Verheerende Sturzflut mit vielen Toten:Deutsche Familie in Nepal gerettet
Im Katastrophengebiet in Nepal ist eine vierköpfige deutsche Familie gerettet worden. Unterdessen stieg die Zahl der Toten auf über 500, es gibt noch mehr als 1.400 Vermisste.
Zwei Tage nach der Sturzflut an Nepals Grenze zu China ist die Zahl der Vermissten weiterhin unklar. Bislang sind 472 Opfer bestätigt. Die Identifizierung der Toten ist laut Polizei schwierig.
28.08.2026 | 1:27 minEine vierköpfige deutsche Familie ist im Katastrophengebiet in Nepal in Sicherheit gebracht worden. Sie sei zusammen mit anderen Geretteten per Hubschrauber zu einem Armeecamp in Battar Bazar geflogen worden, sagte ein Armeesprecher der dpa.
Auswärtiges Amt: "Niedrige zweistellige Zahl" vermisster Deutscher
Seine Familie sei nach einer Trekking-Tour im Ort Trishuli Bazar gewesen, als die Flut sie überraschte, erzählte der Vater Manuel Münch im Armeecamp.
Wenn wir unsere Trekking-Tour normal durchgeführt hätten, hätten wir an dem Tag in Syabrubesi übernachtet und wären gestorben.
Manuel Münch, deutscher Tourist in Nepal
Später habe ein Armeehubschrauber sie auf die andere Seite des Flusses gebracht, sagte der 37-Jährige. Die Familie aus dem Berchtesgadener Land wollte so bald wie möglich in die Hauptstadt Kathmandu weiterreisen.
Münch ist mit einer Nepalesin verheiratet, und die Familie besucht das Himalaya-Land regelmäßig. Dieses Mal wollte das Paar mit seinen beiden Kindern unter anderem Verwandte besuchen und eine kleine Trekking-Tour in Langtang machen.
Durch Satellitendaten konnte die Ursache der Sturzflut rekonstruiert werden: "Auf 5.000 Metern riss ein großer Felssturz Gletschereis und Geröll mit und löste die Sturzflut aus", so Klimaforscher Christian Huggel.
28.08.2026 | 4:34 minNach der Sturzflut am Mittwoch war nach mehreren Deutschen in Nepal gesucht worden. In Berlin erklärte das Auswärtige Amt am Freitag, dass nach Erkenntnissen der Bundesregierung eine "niedrige zweistellige Zahl" deutscher Staatsangehöriger vermisst werde. Das Ministerium bemühe sich unter Hochdruck um Aufklärung, sagte ein Sprecher. Die Lage in der betroffenen Region sei noch "sehr, sehr unübersichtlich".
Himalaya-Region: Noch mehr als 1.400 Vermisste
Die Zahl der Toten in Nepal stieg unterdessen auf mindestens 538. Nach Angaben des Katastrophenschutzes wurden nach der mächtigen Sturzflut im Himalaya-Gebirge zudem weiterhin 977 Menschen vermisst, darunter 517 Ausländer.
Hilfsorganisationen berichten, es gebe "viele Gegenden, die immer noch keinen Strom haben und wo es immer noch keine Kommunikation gibt", so Miriam Steimer, ZDF-Korrespondentin in Nepal.
28.08.2026 | 2:45 minChina hatte bislang fünf Tote und 558 Vermisste gemeldet. Damit liegt die Gesamtzahl der Toten, die durch die Sturzflut am Mittwoch an der Grenze zwischen China und Nepal ums Leben kamen, bei 543. Nepals Behörden gaben an, dass 3.742 Menschen bislang gerettet wurden, darunter 25 Ausländer. Noch immer werden damit insgesamt mehr als 1.400 Menschen vermisst.
Warnung vor neuer Flut erschwert Rettungsarbeiten
Zuletzt hatte die Sorge vor einer erneuten Sturzflut die Bergungsarbeiten auf chinesischer Seite in Tibet und in Nepal erschwert. An einer Flussmündung oberhalb des chinesisch-nepalesischen Grenzpostens Gyirong hatte sich ein See angestaut, der sich nach der Sturzflut am Mittwoch gebildet hatte.
Weil sich in dem Gewässer bereits mehr als zwei Millionen Kubikmeter Wasser angestaut hatten, drohte ein Bruch. Rettungskräfte in China und Nepal unterbrachen deshalb zeitweise ihre Such- und Bergungsarbeiten. Nach einer Warnung der Polizei in Nepal war zudem Panik in der Bevölkerung ausgebrochen.
Nach der Sturzflut in Nepal am Mittwoch wird nun das Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Brücken, Straßen und Häuser wurden beschädigt oder fortgerissen. Hunderte Menschen sind ums Leben gekommen.
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