Sorge vor Überwachung und Missbrauch:Umfrage: Mehrheit lehnt Brillen mit Kamerafunktion ab
Brillen mit Kamerafunktion, sogenannte Smart Glasses, lösen bei vielen Menschen Unbehagen aus. Das zeigt eine neue Umfrage. Die Sorgen betreffen Überwachung und Missbrauch.
Smart Glasses sind neu, haben integrierte Kameras. Sie bieten Funktionen wie Ortshinweise, können aber auch unbemerkte Aufnahmen ermöglichen. Immer häufiger tauchen Bilder in den sozialen Medien auf.
21.08.2026 | 2:52 minMit Kameras ausgestattete Brillen, sogenannte Smart Glasses, lösen einer neuen Umfrage zufolge bei vielen Menschen Unbehagen aus. 76 Prozent der Befragten möchten nicht mit den Hightechbrillen gefilmt werden, 62 Prozent würden einen Besucher damit nicht ins Haus lassen, wie der Digitalbranchenverband Bitkom am Freitag in Berlin mitteilte.
Zentrale Sorge ist, dass mit Smart Glasses unbemerkt gefilmt wird, ohne dass die Betroffenen dazu ihre Einwilligung gegeben haben. Der Umfrage zufolge legen 82 Prozent Wert darauf, dass klar zu erkennen ist, wenn Smart Glasses filmen.
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Smart Glasses werden von verschiedenen Herstellern in Kooperation mit Technologiekonzernen wie Meta oder Google angeboten. Sie sind unter anderem mit Kameras ausgestattet und können sich mit dem Internet verbinden. Nutzern werden zudem Informationen über die Brillengläser angezeigt, die Geräte sollen etwa als Schnittstelle zu KI-Anwendungen dienen.
Ihr Einsatz stößt jedoch auf erhebliche Datenschutzbedenken. Der Bitkom-Umfrage zufolge würden trotz weit verbreiteter Bedenken 43 Prozent selbst Smart Glasses tragen. 15 Prozent taten dies bereits testweise oder im Alltag. Für 52 Prozent der Befragten kommt es dagegen nicht in Frage, eine entsprechende Hightechbrille zu tragen. Für die am Freitag veröffentlichte repräsentative Umfrage wurden laut Bitkom mehr als 1.100 Männer und Frauen befragt.
Die Ablehnung, gefilmt zu werden, ist dabei bei Männern wie Frauen und auch bei unterschiedlichen Altersgruppen ähnlich hoch. Männer stören sich mit 73 Prozent ähnlich häufig daran wie Frauen mit 78 Prozent.
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13.08.2026 | 2:35 minDem Verband zufolge verfügen aktuelle Modelle "in aller Regel" über eine LED, die im Aufnahmemodus aufleuchtet und dies für Umstehende erkennbar macht.
Bitkom: Datenschutz schon bei Entwicklung einbeziehen
Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder sprach sich für "klare Regeln und technische Lösungen" aus. Entscheidend sei, dass die Brillenhersteller den Schutz der Privatsphäre bereits bei der Produktentwicklung berücksichtigten. "Pauschale Verbote" lehnt der Verband demnach ab, auch weil Kameras in der Öffentlichkeit bereits allgegenwärtig seien.
Smartglasses haben großes Potenzial, digitale Assistenten nahtlos in unseren Alltag zu integrieren, und stoßen auf wachsendes Interesse. Die Sorgen der Menschen vor unbemerkten Aufnahmen müssen aber ernst genommen werden.
Bernhard Rohleder, Bitkom
Heimliche Aufnahmen müssten empfindlich sanktioniert werden, so Rohleder. Datenschützer kritisieren, das rote Warnlicht sei relativ leicht unkenntlich oder defekt zu machen.
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