Nach Erdbebenkatastrophe:Acht Tage unter neun Metern Trümmern: Mann in Venezuela gerettet
Jubelnde Helfer und überglückliche Angehörige: Acht Tage nach den Erdbeben in Venezuela ist ein Mann lebend aus den Trümmern geholt worden. Es war ein Wettlauf gegen die Zeit.
Acht Tage nach dem Erdbeben retten Einsatzkräfte in Venezuela einen verschütteten 43-jährigen Wachmann. Die Suche nach weiteren Überlebenden dauert an.
03.07.2026 | 2:07 minMehr als eine Woche nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben in Venezuela haben Rettungskräfte einen Mann lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Einkaufszentrums geborgen. "Heute feiern wir das Leben von Hernán Gil", schrieb die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez auf der Plattform X zu einem Video der Rettung. Sie dankte den nationalen und internationalen Einsatzkräften, "die ihren Körper, ihre Zeit und ihre Seele für diese Mission eingesetzt haben".
Opfer war neun Meter unter Trümmern
Hernán Alberto Gil arbeitete Berichten zufolge als Wachmann im Einkaufszentrum Galerías Playa Grande in der Küstenstadt Maiquetía, als das Gebäude bei den Erdbeben vom 24. Juni einstürzte. Nach Angaben der Rettungskräfte befand er sich rund neun Meter unter den Trümmern. Bereits mehrere Tage zuvor war es den Helfern gelungen, Kontakt zu ihm aufzunehmen und ihn über einen Schlauch mit Wasser und weiteren lebenswichtigen Hilfsgütern zu versorgen.
Die Bergung entwickelte sich zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Wegen der instabilen Gebäudestruktur, wiederholter Nachbeben und weiterer Einsturzgefahr mussten die Einsatzkräfte ihre Strategie mehrfach ändern und schließlich einen neuen Zugang zu dem Verschütteten schaffen.
Tagelang trugen sie vorsichtig Trümmer ab, um weitere Einstürze in dem Schuttberg zu verhindern. In einem dramatischen Finale setzten sie am Donnerstag dann einen Presslufthammer ein, um eine letzte Betonplatte zu durchbrechen, weil ein benachbartes Gebäude einzustürzen drohte.
Acht Tage nach den schweren Erdbeben in Venezuela suchen Rettungskräfte in den Trümmern nach Überlebenden. Auch das Technische Hilfswerk ist beteiligt.
02.07.2026 | 1:36 minRettungskräfte aus sieben Ländern an Aktion beteiligt
Dass ihr Mann noch lebe, sei "wirklich ein Wunder", hatte Gils Ehefrau Gusbimar González vor der geglückten Rettung gesagt. Sie sei "völlig überwältigt", dass Menschen aus so vielen Ländern zusammengekommen seien, "um einen einzigen Menschen zu retten". An der Rettungsaktion waren nach Angaben des salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele Teams aus Venezuela, El Salvador, Chile, den USA, Portugal, Mexiko und Costa Rica beteiligt.
Unter Applaus der Einsatzkräfte und Umstehenden wurde Gil schließlich auf einer Trage aus den Trümmern gebracht, wie auf Videos zu sehen war. Die beteiligten Rettungskräfte fielen sich in die Arme, wie AFP-Journalisten vor Ort berichteten. Bukele feierte die Bergung anschließend als "Wunder". "Endlich ist es uns gelungen, Hernán zu retten", schrieb er in Versalien auf der Plattform X. "Danke Gott, dass du dieses Wunder ermöglicht hast", fügte er hinzu.
Wo Autos scheitern, liefern freiwillige Biker Hilfsgüter in schwer erreichbare Erdbeben-Gebiete Venezuelas. Sie umgehen zerstörte Straßen und Staus, koordiniert von Influencern und Motorradclubs.
02.07.2026 | 1:00 minZehntausende Menschen werden noch vermisst
Die Rettung gilt als außergewöhnlich. Nach internationalen Erfahrungen sinken die Überlebenschancen von Verschütteten bereits nach wenigen Tagen deutlich. Dennoch setzen die Einsatzkräfte ihre Suche nach weiteren Überlebenden fort. Nach jüngsten Behördenangaben kamen bei den Erdbeben inzwischen mindestens 2.295 Menschen ums Leben, mehr als 11.000 wurden verletzt. Zehntausende Menschen werden zudem noch vermisst.
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