Sturzflut in Nepal kam laut Hilfsorganisation "ohne Vorwarnung"

Interview

Deutsche Hilfsorganisation berichtet:Sturzflut in Nepal "kam ohne jede Vorwarnung"

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Die Flut in Nepal sei extrem überraschend gekommen, berichtet Thomas Meier von der Hilfsorganisation "humedica". Wie die Organisation jetzt die Menschen vor Ort unterstützen will.

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Die Überschwemmung in Nepal kam ohne Vorwarnung. "Das größte Problem ist die Koordination. Wir wissen nicht, wo was gebraucht wird", so Thomas Meier von der internationalen Hilfsorganisation "humedica" aus Kathmandu.

27.08.2026 | 5:09 min

Nach der verheerenden Sturzflut in Nepal mit mittlerweile fast 300 Toten und noch immer über 1.300 Vermissten hat Thomas Meier von der Hilfsorganisation "humedica" die Lage weiterhin als "sehr angespannt" bezeichnet.

"Es kostet Menschenleben und jeder kennt jemanden, der in diesem Gebiet gelebt, gearbeitet hat", berichtet er aus der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu.

Sturzflut in Nepal kam "am hellichten Tag"

Besonders tragisch sei gewesen, dass die Flut "überraschend für uns alle" kam, wie Meier berichtet. In den letzten Jahren seien die Überschwemmungen immer mit dem Regen gekommen, aber vor der aktuellen Sturzflut habe es gar keinen Niederschlag gegeben.

Diesmal kam sie am hellichten Tage - ohne Regen, ohne irgendeine Vorwarnung.

Thomas Meier, Hilfsorganisation "humedica"

Man müsse sich vorstellen, dass die Sturzflut vier, fünf Stunden unterwegs war, so Meier. Das heißt zu Beginn habe man überhaupt keine Vorbereitungszeit gehabt. In den Gebieten, die die Flut später erreicht hat, habe es vor allem Sachschaden gegeben, weil man mehr Zeit zur Vorbereitung hatte.

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Nach der Sturzflut in Nepal steigt die Zahl der Vermissten und Toten kontinuierlich. Vielerorts sind Gebiete völlig abgeschnitten und Rettungsarbeiten sind gefährlich. Behörden warnen vor weiteren Sturzfluten.

27.08.2026 | 2:31 min

Hilfsorganisation will Nepal unterstützen

Angesprochen auf den Einsatz seiner Hilfsorganisation berichtete Meier, dass die Hilfe momentan vor allem von der Regierung Nepals koordiniert werde. "Leider ist es, wie in jeder Katastrophe: Die Kommunikation ist nicht immer perfekt und wir müssen versuchen zusammenzuarbeiten - auch mit allen Hilfsorganisationen und mit der Regierung - um denen zu helfen, die gerade in Not sind, was natürlich bei der Situation, die wir jetzt gerade haben, wo die Gebiete sehr, sehr schlecht erreichbar sind, etwas herausfordernd ist."

Spendenaufruf ZDF Notfallhilfe Nepal

Quelle: ZDF

Momentan gehe es vor allem darum, Materialien für Hygiene, Wasser und Versorgung zu beschaffen. "Wir haben ein medizinisches Team auf Stand-by, das in die Gebiete vorrücken wird, sobald die Regierung anfragt", erklärte Meier. Man versuche die Materialien dann in die Gebiete zu liefern, wo die Not gerade am größten sei.

Sarah Klaußner

In Nepal seien überlebende Menschen abgeschnitten von Nahrung, Wasser und Infrastruktur, so Sarah Klaußner von der Friedrich-Ebert-Stiftung aus Kathmandu.

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Noch chaotische Zustände in Nepal und Tibet

Es würde aber noch eine ganze Weile dauern, bis das komplette Ausmaß der Katastrophe sichtbar sei. "Es sind um die achtzig Brücken überschwemmt worden und zerstört", so Meier. Der Zugang sowie die Kommunikation sei extrem eingeschränkt.

"Das größte Problem, was wir momentan haben, ist die Hilfe zu koordinieren, weil wir nicht genau wissen, wo wird was gerade gebraucht", berichtet Meier aus Kathmandu. An die Gebiete an der tibetischen Grenze kämen momentan ohnehin nur Militär und Spezialkräfte mit Helikopter - "und davon gibt es natürlich nicht genug in Nepal", berichtet Meier.

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Nach den Sturzfluten in Nepal bleibt die Lage unübersichtlich. "Nepal ist eines der ärmsten Länder Asiens. Es fehlt an schwerem Gerät und Hubschraubern, um in die betroffenen Gebiete vorzudringen", so ZDF-Korrespondentin Elisabeth Schmidt.

27.08.2026 | 1:48 min

Hilfsorganisation attestiert Nepal Fortschritte

Was den Schutz von solchen Katastrophen angeht, habe Nepal in den letzten Jahren dennoch Fortschritte gemacht.

Das heißt, wäre diese Flut vor zehn Jahren passiert, wäre man vollkommen hilflos gewesen.

Thomas Meier, Hilfsorganisation "humedica"

Jetzt gebe es grundsätzliche Katastrophensysteme im Land, aber leider nicht überall. "Es ist weder überraschend, noch ist es irgendwas, was Nepal so stark erschüttern wird, dass sie nicht mehr hochkommen, aber der Einfluss ist schon sehr, sehr stark", so Meier.

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Quelle: tjs
Über dieses Thema berichtete unter anderem das ZDF-Mittagsmagazin am 27.08.2026 ab 12:00 Uhr.

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