ihm angeboten "den Zustand wiederherzustellen", der Termin, der Ort, das Konzert würden demnach wie geplant stattfinden. Allein Christian Theiemann werde nicht als Dirigent am Pult stehen.

Auch die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") hatte berichtet, dass sich die Urenkelin des deutschen Komponisten Richard Wagner erst telefonisch und danach per Brief bei Friedman entschuldigt und die Absage der Gedenkfeier revidiert habe.

Friedman hat Wagners Entschuldigung angenommen und ist bereit, die geplante Rede zum Jubiläum der Festspiele zu halten. "Wenn jemand so eine Geste dann macht auch in einer doch sehr hitzigen Debatte" so Friedman "dann bin ich ein Mensch der sagt: 'ich gehe dann mit'", sagte er.

Ein Teilnehmer der Kundgebung «Aufstehen gegen Israelhass und Antisemitismus» hält ein Plakat mit der Aufschrift: ·Nie wieder ist jetzt· in die Höhe.

Antisemitismus ist nicht erst seit dem 7. Oktober 2023 ein Problem in Deutschland.

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Damit ist der Streit beigelegt und die in den letzten Tagen hitzig geführte Debatte findet ein gutes Ende. Friedman misst dem geplanten Konzert auch eine hohe symbolische Bedeutung bei:

Ich finde, wir sollten jetzt ein Zeichen der Ernsthaftigkeit und der Versöhnlichkeit machen.

Michel Friedman, Publizist

Gedenkkonzert "Verstummte Stimmen"

Die berühmten Wagner-Festspiele finden ab 25. Juli 2026 statt. Das Gedenkkonzert mit dem Titel "Verstummte Stimmen" soll dabei jüdischer Musiker gedenken, die dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen sind. Mit der Veranstaltung sollte auch die antisemitische Haltung des Komponisten Richard Wagner aufgearbeitet werden.

Teresa Corceiro ist Redakteurin der Sendung von 3sat "Kulturzeit"

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Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen am 18.06.2026, etwa das ZDF-Mittagsmagazin sowie 3sat Kulturzeit um 19:20 Uhr.

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