Termin für Beisetzung steht:Wie geht es weiter im Vatikan?
Papst Franziskus ist tot. Wie ist die Zeit im Vatikan und in der katholischen Kirche bis zur Wahl seines Nachfolgers geregelt? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Papst Franziskus ist gestorben. Für den Todesfall gibt es in der katholischen Kirche ein mehrere Jahrhunderte altes Protokoll, das Franziskus erst vor wenigen Monaten auf seine Wünsche anpassen ließ. Unter anderem plant er, seine Beerdigung schlichter als die seiner Vorgänger zu gestalten. Fragen und Antworten.
Wann wird Papst Franziskus beerdigt?
Papst Franziskus wird am Samstagvormittag beigesetzt. Das hat das Kardinalskollegium am Dienstag in seiner ersten Versammlung nach dem Tod des Papstes beschlossen. Die Trauerfeier auf dem Petersplatz ist für 10 Uhr am Samstag geplant.
Am Abend vor der Beerdigung wird ein weißes Tuch auf das Gesicht des Papstes gelegt und der Sarg geschlossen. Als Grabbeigabe wird unter anderem das sogenannte Rogitum beigelegt, eine Urkunde in lateinischer Sprache mit Daten über das Leben und die Amtszeit des Papstes.
Wo wird er beigesetzt?
Der übliche Bestattungsort für Päpste ist der Petersdom, wo 2023 auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. beigesetzt wurde. Franziskus wünscht sich hingegen eine Beisetzung in der Basilika Santa Maria Maggiore nahe des römischen Hauptbahnhofs. Er begründete seinen Bestattungswunsch mit seiner "starken Verbindung" zur römischen Marienbasilika.
Wird Papst Franziskus aufgebahrt?
Am Mittwochvormittag um 9 Uhr wird der Leichnam des verstorbenen Papstes von der Casa Santa Marta in den Petersdom gebracht und dort aufgebahrt. Papst Franziskus hat in dem neuen vereinfachten Ritus für Papst-Beerdigungen festgelegt, dass Päpste künftig nicht mehr auf einem erhöhten Katafalk ausgestellt werden. Der Leichnam des verstorbenen Papstes wird im Petersdom stattdessen in einem schlichten Holzsarg aufgebahrt, wo die Gläubigen Abschied nehmen können.
Franziskus wollte mit der Änderung betonen, dass "das Begräbnis des Papstes das eines Hirten und Jüngers Christi ist und nicht das eines mächtigen Mannes dieser Welt". Vier bis sechs Tage nach dem Tod muss laut Protokoll ein Papst beigesetzt werden.
Was passiert nach der Beerdigung?
Am Tag der Totenmesse des Papstes beginnt eine neuntägige Trauerperiode, die sogenannte Novendiale. Jeden Tag findet eine Messe zum Gedenken an den verstorbenen Papst statt. Die neunte und letzte Messe wird von allen Kardinälen gehalten, die sich schon für die Wahl des neuen Papstes in Rom eingefunden haben.
So geht es nach der Beerdigung weiter: ein Zeitplan
Quelle: ZDFAm Sonntag war eigentlich die große Messe für die Jugendlichen zum Heilig-Jahr-Jubiläum geplant. Diese wird es nun nicht geben, die Jugendlichen sind allerdings eingeladen, an der Trauermesse teilzunehmen.
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Wer ist nun Oberhaupt der katholischen Kirche?
In der Zeit nach dem Tod eines Papstes, in der der Sitz des Heiligen Stuhls leer ist, spricht man im Vatikan von einer Sedisvakanz – zu Deutsch: leerer Stuhl. Während der Sedisvakanz leitet das gesamte Kardinalskollegium, also aktuell 235 Kardinäle, die katholische Kirche. Sie dürfen jedoch über keine großen Änderungen entscheiden.
Wann und wie wird der neue Papst gewählt?
Nach Ablauf der Trauerperiode und spätestens 20 Tage nach dem Tod kann das sogenannte Konklave zur Wahl eines neuen Papstes beginnen. Der Termin wird voraussichtlich nach der Beerdigung vom Kardinalskollegium bekannt gegeben. Bedingung ist, dass sich alle 135 wahlberechtigten Kardinäle im Vatikan eingefunden haben. Kardinäle, die das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind wahlberechtigt. Das Wort "Konklave" leitet sich von dem Lateinischen "cum clave" ab und bedeutet "mit dem Schlüssel". Es bezeichnet den abgeschlossenen Raum, in dem die geheime Wahl stattfindet - die Sixtinische Kapelle.
Wie läuft ein Konklave ab?
Zwar ist der Ablauf des Konklaves bis hin zu den Eidformeln, der Anzahl der pro Tag zulässigen Wahlgänge und der Form der Wahlzettel strengstens geregelt. Über alles andere jedoch müssen die Kardinäle Geheimhaltung schwören.
Die einzige Verbindung der Außenwelt zum Konklave ist in dieser Zeit ein kleiner Schornstein über der Sixtinischen Kapelle. Steigt daraus schwarzer Rauch auf, erreichte keiner der Kandidaten die notwendige Mehrheit. Erst wenn einer der Kardinäle zwei Drittel der Stimmen erhalten hat, ist der neue Papst gewählt, aus dem Schornstein steigt weißer Rauch auf.
Die Wahl-Zusammenkünfte im 20. und 21. Jahrhundert dauerten nie länger als vier Tage. 2013 wurde Kardinal Jorge Mario Bergoglio bereits am zweiten Konklave-Tag im fünften Wahlgang zum Papst gewählt.
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