Rahmedetalbrücke:Merz gibt A45-Brücke im Sauerland nach langer Sperrung frei
Fast vier Jahre war im Sauerland die wichtige Nord-Süd-Achse A45 wegen einer maroden Brücke unterbrochen. Nun wurde der Neubau für den Verkehr von Kanzler Merz freigegeben.
Vor vier Jahren musste die Rahmedetalbrücke an der A45 wegen erheblicher Mängel gesperrt werden. Nun ist die Brücke fertig und die A45 wieder frei.
22.12.2025 | 1:40 minMehr als vier Jahre nach der plötzlichen Sperrung ist die Rahmedetalbrücke im Sauerland wieder offen: Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Montag einen ersten Teil-Neubau an der wichtigen Nord-Süd-Verbindung auf der A45 freigegeben.
Zusammen mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (beide CDU) schnitt Merz ein symbolisches Band durch. Kurz darauf sollte der Verkehr auf der für 170 Millionen Euro neu gebauten Brücke nach der Freigabe der Polizei wieder rollen. Die Arbeiten an der Rahmedetalbrücke gehen aber noch weiter. Während die erste Brückenhälfte jetzt fertig ist, wird daneben an einem zweiten Brückenteil gebaut. Ende 2026 sollen alle Arbeiten endgültig abgeschlossen sein.
Die Wiedereröffnung der Rahmedetalbrücke sorgt in Lüdenscheid für Erleichterung. Vier Jahre lang wurde der Verkehr durch die Stadt geleitet.
22.12.2025 | 1:28 minMerz bedankt sich für schnellen Bau der Rahmedetalbrücke
Merz bedankte sich bei der Bevölkerung in Lüdenscheid, die vier lange Jahre leiden musste. "Aus verkehrspolitischer Sicht sprechen wir aber von nur vier Jahren", sagte der Kanzler.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (4. v. l.), Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (5. v. l.) und Kanzler Friedrich Merz (5. v. r.) durchschneiden das Band bei der Eröffnung der Rahmedetalbrücke bei Lüdenscheid.
Quelle: AFPDer Normalfall bei solchen Bauten seien acht bis zehn Jahre und manchmal mehr. Wenn alle an einem Strang ziehen, so Merz, kann so ein Projekt in vier bis fünf Jahren funktionieren. "Alle haben Hand in Hand zusammengearbeitet. Allen Beteiligten ein herzlicher Dank. Erste Klasse, was Sie hier gemacht haben."
Nur zwei Jahre hat es gedauert, die Talbrücke Rahmede wieder aufzubauen. Das Beispiel zeigt, dass sich Bauprozesse nicht über Jahre ziehen, wenn die Behörden weniger bürokratisch arbeiten.
22.12.2025 | 2:34 minDer Neubau in vier Jahren gilt als rekordverdächtig für Infrastrukturprojekte hierzulande. Fachleute nennen als Grund für das zügige Vorankommen die Tatsache, dass wegen des hohen öffentlichen Drucks alle politischen Entscheidungen schnell getroffen wurden. Außerdem erhielten die beteiligten Baufirmen Bonuszahlungen für schnelles Bauen.
Jahrelang wurde der Lkw-Verkehr auf der maroden Rahmedetalbrücke falsch geleitet. In einem Untersuchungsausschuss sollte die Verantwortung von Hendrik Wüst, damals Verkehrsminister von NRW, geklärt werden.
07.07.2025 | 1:47 minADAC fordert höheres Bautempo auch für andere Brücken
Der Automobilclub ADAC fordert, das Bautempo bei der Rahmedetalbrücke dürfe keine Ausnahme bleiben. "Eine Bauzeit zwischen zwei und drei Jahren muss der Maßstab für zukünftige Brückenersatzbauwerke sein", sagte der Leiter des Fachbereichs Verkehr und Umwelt beim ADAC Nordrhein, Roman Suthold.
Das sei auch deshalb wichtig, weil der Sanierungsdruck angesichts der maroden Brückeninfrastruktur in ganz Nordrhein-Westfalen immens sei. "30 Prozent der mehr als 6.000 Autobahnbrücken in NRW sind sanierungsbedürftig", so Suthold.
Die Rahmedetalbrücke war nur die Spitze des Eisbergs. Fast jede zehnte Autobahnbrücke in NRW hat ihre geplante Lebensdauer schon überschritten und liegt auf der Intensivstation.
Roman Suthold, ADAC-Verkehrsexperte
Straßen, Schienen, Brücken - Deutschlands Infrastrukturprojekte dauern oft Jahrzehnte. Auch, weil Planverfahren komplex sind und viele politische Akteure mitreden wollen.
14.04.2025 | 2:45 minHohe wirtschaftliche Schäden
Die vierjährige Sperrung hatte nach Angaben von Wirtschaftsverbänden erhebliche Folgen für Unternehmen. Das Institut der Deutschen Wirtschaft beziffert den Schaden für Betriebe in der Region auf rund 1,5 Milliarden Euro.
Während der Sperrung mussten täglich 20.000 Autos und Lastwagen über kleine Umgehungsstraßen mitten durch Orte und Wohnsiedlungen fahren. Für die Anwohner bedeutete das erhebliche Belastungen durch Lärm, Abgase und Staus.
Nach einem Bericht der Verkehrs- und Umweltorganisation T & E sind mehr als ein Drittel aller Brücken auf Autobahnen und Bundesstraßen marode und müssen saniert oder ersetzt werden.
16.04.2025 | 1:40 minDeutliches West-Ost-Gefälle bei maroden Autobahnbrücken
In Deutschland befinden sich tausende Autobahnbrücken in einem mangelhaften Zustand. Von den insgesamt etwa 28.000 Brückenteilbauwerken im deutschen Autobahnnetz weisen nach Zahlen von 2024 etwa 3.000 einen nicht ausreichenden oder ungenügenden Zustand auf.
Die maroden Autobahnbrücken sind ungleichmäßig über Deutschland verteilt, mit einem deutlichen West-Ost-Gefälle: Nordrhein-Westfalen ist am stärksten betroffen mit 20 der 100 marodesten Autobahnbrücken. Hier müssen in den nächsten 20 Jahren 61 Prozent aller Autobahnbrücken dringend modernisiert werden.
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