Beschluss der UN-Generalversammlung:Warum die Weltkarte neu gezeichnet werden soll
Die Vereinten Nationen haben abgestimmt: Die Weltkarte soll realistischer dargestellt werden und die sogenannte Mercator-Projektion soll künftig nicht mehr genutzt werden.
Die Vereinten Nationen haben für eine Reform gestimmt: Die Weltkarte soll realistischer dargestellt werden. Demnach soll künftig nicht mehr die sogenannte Mercator-Projektion genutzt werden.
04.09.2026 | 0:39 minDie Generalversammlung der Vereinten Nationen hat dafür gestimmt, die traditionelle Weltkarte durch eine neue Version zu ersetzen, die die Größe Afrikas präziser darstellt. Für die von Togo eingebrachte und von Mitgliedern der Afrikanischen Union unterstützte Resolution "Correct the map" votierten 164 Staaten, 6 Länder enthielten sich, die USA stimmten als einzige Nation dagegen. Das Abstimmungsergebnis ist nicht bindend, soll aber weltweit zu Änderungen an Karten führen.
Warum die traditionelle Weltkarte erneuert werden soll
Die bis heute international am häufigsten verwendete Weltkarte beruht auf der sogenannten Mercator-Projektion. Diese wurde laut Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) im Jahr 1569 von dem Kartographen Gerardus Mercator für die Seefahrt entwickelt. Damals wusste man, dass sie die Größe der Länder nicht flächentreu darstellt, sondern verzerrt.
In manchen Entwürfen erscheint Grönland beispielsweise so groß wie der gesamte Kontinent Afrika. Betrachtet man hingegen einen Globus, fällt auf: Afrika ist um ein Vielfaches größer - die Fläche des Kontinents ist demnach fast 14-mal so groß wie die von Grönland.
Das Problem dieser Karte ist die Verzerrung von Flächen: Diese werden bei der üblichen Projektion umso größer, je weiter sie vom Äquator entfernt liegen. Schließlich wird die dreidimensionale Erde, die eigentlich fast kugelförmig ist, auf eine zweidimensionale, rechteckige Fläche projiziert.
Wie stellt man die Erdkugel auf einer flächigen Weltkarte dar? Ein ungelöstes Rätsel im 16. Jahrhundert, das auch den Kartografen Gerhard Mercator beschäftigte.
09.06.2020 | 2:00 minTogos Außenminister: "Historischer Moment"
Der Außenminister Togos, Robert Dussey, schrieb nach der Abstimmung auf der Plattform X: "Historischer Moment: Die Welt hat sich für eine Korrektur der Karte entschieden." Die Entscheidung gehe weit über reine Kartographie hinaus.
Es geht um Gerechtigkeit, Würde, Gleichberechtigung und darum, wie wir unsere Welt darstellen.
Robert Dussey, Außenminister Togos
Zu lange hätten überlieferte kartografische Darstellungen die Wahrnehmung der tatsächlichen Größe Afrikas und anderer Regionen der Welt verzerrt. "Die Karte zu korrigieren bedeutet, die Art und Weise zu korrigieren, wie wir die Welt sehen."
X-Beitrag von Robert Dussey
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Afrikanische Union: Verzerrung fördert fehlerhaftes Weltbild
Die USA lehnten die Resolution als einziges Land ab. Sie bezeichneten die Initiative als Teil eines radikalen ideologischen Projekts. Die Resolution verbietet die Mercator-Projektionen zwar nicht, ruft Regierungen, Schulen, internationale Organisationen und Technologieunternehmen aber dazu auf, die "Equal Earth"-Projektion und andere flächengetreue Karten zu verwenden, wenn es auf relative Größenverhältnisse ankommt.
... auf der Weltkarte dargestellt, die die meisten nutzen. Hier erfahrt ihr den Grund dafür.
26.08.2025 | 1:35 minDie Afrikanische Union (AU) hatte bereits im vergangenen Jahr beklagt, dass die Mercator-Projektion Afrika nicht angemessen darstelle und damit ein falsches Weltbild vermittle, das sich wiederum auf schulische Bildung, Medien und Politik auswirke. Um das zu korrigieren, entwickelten Kartographen schon im Jahr 2018 eine flächentreue Karte namens "Equal Earth". Sie stellt laut AU die Größe aller Kontinente, insbesondere Afrikas, genauer dar.
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