Tödlicher Unfall in Skigebiet:Gondel-Absturz in der Schweiz: So sicher sind Seilbahnen
Nach dem Absturz einer Seilbahn-Gondel in einem Schweizer Skigebiet stellt sich die Frage: Wie sicher sind Seilbahnen? Die wichtigsten Antworten im Überblick.
Der Absturz einer Gondel in einem Schweizer Skigebiet wirft Fragen nach der Sicherheit von Seilbahnen auf. Georg Schober vom TÜV-Süd gibt Einblicke in Sicherung und Risikofaktoren.
18.03.2026 | 5:23 minDer Absturz einer Gondel in einem Schweizer Skigebiet wirft Fragen zur Sicherheit von Seilbahnen auf. Am Mittwoch war bei dem Unglück eine Frau ums Leben gekommen. Die dramatischen Szenen waren gefilmt worden: Die Kabine hatte sich offenbar bei starkem Wind vom Seil gelöst, war abgestürzt, einen schneebedeckten Hang hinabgerutscht und hatte sich dabei mehrmals überschlagen, ehe sie an einem Strauch zum Stillstand kam.
Die Umstände, die zum Unglück geführt haben, sind laut Polizei noch unklar, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die wichtigsten Fragen zur Sicherheit von Seilbahnen im Überblick:
Im Schweizer Engelberg wird eine große Angst wahr: Es kommt zum Absturz einer Gondel. Am selben Morgen wurde im selben Gebiet ein Skirennen wegen starker Windböen abgesagt.
18.03.2026 | 1:32 minWie sicher sind die Seilbahnen in Skigebieten?
Die Gondeln gelten als sehr sicher. Im Vergleich zur millionenfachen Nutzung passiert sehr wenig. Der Schweizer Seilbahn-Ingenieur Reto Canale sagte mit Blick auf die Gefahren während der An- und Abfahrt sowie auf der Piste:
Die sicherste Zeit bei einem Skiausflug ist die Zeit in der Seilbahn.
Reto Canale, Schweizer Seilbahn-Ingenieur
Aber: "Das Restrisiko ist nicht gleich null, wenn auch extrem gering."
Bei dem Absturz einer Gondel im Schweizer Skigebiet Titlis ist eine Frau gestorben. Die Kabine schleuderte nach dem Absturz den Hang hinab. Ein Augenzeuge filmte das Unglück.
18.03.2026 | 1:32 minWelche Vorschriften gibt es für Seilbahnen?
Die Regelungen können von Land zu Land variieren, grundsätzlich gilt aber: Die Vorgaben sind äußerst streng. Die Anlagen müssen in Österreich und der Schweiz sehr oft überprüft werden: Es gibt tägliche, wöchentliche und monatliche Prüfintervalle für jeweils bestimmte Teile der Seilbahnen. Die Prüfungen müssen genau dokumentiert werden.
In der Schweiz gibt es mehrere Hundert Seilbahnen. In Österreich transportieren mehr als 1.100 Seilbahnen die Skifahrer zu den Pisten. Dazu kommen noch 1.400 Schlepplifte.
Im Juni 2025 sorgte ein Vorfall in Österreich für Aufsehen: Vier Stunden lang saßen 19 Personen in einer Seilbahn fest.
24.06.2025 | 1:31 minKann starker Wind eine Gondel ausheben?
In den Bergen sei natürlich mit Wind zu rechnen, sagt Georg Schober, der Leiter der Prüfstelle für Seilbahnen beim TÜV Süd.
Aber dass der Wind eine Seilbahnkabine vom Seil hebelt, ist ausgeschlossen.
Georg Schober, TÜV Süd
Man habe eine dreifache Sicherheit gegen das Abrutschen am Seil, erklärt Schober bei ZDFheute live weiter. Eis dagegen setze sich an Bauteile an - dies könne die Funktionsfähigkeit dieser Teile beeinträchtigen. Das Eis müsse daher vor Betriebsbeginn entfernt werden.
Was kann bei dem Unglück in der Schweiz schiefgelaufen sein?
Beim konkreten Unglück seien noch viele Fragen offen, sagt Seilbahn-Ingenieur Reto Canale. Aber seiner Erfahrung zufolge sei es meist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Extrem starker Seitenwind könne die Gondel so in Schieflage bringen, dass sie an einem Stützmast hängenbleiben könne. Bei starkem Wind müssten Anlagen gegebenenfalls geschlossen werden.
Außerdem kann laut Canale auch menschliches Versagen bei Instandhaltung oder Betrieb eine Rolle spielen.
In den italienischen Alpen prallte im Dezember 2025 eine Seilbahn-Kabine gegen die Bergstation. Vier Menschen wurden leicht verletzt, knapp 100 Gestrandete mussten per Hubschrauber gerettet werden.
30.12.2025 | 0:21 minIst so ein Unglück schon einmal passiert?
Im Januar 2024 wurden bei einem Gondelabsturz aus elf Metern Höhe im österreichischen Oetz in den Stubaier Alpen fünf Skifahrer schwer und eine Person leicht verletzt. Umgefallene Bäume hatten die Klemme einer Gondel vom Seil gelöst. Die knapp drei Kilometer lange Acherkogelbahn transportiert Skifahrer zur Bergstation auf etwa 2.000 Metern Höhe.
Im Mai 2021 stürzte eine Gondel am Monte Mottarone westlich des Lago Maggiore in Norditalien in die Tiefe, 14 Menschen starben. Nur ein kleiner Junge überlebte damals das Unglück. Das Zugseil war gerissen, und ein Notbremssystem am Tragseil hatte nicht gegriffen - es war deaktiviert. Mehreren Seilbahn-Mitarbeitern wurden später Wartungsmängel vorgeworfen.
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