Feuchte Sommertage: Expertin: "Die Mücke schreit hurra"

Feuchte Sommertage:Expertin: "Die Mücke schreit hurra"

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Das feuchtwarme Wetter begünstigt die Verbreitung von Stechmücken in Deutschland. "Die Mücke schreit hurra", sagt eine Expertin - und warnt vor steigenden Populationen.

Frau hält Insektenschutzgitter ausgestreckt vor sich

Im Sommer kann das Öffnen des Fensters unangenehme Folgen haben: Stechmücken. Insektenschutzgitter können hier eine gute Lösung sein. Doch wie bringt man ein Insektenschutzgitter richtig an?

04.06.2026 | 6:00 min

Die bevorstehenden warmen Sommertage und ab und zu Regen sind ideal für Stechmücken in Deutschland. "Im Moment gestaltet es sich aus Sicht der Mücke super, weil Regen in Sicht ist", sagte die Mückenexpertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg.

Feuchtes und warmes Wetter bedeutet optimale Bedingungen - die Mücke schreit hurra.

Doreen Werner, Mückenexpertin

In den kommenden Tagen dürfte die Gemeine Hausmücke (Culex pipiens) genügend Pfützen oder Wasser in Regentonnen finden.

Besonders lästig könne aber die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) - besonders für Gartenbesitzer - werden. Insgesamt gebe es mehr als 50 Stechmückenarten in Deutschland, jede mit eigenen Ansprüchen.

Längere Hitze schränkt Stechmücken-Population ein

Die Gemeine Hausmücke beginnt Mitte Mai, Eipakete abzulegen, wie Werner erklärte. Ist es feucht und warm, können sich mehrere Populationen im Jahresverlauf entwickeln - die Hausmücke findet genügend Wasserpfützen als Bruthabitate.

Ende August ist der Höhepunkt der Populationsdichte, was wir an den verstärkten Anflügen merken.

Doreen Werner, Mückenexpertin

Umgekehrt wird eine länger andauernde Hitzewelle ohne Regen für Hausmücken zum Problem. "Fehlt Regen über zwei bis drei Wochen, ist die Entwicklung stark eingeschränkt, da dann die Bruthabitate Mangelware sind", so Diplom-Biologin Werner.

Expertin: Tigermücken "ganz kleine fiese Stecher"

Auch die Asiatische Tigermücke baue ihre Populationen über den Sommer auf, sei aber im Gegensatz zu den Hausmücken in der Lage, schon kleinste Wasseransammlungen zu nutzen, um sich zu vermehren. Es reichten mit Wasser gefüllte Blumentopf-Untersetzer, Vogeltränken oder Blumenvasen auf Friedhöfen. "Wenn nur zwei bis drei Millimeter Wasser stehen bleiben, reicht das völlig aus."

Die Tigermücke wird zudem zum echten Plagegeist für jede Gartenparty.

Das sind ganz kleine fiese Stecher. Sie können Aufenthalte im Freien echt unangenehm machen.

Doreen Werner, Mückenexpertin

Tiegermücke

Die Asiatische Tigermücke wird zur Plage. In Heidelberg setzt man auf biologische Mittel und kleine Krebse gegen die stechenden Krankheitsüberträger.

26.08.2025 | 1:42 min

Tigermücke kann Tropenkrankheiten übertragen

Die Tigermücke, die ursprünglich aus den Tropen stammt, kann Krankheitserreger wie Dengue- und Chikungunya-Viren übertragen. Bisher ist in Deutschland kein Fall bekannt, bei dem eine hier lebende Tigermücke einen solchen Erreger übertragen hat.

Experten halten das aber nur für eine Frage der Zeit. Die Tigermücke kann Erreger nur übertragen, wenn sie sich selbst vorher an einem erkrankten Blutwirt infiziert.

Symbolbild: Asiatische Tigermücke

Die Tigermücke ist das tödlichste Tier weltweit. Beim Fraunhofer Institut in Gießen versuchen sie, dem gefährlichen Krankheitsüberträger genetisch beizukommen.

09.07.2024 | 2:50 min

Mehr Infektionen mit West-Nil-Virus möglich

Bereits in Teilen Deutschlands verbreitet hat sich das durch heimische Stechmücken auf den Menschen übertragbare West-Nil-Virus, das hauptsächlich zwischen Vögeln und Mücken zirkuliert. In Berlin ist es laut einer Charité-Studie inzwischen fest etabliert.

Deutschlandweit gab es 2025 laut Robert Koch-Institut 14 West-Nil-Fälle, 49 waren es im Jahr 2024 und 16 im Jahr 2023. Wissenschaftler gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Häufig verläuft eine Infektion ohne Symptome. Wenn Erkrankungen auftreten, sind sie oft mit grippeähnlichen Erscheinungen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Erbrechen verbunden. In seltenen Fällen kann die Erkrankung tödlich enden.

Zecke

Der Sommer ist da, Zeit für einen ruhigen Tag im Grünen – wären da nicht die lästigen Mücken, Zecken und Co. Welche Tipps gibt es zum Schutz vor Insektenstichen?

10.07.2025 | 2:36 min

Werner erklärte, der Prozess der Virusvermehrung in der Mücke sei ein temperaturabhängiger Vorgang und werde durch höhere Temperaturen begünstigt. "Es ist bei den aktuellen Witterungsbedingungen möglicherweise mit höheren Infektionen in diesem Jahr zu rechnen."

Wie lässt sich das Mückenaufkommen verringern?

Die Bevölkerung kann laut Werner einfache Schutzmaßnahmen umsetzen, um das Mückenaufkommen zu verringern:

  • Regentonnen sollten mit einer Gaze - einem engmaschigen Netz - abgedeckt werden, damit die Mücken dort keine Eier legen können.
  • Es wird empfohlen, das Wasser von Vogeltränken alle drei Tage auszutauschen.
  • Leere Blumenvasen auf Friedhöfen sollten umgekehrt abgestellt werden, damit sich kein Regenwasser sammeln kann.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 04.06.2026 ab 09:05 Uhr.

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