Sturzflut im Himalaya: Wie Augenzeugen die Flut in Nepal erlebten

Sturzflut im Himalaya:Wie Augenzeugen die Flut erlebten: "Nichts ist mehr übrig"

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Die riesige Welle aus Wasser, Schlamm und Gestein türmte sich plötzlich auf, riss Häuser, Autos und Menschen mit. Wie Bewohner die ungeheure Zerstörung in Nepal erlebt haben.

Schlammiges Flussufer mit Trümmern in der Nähe des Hafens von Gyirong in der Autonomen Region Tibet im Südwesten Chinas.

Die Sturzflut zwischen Nepal und China hat Brücken, Häuser und Menschen mitgerissen. Mehr als 1.300 Menschen werden noch vermisst. Hilfe aus aller Welt ist zugesagt.

27.08.2026 | 1:36 min

Die Flutwelle im Himalaya war ein Albtraum-Szenario für alle, die in der Region Rasuwa entlang des Flusses Trishuli unterwegs waren: Schlamm und Wasser rissen Gebäude fort, verschluckten Straßen und schleuderten Lastwagen herum wie Spielzeug. Menschen rannten um ihr Leben, während hinter ihnen ein ganzer Ort verschwand.

Später werden erste Leichen gefunden, Dutzende Kilometer entfernt an der Grenze zu Indien und völlig entstellt. Die Flut hat ihre Opfer über ungeheure Strecken mitgerissen. Noch ist das Ausmaß der Katastrophe nur zu erahnen. Hunderte Menschen werden vermisst, sowohl in Nepal als auch in Tibet.

Infokarte: Nepal

Sturzflut: Lage des Katastrophengebiets im Himalaya.


Augenzeuge aus Bidur: "Da sind keine Brücken mehr"

"Gestern war der schlimmste Moment unseres Lebens. Viele von uns haben es rechtzeitig geschafft, sich in Sicherheit zu bringen - aber viele andere nicht", sagte Suraj Silwal, Mitarbeiter der Stadtverwaltung von Bidur, einer der am schlimmsten betroffenen Gemeinden, am Telefon gegenüber der dpa.

Familien suchten verzweifelt nach ihren Angehörigen, die vielleicht nie mehr nach Hause kommen:

Mein Freund und seine Mutter werden noch vermisst - sie wurden aus ihrem eigenen Haus fortgerissen.

Suraj Silwal

Die Such- und Rettungsaktionen seien extrem schwierig, erzählt Silwal. "Es gibt Gebiete, die wir noch immer nicht erreichen können - da sind keine Brücken mehr, es gibt keine Durchfahrt. Alles sieht so trostlos aus."

Schaltgespräch mit ZDF-Korrespondentin Elisabeth Schmidt zur Lage in Nepal nach der Sturzflut

Nach der Sturzflut zwischen Nepal und China werden mehr als 1.300 Menschen vermisst. Hilfe aus aller Welt ist zugesagt. Ob sie durchkommt, berichtet ZDF-Korrespondentin Elisabeth Schmidt.

27.08.2026 | 1:15 min

Stück für Stück kämen die Helfer voran und würden mittlerweile zu Häusern vordringen, die vorher nicht erreichbar waren.

Touristen- und Pilgerparadies Himalaya

Nepal gehört zu den ärmsten Ländern Asiens, und gerade in den abgelegenen Himalaya-Regionen ist die Infrastruktur vielerorts äußerst fragil. Straßen sind schmal und schwer zugänglich, Brücken und Verkehrswege können bei Unwettern schnell zerstört werden. Gleichzeitig lebt das Land in hohem Maße vom Tourismus - und der Himalaya mit Achttausendern wie dem Mount Everest und dem Annapurna ist sein größtes Kapital.

Rasuwa liegt dabei mitten in einer besonders reizvollen und zugleich abgelegenen Landschaft des höchsten Gebirges der Erde. Die Region ist das Tor zum Langtang-Nationalpark, einem der wichtigsten Trekkinggebiete Nepals, mit schneebedeckten Gipfeln, Gletschern und Hochgebirgsseen. Hier liegen auf rund 4.000 Metern Höhe etwa die heiligen Seen von Gosainkund, die als bedeutender Wallfahrtsort für Hindus und Buddhisten gelten.

Anwohner: "Timure ist komplett verschwunden"

Jetzt aber gibt es in der sonst so prächtigen Landschaft nur noch eine Farbe: Braun. Eine dicke, alles verschlingende Masse aus Wasser, Schlamm, Steinen und Geröll. Sie hat alles unter sich begraben, was ihr im Weg stand, Fahrzeuge, Häuser, Brücken, Märkte und sehr viele Menschen.

Sarah Klaußner

In Nepal seien überlebende Menschen abgeschnitten von Nahrung, Wasser und Infrastruktur, so Sarah Klaußner von der Friedrich-Ebert-Stiftung aus Kathmandu.

26.08.2026 | 2:51 min

Ein Augenzeuge aus dem Ort Timure sagte dem nepalesischen Nachrichtenportal Nepal News: "Timure ist komplett verschwunden, nichts ist mehr übrig." Er habe es kaum glauben können, als der Markt direkt vor seinen eigenen Augen weggespült wurde. "Ich habe noch nie eine solche Flut gesehen."

Ein anderer, der Anwohner Sanjeev Shrestha, sagte dem Nachrichtenportal Ratopati, etwa 75 Prozent aller Menschen in der Gemeinde seien wahrscheinlich von der Schlammflut verschüttet worden.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtet das ZDF unter anderem im ZDF-Mittagsmagazin am 27.08.2026 ab 12:00 Uhr.

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